Karl Klammer feiert Comeback

Oh nein, die verrückte Microsoft-Büroklammer ist zurück!

Jeder, der in den späten Neunzigern einen Windows-Rechner hatte, sollte ihn kennen: Karl Klammer.
Foto: Microsoft

Wer kennt sie nicht: Karl Klammer, die unbeliebteste Büroklammer der Welt, die bis 2004 Nutzern von Microsoft Word, Excel oder Outlook mit Rat und Tat zur Seite stand. Nun ist Karl zurück von den Toten – in Form einer Browser-Erweiterung.

Ach Karl, auch wenn du uns in den späten Neunzigern und frühen 2000ern oft mit deiner Besserwisserei genervt hast – irgendwie fehltest du uns, nachdem Microsoft dich 2004 aus seinen Programmen geschmissen hat.

Wie? Sie wissen noch immer nicht, wovon die Rede ist? Karl Klammer ist eine animierte kleine Büroklammer, die Microsoft in seinen Office-Programmen Word, Excel, PowerPoint und Outlook in den Versionen 97 bis 2003 (auf dem Mac bis Version 2004) als sogenannten „Büro-Assistenten“ eingebaut hat.

Karl tauchte meistens ungefragt unten am rechten Bildschirmrand auf und half (auch ungefragt) bei Problemen und gab Hinweise: Schrieb man in Word einen Text, meldete sich die kleine Klugscheißer-Klammer plötzlich aus dem Nichts zu Wort und fragte etwa, ob man Hilfe beim Schreiben eines Briefes bräuchte. Nein, danke! Wer die Hilfe nicht in Anspruch nehmen wollte, musste umständlich auf „Brief ohne Hilfe erstellen“ klicken. Erst dann verschwand Karl – zumindest ein paar Minuten lang, bis er wieder bei einem Problem helfen wollte, das es meist gar nicht gab.

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Karl ist ab sofort überall

Gute Nachrichten für die Handvoll Menschen, die Karl in den letzten Jahren vermisst haben – er ist wieder zurück! Zwar nicht bei Excel, Word & Co., allerdings als Erweiterung für Googles Browser Chrome. „Clippy Everywhere“ (Clippy ist der englische Name von Karl Klammer) bietet genau das, was der Name auch verspricht: Ist die Erweiterung aktiviert, taucht Karl Klammer auf jeder (!) Internetseite auf.

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Foto: TECHBOOK

Die Funktionen von früher beherrscht er allerdings nicht, wertvolle Tipps kann Karl nicht mehr geben – auch wenn er in der klassischen, gelben Sprechblase anbietet, Ihnen beim „Navigieren durch die Homepage“ zu helfen. Klickt man drauf, passiert aber nichts. Somit bleibt Karl Klammers Comeback eher blass, eine Eigenschaft hat er aber noch behalten: Nach wenigen Minuten mit wohligen Retro-Gefühlen fängt er schon wieder an zu nerven – und ist mit einem schnellen Klick auf die Browser-Erweiterung und auf „Aus Chrome entfernen“ auch schon wieder Geschichte. Machs gut, Karl – bis zum nächsten Mal!

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