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Bei Gewittern

Technische Geräte vor Überspannungsschäden schützen

Gewitter
Schlägt ein Blitz in der Umgebung ein, können Sekundärströme durch die Stromleitungen ins Haus und damit auch in die Elektronik gelangen.Foto: Lino Mirgeler/dpa/dpa-tmn

Bei einem ordentlichen Gewitter kracht und blitzt es gewaltig. Ein Blitzeinschlag kann dabei leicht Überspannungen auslösen und elektronische Geräte beschädigen. Doch wie schützt man sich dagegen?

Ein schweres Gewitter kann teuer werden: Allein im Jahr 2019 sind rund 200 Millionen Euro Versicherungsschaden aufgrund von Blitzeinschlägen entstanden. Die durchschnittliche Schadenssumme lag mit 970 Euro auf dem höchsten Stand seit 1998. Der Grund: Häufig müssen Betroffene teure Heizungs- oder Jalousien-Steuerungen reparieren oder ersetzen. Schlägt ein Blitz in der Umgebung ein, können Sekundärströme durch die Stromleitungen ins Haus und damit auch in die Elektronik gelangen. Und nicht immer hilft ein Überspannungsschutz.

Überspannungsschutz kann helfen – hat aber Grenzen

Eigentlich müssen Haushaltsgeräte bestimmte Überspannungen bis zu 1000 Volt kurzzeitig aushalten können. „Das heißt nicht, dass sie unbeschadet weiterlaufen, aber dass man sie nach dem Ausfall wieder anschalten kann“, erklärt Christof Windeck vom „c’t“-Magazin. Hat jedoch ein älteres Gerät schon einige dieser Überspannungen erlebt, steigt die Wahrscheinlichkeit für einen Kurzschluss.

Dazu kommt: Schlägt ein Blitz in den Boden ein, geht es um eine Spannung von bis zu einer Million Volt. „Es kommt durchaus vor, dass die Geräte dann mit einer Spannung von mehreren Tausend Volt konfrontiert werden“, sagt Sébastien Bonset vom Digitalmagazin „t3n“.

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Wie Sie Ihre Geräte vor Überspannungsschäden schützen

Wie sich also davor schützen? Moderne Häuser bieten einen groben, einen mittleren und einen feinen Schutz, wie Blasius Kawalkowski vom Onlinemagazin „Inside-digital.de“ ausführt. „Der grobe Schutz ist dort angesiedelt, wo das Kabel von der Straße ins Haus mündet.“ Hier werde die Spannung bereits reduziert. Der mittlere Schutz befinde sich im Verteilerkasten, der feine an der Steckdose.

Der grobe und mittlere Schutz sind allerdings nichts für Laien, warnen die Experten. Für den Feinschutz sorgen Steckdosen und Steckerleisten mit Überspannungsschutz, auch für Telefonanschluss und Netzwerkdosen.

Vorher sollte man sicherstellen, dass die Elektroinstallationen dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Die Steckdosen im Haus müssen dafür geerdet sein. Auch für den Ethernet-Anschluss eines Modems oder Antennenanschlüsse gibt es laut Bernd Theiss vom Fachmagazin „Connect“ spezielle Zwischenstecker.

Zwischenstecker direkt in die Wand

„Eine Zwischensteckdose kann nur wirken, wenn sie einen guten Kontakt zum Schutzleiter der Außeninstallation hat“, legt Windeck dar. Nutzer sollten somit keine Mehrfachsteckdose oder ein Verlängerungskabel verwenden, der Schutz gehört direkt in die Wandsteckdose.

Die Experten raten, beim Kauf auf Markennamen und ein Prüfzeichen zu achten. „Im dümmsten Fall können Zwischenstecker für Überspannungsschutz sogar Schäden verursachen, wenn sie altern“, warnt Windeck.

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„Der beste Schutz besteht nach wie vor darin, den Stecker zu ziehen“, sagt Theiss. Das gilt übrigens nicht nur für den Netzstecker, sondern auch für Antennen- und Netzwerkkabel.

Blitzableiter vom Fachmann helfen zwar gegen einen direkten Blitzschlag in das eigene Haus, garantieren aber nicht, dass ein Haushaltsgerät bei einem Einschlag nicht beschädigt oder zerstört wird. Die Energie des Blitzes kann sich trotzdem über die Kabel weiterverteilen.