Kampf gegen Fake News

WhatsApp schränkt Weiterleiten-Funktion auf 5 Empfänger ein

Weiterleiten-Funktion WhatsApp
Nachrichten können jetzt nur noch an maximal fünf Kontakte weitergeleitet werden
Foto: TECHBOOK

Nach Vorfällen in mehreren Ländern will WhatsApp „Fake News“ den Riegel vorschieben. Nachrichten können bald nur noch an fünf Kontakte weitergeleitet werden.

Die Weiterleiten-Funktion des WhatsApp-Messengers wurde eingeschränkt! Bislang waren nur Beta-Tester betroffen, nun wurde die Änderung mit einem Update an alle Nutzer ausgerollt.

Weiterleiten-Limit als Reaktion auf Missbrauch in Indien

WhatsApp machte in letzter Zeit schlechte Schlagzeilen, da der Messenger vornehmlich in Indien aber auch anderen Länder wie etwa Brasilien für die Verbreitung von „Fake News“ missbraucht wurde. In Indien sind laut BBC sogar mehrere Menschen der Lynchjustiz durch den Mob zum Opfer gefallen, da gefälschte Meldungen über WhatsApp verbreitet wurden, die sie als Kinderschänder und Organhändler brandmarkten. WhatsApp hat mittlerweile sogar eine Zeitungskampagne gestartet, um das Problem einzudämmen. In Brasilien gingen im Vorlauf der Präsidentschaftswahl gefälschte Nachrichten um, die die Wähler dazu bringen sollte, ihre Stimme für rechtskonservativen Jair Bolsanaro abzugeben, wie die New York Times berichtet.

Nun versucht WhatsApp das Fake-News-Problem weiter einzuschränken. Die Anzahl an Personen, an die Nachrichten, Bilder, GIFs und Links weitergeleitet werden können, wird von 20 auf maximal fünf reduziert:

Änderung jetzt weltweit eingeführt

In Indien wurde das Limit zuerst umgesetzt, in Deutschland hingegen waren vorerst nur Beta-Tester ab App-Version 2.18.385 davon betroffen. Nutzer mit der Version 2.18.380 oder früher konnten weiterhin Nachrichten und andere Inhalte an bis zu 20 Personen weiterleiten. Mit dem offiziellen Update auf Version 2.19.14 vom 19. Januar ist das nun nicht mehr möglich.

Während man sich in Europa weniger um „Fake News“ bei WhatsApp Sorgen machen muss, bedeutet das Limit auch eine Einschränkung der Kettenbrief-Problematik. Vor allem die jüngeren WhatsApp-Nutzer können leicht von den Mutproben und anderen gefährlichen Inhalten, die massenweise weitergeleitet werden, beeinflusst werden, wie der Selbstmord eines 14-Jährigen Franzosen jüngst gezeigt hat.

Auch interessantWhatsApp ist NICHT alternativlos

Themen