Die spielerische Gefahr

Diese 43 Disney-Apps sollen angeblich Kinder ausspionieren

Spiele sind ihr größtes Hobby: Kinder könnten von Apps des Konzerns Disney auf dem Handy ausgespäht worden sein.
Spiele sind ihr größtes Hobby: Kinder könnten von Apps des Konzerns Disney auf dem Handy ausgespäht worden sein.
Foto: Getty Images

Es klingt einfach unfassbar: Der Medienkonzern Disney, der eigentlich Kinderaugen unter anderem mit Filmen zum Leuchten bringen soll, hat wohl seine kleinste Fans ausgespäht. Über Spiele auf dem Handy sollen Daten gesammelt und anschließend entsprechende Werbung geschaltet worden sein, berichtet die amerikanische Zeitung The Washington Post.

Einem Bericht der Zeitung Washington Post zufolge sammelte „The Walt Disney Co.“ heimlich persönliche Informationen über junge Kunden und soll diese Daten anschließend mit Werbekunden – wohlgemerkt ohne die Zustimmung der Eltern – geteilt haben. Dies gehe aus einer Bundesklage hervor, die in der vergangenen Woche in Kalifornien eingereicht wurde. 

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Viele der Disney-Apps sind bei Kindern sehr beliebt. So wurde zum Beispiel die App „Wo ist mein Wasser? 2“ bereits mehr als 100 Millionen, „Moana Island Life“ mehr als eine Millionen mal installiert. Die Klage zielt auf Disney und drei weitere Software-Unternehmen (Upsight, Unity und Kochava) ab. In der Klage wird behauptet, dass die Apps gegen das Gesetz verstoßen und mit dem Sammeln der Daten von unter 13-Jährigen eine Art „kommerzielle Ausbeutung“ betreiben würden. 

Die Kläger hoffen darauf, eine einstweilige Verfügung gegen die Unternehmen zu erwirken, damit es nicht ohne die Zustimmung der Eltern Daten der Kinder sammeln darf. Die Daten werden dann wohl für kommerzielle Zwecke von dem Unternehmen genutzt und aus den Informationen Werbung geschaltet.

Disney sollte nicht mit solchen Software-Entwicklungsfirmen arbeiten, meint Jeffrey Chester, der Direktor des Zentrums für digitale Demokratie. Das seien Technologien, deren Aufgabe es sei, Einzelpersonen auszuspähen, um diese Informationen letztlich zu monetarisieren. „Das sollte nicht Bestandteil von Apps für Kleinkinder sein“, sagte Chester der Washington Post

Disney äußerte, strenge Richtlinien für die eigenen Apps zu pflegen.

Nicht zum ersten Mal

Es ist nicht neu, dass Disney einen Rechtsstreit aufgrund so einer Angelegenheit hat. Bereits vor sechs Jahren wurde eine Tochtergesellschaft des Unternehmens mit einer Strafe von drei Millionen US-Dollar wegen eines solchen Vergehens bestraft. Damals habe die Tochtergesellschaft Playdom Mail-Adressen, das Alter sowie weitere freiwillige Angaben, die Kinder im Rahmen von Online-Spielen auf ihren Profilen angegeben hatten, verwendet.

Diese Apps waren wohl betroffen

Hier die Liste mit den Apps, die Disney wohl genutzt haben soll, um die Kinder auszuspionieren:

AvengersNet

Beauty and the Beast

Perfect Match

Cars Lightening League

Club Penguin Island

Color by Disney

Disney Color and Play

Disney Crossy Road

Disney Dream Treats

Disney Emoji Blitz

Disney Gif

Disney Jigsaw Puzzle!

Disney LOL

Disney Princess: Story Theater

Disney Store Become

Disney Story Central

Disney’s Magic Timer by Oral-B

Disney Princess: Charmed Adventures

Dodo Pop

Disney Build It Frozen

DuckTales: Remastered

Frozen Free Fall

Frozen Free Fall: Icy Shot

Good Dinosaur Storybook Deluxe

Inside Out Thought Bubbles

Maleficent Free Fall

Miles from Tomorrowland: Missions

Moana Island Life

Olaf’s Adventures

Palace Pets in Whisker Haven

Sofia the First Color and Play

Sofia the First Secret Library

Star Wars: Puzzle DroidsTM

Star WarsTM: Commander

Temple Run: Oz

Temple Run: Brave

The Lion Guard

Toy Story: Story Theater

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