1. Dezember 2025, 7:57 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Das Aus für De-Mail ist endgültig, der letzte verbliebene Anbieter stellt den Betrieb zum 31. Dezember 2026 ein. Damit endet ein digitales Projekt, das einst als sichere Kommunikationslösung gestartet war, sich jedoch nie flächendeckend durchsetzen konnte.
Nach Jahren rückläufiger Nutzung und dem Rückzug zahlreicher Anbieter steht nun das endgültige Ende von De-Mail bevor. Der letzte verbliebene Dienstleister, Francotyp-Postalia Digital Business Solutions (FP-DBS), kündigte an, den Betrieb zum 31. Dezember 2026 einzustellen. Damit ist das Kapitel De-Mail abgeschlossen – ein Dienst, der einst als staatlich regulierte Alternative zur klassischen E-Mail gestartet war.
Große Erwartungen – geringe Nutzung
Bereits zuvor hatten große Anbieter wie die Deutsche Telekom sowie die 1&1-Gruppe mit ihren Marken Web.de und GMX ihre De-Mail-Dienste eingestellt. Mit jedem Ausstieg schwand die ohnehin geringe Verbreitung weiter. FP-DBS ist der letzte Anbieter, der den Dienst aufgibt. Ab sofort sind keine neuen Registrierungen mehr möglich. Bestehende Verträge enden automatisch zum Abschaltdatum, eine Kündigung durch Kunden ist nicht notwendig.
Wie das Unternehmen mitteilt, bleibt das De-Mail-Postfach nach dem offiziellen Ende drei weitere Monate im Lesemodus verfügbar. Während dieser Übergangsphase können Nutzer keine neuen Nachrichten mehr senden oder empfangen, sondern lediglich vorhandene Inhalte einsehen oder sichern. Danach werden alle Konten und gespeicherten Daten endgültig gelöscht.
Anfänge von De-Mail schon 2011
Die digitale Kommunikationsplattform De‑Mail wurde offiziell durch das De-Mail-Gesetz institutionalisiert. Das Gesetz trat am 3. Mai 2011 in Kraft. Praktisch verfügbar wurde De-Mail dann ab etwa März 2012, nachdem akkreditierte Dienstanbieter vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ihr Angebot starteten.
Ursprünglich gedacht als rechtsverbindlicher, sicherer und verschlüsselter „digitaler Briefkasten“, sollte De-Mail den klassischen Post- und behördlichen Schriftverkehr überflüssig machen. Der Dienst versprach verbindlichen Versand von Dokumenten und eine klare Identifikation von Behörden und Unternehmen. Doch der praktische Nutzen blieb gering. Viele Nutzer wandten sich moderneren, verschlüsselten Kommunikationslösungen zu. Die Technologie konnte sich daher nie im Alltag etablieren.
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Insgesamt nutzten nur wenige Behörden und Firmen das System regelmäßig. Zahlreiche Nutzer empfanden die Identifikation und das Postfachhandling als umständlich – hinzu kamen teilweise Kosten für den Versand. Große Anbieter wie die Deutsche Telekom stiegen daher schon 2022 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit aus. 2024 kündigte ein weiterer Anbieter die Einstellung des Dienstes an. Damit ist De-Mail de facto aus dem Alltag verschwunden. Das ursprünglich ambitionierte E-Government-Projekt gilt inzwischen als gescheitert.