30. Oktober 2025, 10:03 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Eine neue Studie zeigt deutliche Lücken im deutschen Mobilfunknetz. Besonders in Süddeutschland bleibt der Ausbau weiter hinter den Erwartungen zurück. Trotz hoher Investitionen sind viele Regionen noch immer nicht ausreichend versorgt.
Trotz milliardenschwerer Ausgaben für den Netzausbau reißt die Diskussion über Funklöcher in Deutschland nicht ab. Autofahrer verlieren unterwegs den Empfang, in Dörfern ist das mobile Internet oft langsam, und auch auf Bahnstrecken treten Verbindungsabbrüche auf. Zwar wurde die Netzabdeckung in den vergangenen Jahren verbessert, doch von einer flächendeckenden Versorgung kann keine Rede sein. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS).
Tausende Funklöcher in Deutschland
Insgesamt existieren laut Studie noch rund 23.500 sogenannte weiße Flecken mit einer Gesamtfläche von 7518 Quadratkilometern. Das entspricht etwa der Hälfte der Fläche Schleswig-Holsteins. Die Lücken liegen vor allem in dünn besiedelten oder topografisch schwierigen Regionen. Als unterversorgt gelten Gebiete, in denen weder eine stabile Sprachverbindung noch eine Datennutzung im LTE-Standard möglich ist.
Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Die größten Flächen ohne ausreichende Mobilfunkabdeckung verzeichnet Bayern mit rund 2293 Quadratkilometern. Dahinter folgen Baden-Württemberg mit etwa 1111 und Hessen mit rund 669 Quadratkilometern. Thüringen liegt mit gut 532 Quadratkilometern im Mittelfeld, weist aber für seine Größe eine besonders hohe Dichte unversorgter Gebiete auf. Ähnliche strukturelle Probleme gibt es auch in Rheinland-Pfalz.
Topografie bremst den Mobilfunkausbau
Die größten Funklöcher finden sich somit vor allem in west- und süddeutschen Bundesländern. Laut Studie liegt das vor allem an der dortigen Topografie mit Mittelgebirgen, dichter Bewaldung und zahlreichen Naturschutzgebieten, in denen der Bau neuer Masten nur eingeschränkt möglich ist. Trotz hoher Investitionen bleibt die flächendeckende Mobilfunkabdeckung in Deutschland also weiterhin ein unerreichtes Ziel.
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) sieht in den Ergebnissen der Untersuchung vor allem einen klaren Handlungsauftrag. „Die vorliegende Studie liefert eine fundierte Datengrundlage, die uns hilft, Versorgungslücken besser zu priorisieren, gezielter zu schließen und den Netzausbau messbar voranzubringen“, sagte er laut „Heise“. Offen bleibt laut Ministerium jedoch, ob für diese Ziele neue Förderinstrumente erforderlich sind.