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DHDL: So ging es mit Gearflix nach der Sendung weiter

„Die Höhle der Löwen“

Online-Mietportal Gearflix – so ging es nach der Sendung weiter

Über die Plattform Gearflix müssen Nutzer neueste Technik wie Kameras und Drohnen nicht mehr kaufen, sondern können sie ganz flexibel mieten. Reicht das Konzept für einen Deal bei der „Höhle der Löwen“?

Einige Momente im Leben möchte man nicht nur erleben, sondern gerne auch dauerhaft festhalten. Häufig fehlt dafür die entsprechende Technik. Der Gründer Marius Hamer möchte das mit Gearflix ändern und es Nutzern ermöglichen, Technik zum günstigen Preis zu mieten. Sein Geschäftsmodell stellt er in der Höhle der Löwen vor.

Teure Geräte flexibel mieten

In allen Belangen rund um das Thema Kamera ist Hamer aus Bochum ein echter Experte. Seit mehr als 100 Jahren ist seine Familie im Fotogeschäft, betreibt im Ruhrgebiet mehrere Läden. In der langen Geschichte des Familienunternehmens sei eines aber immer gleich geblieben: „Man kauft eine Kamera oder eine Drohne meist für einen besonderen Anlass, wie beispielsweise einen Urlaub. Während einer kurzen Zeit nutzt man das Gerät dann intensiv, später nur noch selten.“ Damit die teuren Geräte nicht einfach nur im Regal verstauben, entwickelte Hamer das Konzept für Gearflix. Auf einer entsprechenden Internetseite hat der Kunde die Möglichkeit aus mehr als 1000 Technikprodukten zu wählen und kann diese, wie Hamer sagt, „flixen“.

„Alle angesagten Kameras, Drohnen, Actioncams und Gadgets liefern wir pünktlich zu einem Wunschtermin zum Kunden nach Hause. Das passende Zubehör wie Speicherkarte und Tasche ist gleich mit dabei“, sagt Marius Hamer zu TECHBOOK. Für ein Gerät zahlt der Kunde zwischen zwei und fünf Prozent des Kaufpreises pro Woche. Und es gilt das Prinzip: Je länger der Kunde ein Gerät behält, desto günstiger wird der Mietpreis. Nicht online kann Technik-Equipment gemietet werden, auch offline können Kunden die Technik mieten. Am Düsseldorfer Flughafen gibt es zum Beispiel ein Geschäft von Gearflix.

„Ich liebe die Show“

Der Gründer selbst ist schon lange Fan der Show „Die Höhle der Löwen“. „Ich liebe die Show und schaue sie schon seit der ersten Staffel. Daher ist mir bewusst, welche Strahlkraft sie hat“, sagt Hamer. Als Fan der ersten Stunde der Sendung weiß er, worauf es ankommt: der perfekte Pitch. Auf diesen hat er sich genau vorbereitet. „Schlussendlich habe ich mich dafür entschieden, unser Konzept in drei typischen Szenarien zu präsentieren: Ein Taucher flixt eine GoPro, eine Braut mehrere Sofortbildkameras für ihre Hochzeit und ein Safarimann eine Profi-Kamera und ein Fernglas“, erklärt Hamer seinen Pitch.

Um die Internetseite zu überarbeiten und das Wachstum im E-Commerce-Bereich zu fördern, erhoffte sich Marius Hamer ein Investement von 300.000 Euro für zehn Prozent der Anteile am Unternehmen.

So lief der Pitch

Direkt nach der Präsentation interessiert sich Unternehmer Georg Kofler für die Internetseite des Unternehmens. Frank Thelen mag das Thema Sharing Economy, stellt aber fest, dass bisher keines der Konzepte finanziell funktionieren würde. „Daraus ein profitables Geschäft zu machen, ist extrem kapitalintensiv“, sagt Thelen. Hamer versuchte die Skepsis des Unternehmers zu beseitigen, erklärte, dass Gearflix bereits profitabel sei.

Löwin Dagmar Wöhrl spricht Hamer auf Wettbewerber an, die ebenfalls Technik vermieten. Gearflix sei Teil eines Familienunternehmens und deshalb könne Hamer die Technik zu einem besseren Preis erwerben. Diese Struktur hätte kein anderer Wettbewerber auf dem Markt. Zwar zeigen die Löwen durchaus Interesse an dem Geschäftsmodell, aber auch nach ausführlicher Skizze des Businessplans bleiben Zweifel am Erfolg des Vorhabens.

„Bei mir schlagen zwei Herzen in der Brust“, sagt Ralf Dümmel. Ihm gefällt das Leihkonzept und er ist vom Gründer überzeugt. Aber er sieht sich nicht als richtigen Partner und steigt aus. Gründer Marius Hamer kämpfe wie ein Löwe, bescheinigt ihm Carsten Maschmeyer. Dennoch möchte er nicht investieren. Wöhrl will ebenfalls keinen Deal eingehen, weil sie Konkurrenz auf dem Markt fürchtet.

„Mir gefällt Ihre Idee schon“, sagt Löwe Kofler. Er hat großes Interesse, findet die Bewertung von Hamer allerdings zu hoch und will deshalb nicht investieren. Ein Deal kommt also nicht zustande. „Ich hätte mir natürlich auch Zuspruch durch die Investoren gewünscht, bin jedoch auch so sehr zufrieden mit dem Ausgang. Gearflix werden wir auch ohne Beteiligungskapital weiter entwickeln, nur möglicherweise etwas langsamer“, sagt Hamer zu TECHBOOK.

Wie es nach der Aufzeichnung weiterging

Inzwischen sei er aber auch ganz froh, dass das Unternehmen weiterhin in der Hand der Familie bleibe. Von seiner Idee ist er weiterhin überzeugt: „Ich denke wir sind damit auf dem richtigen Weg und verfolgen weiterhin unsere Vision, dass „flixen“ die beste Methode wird, immer die neuste und beste Technik zu nutzen. Nun bin ich gespannt, wie viele neue Kunden wir durch die Ausstrahlung gewinnen und von Gearflix überzeugen können“, sagt Hamer. Nach der Aufzeichnung der Sendung hat Hamer weiter investiert. Er hat neue Mitarbeiter eingestellt, die Internetseite erneuert und das Lager aufgestockt.

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