2. September 2026, 12:37 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Der Streit um vertrauliche Technik erreicht eine neue Stufe. Im Zentrum stehen ein früherer Mitarbeiter, sensible Schaltpläne und die Hardware-Pläne von OpenAI.
Apple hat am 31. August 2026 neue Unterlagen eingereicht, die den Diebstahl vertraulicher Technologie belegen sollen. Beschuldigt wird Chang Liu, ein früherer Elektrotechnik-Ingenieur des Konzerns, der im Januar 2026 zu OpenAI wechselte. Im März soll er einen geheimen Schaltplan für Stromwandler heruntergeladen und für Simulationen mit der Software LTspice verwendet haben.
Die Hinweise stammen laut Apple aus der forensischen Untersuchung eines MacBooks, das Lius Anwälte am 21. August übergeben hatten. Besonders schwer wiegt der Vorwurf, Liu habe die Daten zum Training eines KI-Agenten eingesetzt. Geschäftsgeheimnisse könnten dadurch dauerhaft in lernfähigen Systemen verbleiben und sich unkontrolliert weiterverbreiten, argumentiert der Konzern.
OpenAI weist die Anschuldigungen zurück
OpenAI bezeichnet die Vorwürfe als unbegründet. Liu habe früheren Kollegen lediglich geholfen und dabei noch vorhandene Zugriffsrechte genutzt. Das Unternehmen sieht die Verantwortung deshalb bei Apple, weil Konten ehemaliger Beschäftigter nicht ordnungsgemäß gesperrt worden seien. Apple spricht dagegen von einer seltenen Sicherheitslücke, die Liu gezielt ausgenutzt habe.
Zusätzlich wirft Apple dem Ex-Mitarbeiter vor, im Juni 2026 eine Kollegin bei OpenAI zur Vernichtung von Beweisen aufgefordert zu haben. Die Kollegin soll dem zugestimmt haben. Das Unternehmen fordert nun eine beschleunigte Beweissicherung und möchte weitere Geräte untersuchen, darunter einen für die Simulationen verwendeten Mac mini.
Hardware-Pläne erhöhen die Brisanz
Der Konflikt gewinnt an Bedeutung, weil OpenAI eigene Hardware entwickelt und dafür mehr als 400 ehemalige Beschäftigte von Apple beschäftigt. Dazu zählt Jony Ive, der frühere Designchef hinter iPhone und iPad. Er arbeitet mit OpenAI an einem Smart Speaker, der mit Apples HomePod und künftigen KI-Geräten konkurrieren könnte.
Apple verlangt Schadenersatz sowie eine gerichtliche Anordnung, die OpenAI zur Einstellung der beanstandeten Praktiken und zur Vernichtung vertraulicher Materialien verpflichten soll. Eine Anhörung ist für den 1. Oktober 2026 angesetzt. Der Ausgang könnte den Umgang mit Geschäftsgeheimnissen in der KI-Branche beeinflussen und Folgen für kommende Hardware-Produkte haben.
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