Datenkrake enttarnt

Dieses Tool verrät, was Facebook über Sie weiß

Daten sammeln - das läuft bei Facebook im Hintergrund. Da fragt sich mancher, was das Netzwerk alles über einen speichert? Die Antwort kann eine kostenlose Browser-Erweiterung für Google Chrome geben.

Dass Facebook alle möglichen Daten über die Gewohnheiten und Vorlieben seiner Nutzer sammelt, dürfte für viele kein Geheimnis sein. Was genau allerdings, wissen die meisten nicht.

Facebook bietet zwar eine Möglichkeit zur Daten-Einsicht an – sie ist aber recht kompliziert und wenig aufschlussreich. Schneller geht es mit einer Erweiterung für den Chrome-Browser: „What Facebook thinks you like“ heißt das kleine Programm der US-Stiftung Pro Publica.

Unkompliziert einsehen, welche Daten Facebook sammelt

Loggt man sich nach der Installation bei Facebook ein und startet das Programm, listet es die von Facebook gesammelten Interessen auf. Darunter fallen unter anderem Seiten von Personen oder Gruppen, die man mit „Gefällt mir“ markiert hat, aber auch Kategorien, die Facebook selber festlegt. Etwa „Vielreisender“ für Menschen, die sich häufig aus verschiedenen Ländern einwählen. Die Erweiterung erlaubt auch, die Relevanz der angezeigten Kategorien zu bewerten.

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Das klappte in einem kleinen Praxis-Test ganz gut: Das Programm zeigte, wie Facebook den Nutzer einstuft – anhand Likes, Klicks auf Werbebanner oder auch installierten Apps auf dem Handy, die Zugriff auf Facebook haben. Daraus ergibt sich tatsächlich ein recht stimmiges Bild von den eigenen Vorlieben, bei Musik, Essen oder Reisen liegt Facebook also häufig richtig. Nur in wenigen greifen Mark Zuckerberg & Co. daneben: Ich soll Fan vom holländischen Club PSV Eindhoven sein? Ähh …

Ist die App selbst auch eine Datenkrake?

Laut der Beschreibung von „What Facebook thinks you like“ holt sich die Erweiterung die persönlichen Daten aus dem Facebook-Profil, ordnen diese aber keiner konkreten Person zu oder geben Infos an die Werbeindustrie weiter. Wie vertrauenswürdig ist diese Quelle? Pro Publica ist eine nicht profitorientierte, als seriös einzustufende Journalismusinitiative aus den USA, die mehrfach den Pulitzer-Preis gewann.

Ziel des Programms sei es, mehr Einblicke in die Datensammlungen durch Firmen wie Facebook zu gewinnen – denn alle Daten können auch von Facebooks Tochter-Unternehmen WhatsApp, Oculus oder Instagram eingesehen werden.