29. November 2025, 8:11 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Seit einem Jahrzehnt setzt die Deutsche Bahn auf 3D-Drucktechnologie zur Herstellung von Ersatzteilen – mit großem Erfolg. Der Konzern konnte dadurch nicht nur Reparaturzeiten deutlich verkürzen, sondern auch erhebliche Einsparungen erzielen. Inzwischen sind über 200.000 selbst gedruckte Bauteile im Einsatz.
Die Deutsche Bahn (DB) nutzt nach eigenen Angaben bereits seit zehn Jahren den 3D-Druck zur Herstellung von Ersatzteilen und Spezialwerkzeugen. Ziel sei es, Züge und Lokomotiven schneller reparieren und länger einsetzen zu können. Besonders bei Bauteilen, die nicht mehr lieferbar oder gar nicht mehr produziert werden, bietet die Technik Vorteile. Lieferzeiten, die früher im Durchschnitt zehn Monate betrugen, lassen sich so auf etwa zwei Monate verkürzen.
3D-Druck spart Zeit und Kosten
Mittlerweile befinden sich mehr als 200.000 gedruckte Ersatzteile im Einsatz bei der Deutschen Bahn. Die Produktion erfolgt bedarfsgesteuert, wodurch das Unternehmen Lager- und Logistikkosten reduziert. Eine eigens angelegte Datenbank umfasst bereits über 1000 Modellvorlagen.
Laut Stefanie Brickwede, Leiterin des Konzernprojekts 3D-Druck, ermögliche das Verfahren eine schnelle Verfügbarkeit: „Mithilfe von 3D-Druck können wir benötigte Ersatzteile buchstäblich auf Knopfdruck zur Verfügung stellen.“ Dies komme nicht nur den Fahrgästen zugute, sondern erleichtere auch die Arbeit der Mitarbeiter. Bis 2030 sollen rund 10000 verschiedene Bauteile digital erfasst werden.
Vielfältige Druckverfahren im Einsatz
Gedruckt wird bei der Bahn mit zwölf verschiedenen Verfahren, unter anderem mit Metall, Kunststoff und Sand. Die Palette der hergestellten Teile reicht dabei vom 540 Kilogramm schweren Getriebegehäuse über Handlaufschilder mit Blindenschrift bis hin zu Tablet-Haltern, Bohrschablonen, Abdeckungen und Mantelhaken.
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Die Deutsche Bahn fertigt einige Komponenten im eigenen Haus, arbeitet darüber hinaus aber auch mit einem breiten Partnernetzwerk zusammen. Im Rahmen der Initiative „Mobility goes Additive“ kooperieren mehr als 140 Unternehmen mit dem Konzern – darunter Druckmaschinenhersteller, Universitäten und Start-ups.
Nach aktuellem Stand hat die Deutsche Bahn bis November 2025 durch den Einsatz von 3D-Druck rund 20 Millionen Euro eingespart. Diese Einsparung sei vor allem auf die schnellere und effizientere Bereitstellung von Ersatzteilen zurückzuführen.