Neuer Malwarebytes-Report

Macs sind fast doppelt so häufig Ziel von Cyberattacken wie Windows-PCs

Mann öffnet Laptop
Macs sind zwar gut vor Malware geschützt, aber andere Arten von Cyberangriffen setzen ihnen zu
Foto: Getty Images

Macs galten bislang bei Nutzern als extrem sicher vor Virenangriffen. Doch immer mehr Cyberattacken kommen über Kanäle, vor denen auch Macs nicht ausreichend geschützt sind.

2019 hat Mac erstmals Windows überholt, was die Anzahl der Sicherheitsbedrohungen pro Endgerät angeht. Vor allem Adware ist das Problem, so ein Report von Malwarebyte. Dabei gehen Adware-Angreifer immer aggressiver vor. 2019 wurden 24 Millionen Adware-Erkennungen auf Windows und 30 Millionen auf Mac verzeichnet. Die Top 3 der bösartigen Bedrohungen für Verbraucher gehören demnach zur Adware-Familie und auch bei Unternehmen ist Adware die Bedrohung Nummer eins. Auf Macs machte das Adware-Programm „NewTab“ allein 28 Millionen erkannte Bedrohungen aus.

Zahl der Angriff fast verzweineinhalbfacht

Malwarebytes Antivirus-Programm verzeichnete einen Anstieg an Gefährdungen für Macs von 400 Prozent im vergangenen Jahr. Ein großer Teil ist darauf zurückzuführen, dass immer mehr Mac-Nutzer Malwarebyte-Software nutzen. Doch das ist nur die halbe Geschichte.

Eine Erklärung dafür ist vermutlich, dass der Marktanteil von Mac im vergangenen Jahr gestiegen ist. Im Vergleich zu Dezember 2018 hat sich der Anteil laut Statcounter von 12,33 Prozent auf 16,46 Prozent im Dezember 2019 erhöht. Damit wird Mac immer attraktiver für Cyberkriminelle – ein Problem, das Windows mit seinen über 75 Prozent Marktanteil schon lange hat. Außerdem ist der Virenschutz in macOS zwar hervorragend – klassische Malware, die sich über Desktop-Anwendungen einschleichen will, hat fast keine Chance, wenn der Nutzer keine unnötigen Risiken eingeht. Deutlich weniger geschützt sind Macs jedoch vor Adware-Angriffen. 2019 ist auch das erste Jahr, in dem Mac-Bedrohungen an die Spitze aller Erkennungen durch Malwarebyte gestiegen sind. Es handelt sich um die Schadsoftware NewTab und PCVARK, die plattformübergreifend auf dem zweiten und dritten Platz gelandet sind.

Bedrohungserkennung 2018-2019 auf Mac und Windows

Bedrohungserkennung 2018-2019 pro Endgerät | Foto: Malwarebytes Labs

Vor allem Adware treibt die Zahlen

Mac unterscheidet sich grundlegend in der Art der Bedrohung. Während Windows besonders unter klassischer Malware leidet, ist Mac vor allem durch immer weiter verbreitete Adware-Angriffe gefährdet. Aber auch potenziell ungewollte Programme (PUP), bei denen es sich nicht zwangsläufig um Malware handelt, sind häufig von Malwarebyte auf Mac entdeckt worden. PUP sind etwa die weit verbreiteten „Cleaner“-Programme, die versprechen, Speicher und RAM freizugeben, potenziell aber mehr Schaden anrichten können, als dass sie helfen. Dazu gehören die Programme „MacKeeper“ und „MacBooster“, die auf den dritten und fünften Platz der Bedrohungen für Mac 2019 gefallen sind.

Unter Adware versteht man prinzipiell Software, die Online-Werbung generiert und dem Entwickler damit Geld bringt. Während es zwar auch legitime Formen von Adware gibt, zielt der überragende Anteil darauf ab, den Nutzer zu stören. Adware legt sich oft über im Browser geöffnete Seiten und zeigt dann neue Seiten oder Pop-ups an, die gar nicht oder nur schwer geschlossen werden können. Oft sind die Inhalte vermeintliche Gewinnspiele oder Geschenke. Früher wurden durch solche Adware oft die nervigen Such- oder Tool-Leisten im Browser installiert. Adware ist jedoch nicht nur für Mac ein Problem. Windows verzeichnet ebenfalls einen Anstieg der Erkennungen um 13 Prozent bei Verbrauchern und satten 463 Prozent bei Unternehmen. 7 von 10 Bedrohungen für Windows-Rechner sind Adware, der Rest sind noch gefährlichere Trojaner.

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Auch Macs nicht ausreichend geschützt

Auch wenn Adware und PUP nicht so gefährlich wie traditionelle Malware sind, zeigt der rasante Anstieg in der Zahl der Angriffe, dass die Cyberkriminellen dahinter immer aggressiver werden. Die alte Weisheit, dass Macs gegen Viren geschützt seien, greift daher nicht mehr. Zwar schraubt Apple auch an der Sicherheit seines eigenen Safari-Browsers, doch das Fenster ins Internet ist deutlich schwerer zu sichern als das Betriebssystem. Außerdem benutzen viele Mac-Besitzer alternative Browser, sei es aufgrund der zusätzlichen Funktionen oder weil es Voraussetzung für den Job ist.