Übertragungen aus China und Russland

Sopcast & Co.: Sind Bundesliga-Streams aus dem Ausland legal?

Zwei Männer sitzen vor dem TV und schauen Fernsehen
Bundesliga ohne kostenpflichtiges Sky-Abo? Programme wie Sopcast ermöglichen das zwar, legal ist der p2p-Dienst aber nicht.
Foto: Getty Images

Wer kein Sky-Abo hat, schaut die Bundesliga häufig mit Programmen wie Sopcast oder dem TVU-Player kostenlos im Internet. Doch ist das eigentlich legal? TECHBOOK klärt Sie auf!

Live-Übertragungen von Bundesliga-Spielen sind in Deutschland derzeit nur mit dem Bezahlsender Sky zu empfangen. Bis auf wenige Ausnahmen, bei denen ausgesuchte Spiele beim kostenlosen Sender Sky Sport News HD übertragen werden, muss der Fan für Abo oder Tagesticket in die Tasche greifen.

Viele streamen Fußball daher kostenlos im Internet – mithilfe von Programmen wie Sopcast von russischen oder chinesischen Seiten. Zwar muss der Zuschauer mit fremdsprachigen Kommentaren leben, aber ansonsten gibt es wenig Einschränkungen. Hier sollten Sie stutzig werden.

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Sind Bundesliga-Streams legal?

Generell gilt: Video-Streams sind in Deutschland eine rechtliche Grauzone. Der Medienanwalt Dr. Christian Solmecke meint: „Bei Live-Streams, die nur passiv empfangen werden, vertrete ich schon lange die Rechtsauffassung, dass der Nutzer sie legal ansehen darf.“ Der unerlaubte Download einer urheberrechtlich geschützten Datei wäre illegal, bei einem Stream entstünde auf dem Rechner jedoch keine Kopie des Videos. „Das Anschauen selbst ist dann überhaupt nicht mehr als urheberrechtliche Nutzung zu werten und deshalb legal“, so Solmecke.

Das gilt allerdings nicht mehr, wenn Sie zusammen mit Freunden Fußball schauen oder den Stream in der Öffentlichkeit – etwa in einer Kneipe – präsentieren. Dann nutzen Sie den Stream nicht mehr ausschließlich privat, es könnten Strafen folgen.

Was ist mit Programmen wie Sopcast?

Anders sieht die Lage bei sogenannten p2p-Programmen aus – wie etwa das beliebte Sopcast oder der TVU-Player. „Sobald der Nutzer eine solche Übertragung streamt, leitet er gleichzeitig auch das Video-Signal weiter und verbreitet damit an andere User urheberrechtlich geschützte Inhalte. Nach dem Gesetz ist das eine Urheberrechtsverletzung, die beispielsweise Abmahnungen und damit hohe Kosten zur Folge haben kann. Selbst strafrechtliche Sanktionen sind hier möglich.“

Im Klartext heißt das: Finger weg von Programmen wie Sopcast – das kann im Notfall teuer werden, zumal verschiedene Kanzleien in Deutschland fleißig abmahnen und nur auf illegale p2p-Streams warten.