„Die Höhle der Löwen“

Das taugt die „Finanzguru“-App wirklich

Die Zwillinge Alexander und Benjamin Michel stellen den Löwen ihre App „Finanzguru“ vor. TECHBOOK erklärt, was die Finanz-App wirklich kann.

Miete, Gehalt, Daueraufträge – bei all den Ein- und Ausnahmen ist es oft nicht so einfach, den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten. Das wollen die beiden Gründer-Zwillinge Alexander und Benjamin Michel ändern und haben deshalb die Finanz-App „Finanzguru“ entwickelt. Sie hoffen in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ auf ein Investment.

Schon in der Kindheit war bei den zweieiigen Zwillingen der Unternehmergeist geweckt. In der Schule haben sie Eis aus dem Supermarkt an ihre Schüler zu einem höheren Preis weiterverkauft und auf diese Weise das eigene Taschengeld aufgebessert. Für Geld interessierten sie sich auch noch nach der Schule. Beide haben BWL studiert und nach dem Studium in Banken gearbeitet. Für Ihre eigene Finanz-App sind die Zwillinge in die Finanzstadt Frankfurt am Main gezogen. Auch wenn das für die Gründer nicht ganz einfach ist, denn das Start-up kann in puncto Gehalt bei den eigenen Mitarbeitern nur schwer gegen die hohen Gehälter von Banken konkurrieren.

Die User der App würden vor allem die radikale Einfachheit lieben. „Ohne eigenes Hinzutun des Kunden, hilft Finanzguru Verträge und Finanzen bequem zu verwalten“, sagt Alexander Michel gegenüber TECHBOOK. Nutzer der App können Banking, Sparen und Verträge verwalten. Einzige Voraussetzung für die App: ein Online-Banking-Konto.

Wie die App funktioniert

Ist dies vorhanden, können sich Nutzer mit ihrem Online-Banking-Konto in der kostenlosen App anmelden. „Finanzguru“ scannt anschließend die Bankbuchungen und zeigt diese in der App an. Die App erstellt automatisch eine Übersicht über die Konten und Verträge des Nutzers. Außerdem wird dem Nutzer angezeigt, bei welchen Verträgen es Sparpotenzial gibt. „Zudem berechnet Finanzguru anhand der Ein- und Ausgaben in Echtzeit das frei verfügbare Einkommen. Sogar kommende Buchungen der Vertragspartner des Nutzers werden dabei berücksichtigt“, sagt Alexander Michel. Eine große Besonderheit stellt sicherlich die direkte Kündigungsfunktion von Verträgen in der App. „So werden das jahrelang bezahlte und nicht genutzte Abo für den Fitness-Club oder ähnliche überflüssige Ausgaben in Sekundenschnelle zum aktiven Gewinn für den Geldbeutel“, erklärt Alexander Michel.

Im TECHBOOK-Test

Die App wird von den Usern sehr gut bewertet. TECHBOOK hat Finanzguru getestet und geschaut, wie gut sie wirklich funktioniert. Positiv fällt auf den ersten Blick die Optik auf. Die einzlenen Einnahmen und Ausgaben sind visuell gut dargestellt, Firmen und Unternehmen mit entsprechendem Logo leicht zu erkennen. Die App schafft es durchaus sinnvoll die eigenen Finanzen zu strukturieren und gut darzustellen.

Leider stören uns als Nutzer Empfehlungen wie etwa eine Versicherung für einen Mietwagen abzuschließen oder den eigenen Stromanbieter zu wechseln. Auch stimmt die Zuordnung der Fixkosten nicht immer überein. So zählt die App Daueraufträge des Girokonten automatisch zu den Fixkosten, auch wenn diese nicht zu diesen gehören. Der Nutzer muss Daueraufträge deshalb mühsam einzeln von den Fixkosten ausschließen. Außerdem wurden in unserem Test der App auch andere Beträge wie zum Beispiel Einnahmen auf dem Konto als Vertrag gelistet.

TECHBOOK meint


„Insgesamt ist die App sehr übersichtlich und hilfreich, um die eigenen Finanzen zu steuern, weißt aber einige Nachteile wie unkorrekte Zuordnungen auf. Ein großer Pluspunkt in der App: Der Nutzer kann Verträge in der App ganz bequem kündigen.“ – Philippe Fischer, Redakteur

Ansprechende Optik, einfache Einrichtung Falsche Zuordnung von Umsätzen, unnötige Tipps

Die Stiftung Warentest hat vor einiger Zeit andere Banking-Apps getestet. Das Ergebnis lesen Sie hier:

Das sind die besten Banking-Apps

„Wir haben uns natürlich sehr viele Folgen aus den letzten Staffeln angeschaut. Uns ist bewusst, dass wir mit einem sehr ambitionierten Ziel in die Höhle gehen und haben uns daher besonders intensiv auf kritische Fragen vorbereitet und wollten für alles eine Antwort parat haben“, sagt Benjamin Michel.

Vor dem Pitch seien die beiden Gründer aufgeregt gewesen. „Aber ein bisschen Lampenfieber gehört zu jedem guten Pitch dazu und hat uns geholfen, uns voll und ganz auf diese besondere Situation einzustellen und das Beste zu geben“, sagt Benjamin Michel.

Geld, Expertise und starke Partner erhoffen Sie sich von ihrem Pitch in der Höhle und wollen für ein Investment von einer Million zehn Prozent der Anteile an ihrem Unternehmen abgeben.

„Ihr Jungs, ihr druckt Geld“

Unternehmer Frank Thelen interessiert sich vor allem für die Technik hinter der App. Dagmar Wöhrl wird das schnell zu technisch, sie wünscht sich eine einfache Erklärung. Carsten Maschmeyer scheint zu Beginn wenig beeindruckt, fragt: „Was können Sie, was die anderen nicht können?“ Die Gründer erklären noch einmal die Einzigartigkeit zum Beispiel erwartete Buchungen anzuzeigen.

Löwin Wöhrl will wissen, wie die App Geld verdient. Über Mehrwertangebote von Partnern wie Angebote von einem Vergleichsportal soll Geld in die Kasse der Gründer kommen. Dagmar Wöhrl befürchtet eine Weitergabe von Daten an Dritte. Der Nutzer hätte die gesamte Zeit die Macht über die Daten, die er weitergibt, erklären die Zwillinge.

„Ihr Jungs, ihr druckt Geld“, sagt Thelen. Er zeigt sich begeistert von dem Konzept, findet es dennoch problematisch, dass mit den Daten der Kunden gehandelt würde. „Datenschutz und Sicherheit sind für uns ganz wichtig“, betonen die Gründer. Wöhrl fühlt sich bei dem Gedanken dennoch unwohl und steigt als erstes aus dem Deal aus.

Judith Williams sieht sich nicht als Expertin auf dem Gebiet, will ebenfalls nicht investieren. „Ich bin oftmals kreativ, aber da fehlt mir der Gedanke, wie wir jetzt im Handel ‚Finanzguru‘ verkaufen“, begründet Ralf Dümmel seinen Ausstieg aus dem Deal. Obwohl Frank Thelen die App sehr gut findet, sieht er die Wachstumsmöglichkeiten sehr begrenzt. Da die Deutsche Bank mit an Bord der App sei, will Frank Thelen kein Geld geben.

Übrig bleibt nur noch Carsten Maschmeyer. Er möchte Alexander und Benjamin Michel als Mentor zur Verfügung stehen, aber mehr Anteile an der App haben. Am Ende einigen sich beide Seiten auf 15 Prozent Anteile an dem Unternehmen für eine Millionen Euro Investment.

Das Urteil der beiden Gründer nach ihrem Auftritt in der Höhle der Löwen: „Wir können nicht nur mit dem neu gewonnen Kapital unser Nutzerwachstum weiter beschleunigen, sondern auch von seinem sehr starken Netzwerk profitieren. Gerade bei der Weiterentwicklung unseres Produktes können Herr Maschmeyer und sein Team uns hilfreiche Türen öffnen“ sagte Alexander Michel zu TECHBOOK.

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