Ohne Schnitte

Aus diesem überraschenden Grund sind Kinofilme im TV immer kürzer

Paar sitzt auf dem Sofa und sieht fern
Beim Fernsehabend zuhause sind Filme schneller vorbei als im Kino.
Foto: Getty Images

Werden Kinofilme im TV ausgestrahlt, sind sie oft einige Minuten kürzer. Das liegt jedoch nur selten daran, dass tatsächlich Szenen herausgeschnitten werden.

Laufen Filme im Fernsehen, die man bereits im Kino gesehen hat, kommen sie uns oft kürzer vor. Unser Gehirn spielt uns dabei keinen Streich: Kinofilme haben im TV tatsächlich eine kürzere Laufzeit. Während man nun zuerst vermuten würde, dass einzelne, eventuell unangebrachte Szenen einfach gestrichen werden, liegt das jedoch primär an einer technischen Eigenart.

Ausgerechnet Komiker und TV-Veteran Bastian Pastewka fiel kürzlich bei einem Hollywood-Blockbuster auf, dass dieser im Fernsehen im Vergleich zur offiziellen Kino-Version deutlich kürzer ist: Auf Twitter machte der 45-Jährige darauf aufmerksam, dass die Sendezeit von „James Bond 007: Skyfall” bei einer aktuellen Ausstrahlung im ZDF nur 130 statt 143 Minuten betrug. Wurden hier also Szenen gekürzt oder herausgeschnitten?

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Unterschiedliche Wiedergabestandards

ZDF-Redakteur Frank Baloch klärt in einem Antwort-Tweet an Pastewka auf und sagt: Nein! Kinofilme werden immer mit 24 Bildern (Frames) pro Sekunde gedreht, im deutschen Fernsehen wird jedoch traditionell mit 25 Bildern pro Sekunde gesendet. Dadurch, dass pro Sekunde ein Bild mehr gezeigt wird, wird der Film sozusagen „beschleunigt” und die Gesamtlaufzeit verringert sich um vier Prozent – bei abendfüllenden Spielfilmen kann das zu einer Differenz von mehreren Minuten führen. Weitere Laufzeitunterschiede können daraus entstehen, dass der Abspann gekürzt wird.

Grund für diese Laufzeitverkürzung ist die in Europa verbreitete PAL-Farbübertragung, die standardmäßig 25 Bilder pro Sekunde zeigt. In den USA wird hingegen das NTSC-Farbübertragungssystem benutzt, das mit knapp 30 Bildern pro Sekunde aber ebenfalls nicht dem Kino-Standard entspricht. Dort müssen Kinofilme aufgrund der großen Bilder-Differenz mittels eines komplizierten Verfahrens für die TV-Ausstrahlung umgewandelt werden.

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