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Was taugt Smart Home für 5 Euro?

Smart Home muss nicht teuer sein: Rund 4 Euro kostet dieser WLAN-Schalter inklusive der Aderendhülsen.
Foto: TECHBOOK

Das Zuhause vernetzen und von überall in der Welt steuern – das muss nicht unbedingt teuer sein. TECHBOOK stellt einen WLAN-Schalter vor, der gerade einmal 5 Euro kostet. Taugt der was?

Wer sein Zuhause vernetzen möchte, der denkt zuerst an teure Lösungen von Innogy oder Bosch. Doch Sie müssen für ein vernetztes Zuhause nicht unbedingt viel Geld ausgeben – zumindest, wenn Sie beim Funktionsumfang einige Abstriche machen können.

Installation: Besondere Hinweise

Wichtiger Hinweis: Elektrische Installationen sollten Sie nur von zugelassenem Elektropersonal durchführen lassen. Für selbst gebastelte Schaltungen übernehmen viele Versicherungen im Schadensfall keine Haftung. Noch schlimmer: Bei Schäden Dritter können Sie als Haftender herangezogen werden. Außerdem dürfen Sie nur schutzisolierte Geräte mit einem Eurostecker ohne Erdung an den Schalter anschließen, da keine Klemme für die Erdung vorgesehen ist. Keine oder wenig Erfahrung mit Elektrik? Finger weg und Profi machen lassen!

Smart Home für 5 Euro: Das braucht man

Zuerst benötigen Sie den WLAN-Schalter von Itead. Dessen Smart-Home-System trägt den Namen „Sonoff“. Diesen gibt es bei verschiedenen Online-Händlern direkt aus China für 4 bis 10 Euro – etwa bei Banggood, Gearbest oder Amazon. Natürlich brauchen Sie am Einsatzort ebenfalls ein funktionierendes WLAN-Netzwerk mit Internetzugang.

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WLAN-Schalter von Itead Sonoff: Die Einrichtung

Zuerst muss der Fachmann den Schalter an Ihrem Gerät, etwa einer Leuchte, installieren. Dafür durchtrennt er das Netzkabel der Lampe an einer beliebigen Stelle. Achtung: Unbedingt vorher alle Kabel vom Strom trennen oder die Sicherung auslösen. Der Fachmann isoliert jeweils alle Adern von beiden Kabelenden ab und befestigt jeweils Aderendhülsen. Nun setzt man den Sonoff-Schalter zwischen beide Enden. Dabei sollte man beachten, dass die Seite mit dem Gerät bei „Output“ angelegt wird und die Seite mit Strom im „Input“ des Schalters. Dabei gehört die blaue Ader an den N-Anschluss. Die Phase (braunes Kabel) kommt an den Phase-Anschluss „L“.

Drei Kabelenden für zwei Klemmen? Also nur für elektrische Verbraucher der Schutzklasse II geeignet. Foto: TECHBOOK

Den Schalter mit dem WLAN verbinden

Ist der Schalter richtig eingerichtet, können Sie nun über den kleinen, schwarzen Taster die Lampe ein- und ausschalten. Jetzt folgt die Einrichtung per App. Laden Sie dafür die kostenlose „EWeLink“-App aus dem Google Play Store oder Apple AppStore herunter und legen Sie sich einen Account an. Über das „+“-Symbol können Sie dann Ihren WLAN-Schalter (in der App „AP“ genannt) einrichten.

Leuchtet die grüne LED dauerhaft, war die Einrichtung erfolgreich und das Gerät ist mit dem Netzwerk verbunden. Sollte die LED blinken, finden Sie hier eine Legende zu den verschiedenen Fehlermeldungen.

Im Betrieb: Schutz vor Einbruch & Zeitpläne

Haben Sie das Gerät erfolgreich eingerichtet, können Sie nun Zeitpläne in der App erstellen oder den Schalter manuell steuern. So richten Sie etwa ein, dass das Licht im Wohnzimmer täglich um 3 Uhr morgen ausgeschaltet wird, oder jeden Abend zwischen 19 Uhr und 22 Uhr in der Küche eingeschaltet. Perfekt, wenn Sie verreist sind und die eigenen vier Wände nicht verlassen wirken sollen. Eine Steuerung von unterwegs ist ebenfalls möglich.

Jedes Gerät können Sie auch für andere Nutzer zur Steuerung freigeben. Diese benötigen ebenfalls die App und einen eigenen Account. So hat die ganze Familie zum Beispiel Zugriff auf die Lichter im Wohnzimmer.

Per App bekommen Nutzer dann weltweit einen Einblick ins vernetzte Zuhause. Foto: TECHBOOK

Damit die Steuerung per App möglich ist, bedarf es einem Cloud-Speicher. Diese ist aktuell kostenlos und jederzeit nutzbar. Leider haben Sie jedoch keinen Einfluss darauf, wo und wie Ihre Daten und die Ihrer Geräte auf den Servern gespeichert sind.

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Kompatibilität: Steuerung per App, Alexa oder Google Home

Neben der App sind die Schalter von Sonoff auch mit aktuellen Sprachassistenten kompatibel. Im Test funktionierte der Sensor mit Google Home einwandfrei. Die Schalter müssen lediglich in der Home-App benannt und einem Raum zugeordnet werden. Danach reicht: „Ok, Google. Mach das Licht im Wohnzimmer an“ – und schon wurde es hell. Amazon Alexa unterstützt der Hersteller nach eigenen Angaben ebenfalls.

Fazit: Smart Home aus China

Ist der Schalter erst einmal fachgerecht installiert, dann funktioniert das System einwandfrei. Doch bis zur Inbetriebnahme sind zu viele Dinge zu beachten: Ein zertifizierter Elektrohandwerker muss das Gerät installieren und sicherstellen, dass keine Gefahr für Dritte entsteht. Dieser Schalter ist nur etwas für Profis. Wer eine einfache Lösung zum Einstecken sucht, sollte lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen.

Haben Sie schon Erfahrungen mit dem Sonoff-System gemacht oder haben Sie eine Frage? Schreiben Sie uns auf Twitter!