17. Oktober 2025, 16:03 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Das WLAN kann als Spion genutzt werden, wie eine neue Untersuchung ergeben hat. Dafür ist noch nicht einmal Spezialtechnik oder eine Kamera notwendig.
Die Sicherheit von kabellosen Netzwerken gerät zunehmend in den Fokus, da neue Untersuchungen zeigen, wie einfach man sie zur Überwachung ausnutzen können. Eine aktuelle Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) offenbart, dass mit wenig technischem Aufwand Personen in einem Raum identifiziert werden können. Diese Erkenntnisse werfen Fragen zur Privatsphäre auf und fordern Schutzmaßnahmen.
WLAN als Spion
Router und Smartphones kommunizieren kontinuierlich, um ihre Verbindung zu optimieren. Dabei senden sie sogenannte Beamforming-Daten, die unverschlüsselt sind. Ein KI-System kann diese Daten verwenden, um Funkwellen im Raum zu analysieren und eine Art Schattenbild zu erzeugen, das Personen unterscheidbar macht. Auf die Weise macht das System das WLAN zum Spion.
In einem Test mit 197 Teilnehmern erreichten die Forscher eine fast hundertprozentige Erkennungsrate. Thorsten Strufe vom KIT erläutert: „Es reicht, wenn irgendwo ein aktives WLAN-Gerät ist.“ Dadurch könnte theoretisch jeder Router zur Überwachungsquelle werden.
Herausforderungen für die Privatsphäre
Besonders besorgniserregend ist, dass für diese Technik keine teure Spezial-Hardware erforderlich ist. Bereits handelsübliche Router und Laptops genügen, um die notwendigen Daten zu erzeugen und zu empfangen. Dies macht die Methode schwer zu entdecken und zu stoppen.
Um die Privatsphäre zu schützen, fordern die Forscher vom KIT die Einführung neuer WLAN-Standards mit Schutzmechanismen. Diese könnten Verschlüsselung oder Einschränkungen bei ungeschützten Rückmeldedaten umfassen, um eine unbemerkte Überwachung zu verhindern.