29. Juli 2025, 15:17 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Wer in einer Ferienwohnung oder über Airbnb gebuchten Unterkunft das Gefühl hat, beobachtet zu werden – dann könnte daran etwas dran sein. Bei TECHBOOK gibt es weitere Informationen dazu – insbesondere dazu, wie Überwachungskameras aufgespürt werden können.
Wenn in Ferienunterkünften oder privaten Wohnungen, die zwischenzeitlich vermietet werden, Überwachungskameras installiert sind, dient das im Zweifelsfall dem Schutz vor Diebstahl oder Vandalismus. Üblich sind entsprechende Geräte daher etwa vor der Tür oder auf dem Flur im Eingangsbereich und – vorausgesetzt, es werden dabei gewisse Regeln eingehalten (dazu später mehr) – in dem Fall grundsätzlich erlaubt.
Es kommt aber immer wieder vor, dass Urlauber von aufgefundenen Überwachungskameras berichten, von denen sie im Vorfeld nicht in Kenntnis gesetzt worden sind. Die Befürchtung, man könnte heimlich gefilmt und das Material ins Netz gestellt worden sein, kommt da nicht von ungefähr. TECHBOOK erklärt, wie man dieser Eventualität vorgreift und Überwachungskameras in Ferienunterkünften findet.
Übersicht
Überwachungskamera in Unterkünften finden – so geht’s
Im ersten Schritt kann das bloße Auge bereits helfen. Beliebte Verstecke für Überwachungskameras sind etwa aufgestellte oder an die Wand angebrachte Uhren oder Rauchmelder, Spiegel, Fernseher und Computermonitore. Auch lohnt es sich, in Deko-Artikeln wie Bildern sowie in Lampen und Deckenventilatoren nachzusehen. Auch die verschiedenen Steckdosen in der Ferienwohnung sollten überprüft werden. Auch das Klischee – Spionage-Tool in einem Buchrücken – wird gern bedient.
Die ganz offensichtlichen Verstecke sind natürlich auch auffällig. Um in Wohnungen auch dann Überwachungskameras zu finden, wenn diese subtiler versteckt wurden, werden wir nun etwas technischer.
Kamera-Reflexion mit Taschenlampe aufspüren
Moderne Smartphones sind mit einer Taschenlampenfunktion ausgestattet. Aber man kann natürlich auch eine ganz gewöhnliche Taschenlampe nutzen, um im Dunkeln auf die Suche nach Überwachungskameras zu gehen. Logischerweise liegen deren Linsen frei, sonst könnten sie ja nichts erfassen. Trifft Licht darauf, müssten sie dieses reflektieren. Man sollte langsam und gründlich vorgehen, um nichts zu übersehen; manchmal sind die Überwachungskameras und ihre Linsen winzig. Es kann auch sinnvoll sein, ein Blitzlicht (z. B. über das Smartphone oder eine Fotokamera) auszulösen, um Lichtreflexionen zu provozieren.
Infrarot-Funktion von Überwachungskamera zum Finden nutzen
Und apropos Dunkelheit. Neuere Überwachungskameras sind oft mit Infrarot ausgestattet, um auch im Dunkeln Bewegungen erfassen zu können. Dann kann es zielführend sein, das Licht auszuschalten, denn im Dunkeln aktivieren entsprechende Tools ihre Nachsicht-Funktion. So lässt sich nach den für Infrarot typischen, kleinen, weiß-lila-farbigen Lichtpunkten Ausschau halten.
Dafür wird wieder das Smartphone benötigt. Damit die Ferienwohnung abgehen und das Gerät jeweils dicht an verdächtige Stellen halten, während die Kamera aktiviert ist. Handelt es sich tatsächlich um eine Infrarot-Strahlungsquelle, würde es als grelles, weißes Licht auf dem Handy-Display zu sehen sein.
Tools über die WLAN-Verbindung ausfindig machen
Überwachungskameras sind oft ans WLAN der Unterkunft angeschlossen. Das bringt ihren Nutzern verschiedene Vorteile – etwa können sie dadurch von außerhalb und in Echtzeit auf das gewonnene Material zugreifen. Doch auch einem selbst kann die Internetverbindung bei der Suche helfen: Wer sich mit dem WLAN der Unterkunft verbunden hat, kann mithilfe spezieller Netzwerkscanner-Apps alle weiteren im Netzwerk angemeldeten Geräte ermitteln. Tauchen dort Bezeichnungen auf, die auf Kameras hindeuten, liefert das bereits wichtige Hinweise.
Scharfe Geschütze auffahren
Wer sich öfter in Ferienunterkünften einbucht, für den könnte sich die Investition in professionelle Aufspürgeräte lohnen. Die Detektoren schlagen bei Überwachungskameras sowie Wanzen aus, haben aber eben auch ihren Preis (ab ca. 130 Euro). Es geht günstiger, denn manche der oben genannten Netzwerkscanner-Apps verfügen ebenfalls über die Funktion als zusätzliches Feature. Sie erzielen aber nicht ganz so akkurate Ergebnisse.
Wer weiterhin nicht fündig wurde, doch das Gefühl nicht abschütteln kann, beobachtet oder aufgezeichnet zu werden, hilft in letzter Instanz eine professionelle Sicherheitsfirma. Die Unternehmen sind auf das Aufspüren von Überwachungskameras und vergleichbaren Tools spezialisiert. Ihre Dienste sind nicht gratis – im Zweifelsfall zahlt sich das mit einem vollständig beruhigten Gefühl aus. Bewahrheitet sich der Verdacht und befinden sich tatsächlich Überwachungskameras in den Räumlichkeiten, sollte der Fund dokumentiert und anschließend die Buchungsplattform sowie die Polizei informiert werden.en.
Wann es erlaubt ist, Überwachungskameras zu nutzen
Die Kollegen von TRAVELBOOK berichteten bereits darüber, dass die Firma Airbnb die Verwendung von Überwachungskameras in auf der Vermittlungsplattform angebotenen Unterkünften verboten hat. Seit dem 30. April 2024 sind sie nur noch im Außenbereich von Ferienunterkünften erlaubt – „um sicherzustellen, dass keine Unbefugten die Wohnungen betreten“, so das Unternehmen. Vor dem Stichtag waren sie dies auch in Innenräumen, sofern sichtbar und in der Wohnungsbeschreibung aufgeführt. Dennoch beschwerten sich immer wieder Urlauber darüber, versteckte Kameras entdeckt zu haben.
Auch interessant: Überwachungskamera richtig und legal ausrichten
Laut einer Veröffentlichung der „Verbraucherzentrale“ ist es erlaubt, Überwachungskameras anzubringen, wenn Nutzer ihre Räume vor Dieben und Einbrechern schützen wollen – doch auch dann nur auf dem eigenen Grundstück. „Sie dürfen (…) in der Regel weder Nachbarn noch Passanten auf öffentlichen Wegen filmen“, heißt es da weiter. Wobei es hier auch Ausnahmen geben kann. Etwa, wenn jemand schon wiederholt zum Opfer von Einbrüchen wurde. Auf jeden Fall muss die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) eingehalten werden. So ist es unter anderem wichtig, auf die Überwachung hinzuweisen. Andernfalls ist womöglich etwaiges Material, das Straftaten erfasst hat, womöglich selbst nicht als Beweismaterial verwertbar. Genauere Informationen zu deren Anforderungen sind in der Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz zusammengefasst.

