Weniger Verschwendung

Diese Apps helfen Ihnen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen

Mülltonne voller Lebensmittel
Weltweit werden viele Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch nicht verdorben sind
Foto: Getty Images

Weltweit werden Lebensmittel weggeworfen, obwohl sie noch nicht verdorben sind. Doch dagegen können Nutzer etwas tun – auf Wunsch auch mithilfe von Apps. Sie helfen ihnen dabei, den Zustand von Lebensmitteln abseits des Mindesthaltbarkeitsdatums besser einschätzen zu können, geben Tipps für Rezepte und dienen Händlern als Verkaufsplattform für übriggebliebene Lebensmittel. TECHBOOK stellt einige dieser Apps vor.

 Dabei sind die Produkte oftmals noch genießbar. Vor allem Verderbliches wie Obst und Gemüse, Fleisch, aber auch Milch, Quark und Joghurt landen häufig in der Tonne – oftmals einfach durch Unwissenheit und Unsicherheit der Konsumenten. Den die Bedeutung des Mindesthaltbarkeitsdatum ist nicht jedem bekannt.

Was bedeutet das Mindesthaltbarkeitsdatum?

Das MHD, das auf jedem Lebensmittel aufgedruckt ist, gibt an, wie lange das Produkt bei fachgerechter Lagerung mindestens haltbar sein muss. Bis zu diesem Datum ist somit der einwandfreie Zustand garantiert. Doch auch über das MHD hinaus sind Lebensmittel oftmals noch genießbar. Prüfen können Konsumenten das ganz einfach über Aussehen, Textur und Geruch.

Doch leider schauen viele Nutzer nicht auf den tatsächlichen Zustand der Waren und schmeißen abgelaufene Produkte aus Angst um ihre Gesundheit weg. Aber es regt sich Widerstand gegen derartige Lebensmittel-Verschwendung.

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Mit Apps gegen Lebensmittel-Verschwendung

Too Good to Go

Mittlerweile gibt es spezielle Supermärkte, die abgelaufene, aber noch gute Lebensmittel vergünstigt verkaufen. Auch Bäcker, Imbisse oder Obsthändler möchten übriggebliebene Waren immer häufiger vor der Mülltonne retten und schnüren zum Feierabend Pakete, die sie günstig anbieten.

Finden lassen sich derartige Händler und Angebote beispielsweise per App. Ein Beispiel für eine solche Anwendung ist „Too Good to Go“. Die App gibt es kostenfrei für Android und iOS. Mit ihr erfahren Nutzer, welche Läden in der Umgebung übriggebliebene Lebensmittel vergünstigt anbieten. Die Mahlzeiten lassen sich in einem vom Händler festgelegten Zeitpunkt – oftmals abends zum Feierabend – abholen.

An der Lebensmittelretter-Aktion nehmen Restaurants, Bäckereien, Supermärkte sowie Hotels teil. Die Produkte bzw. Lebensmittel-Pakete kosten nicht mehr als 3,90 Euro und werden verkauft, solange der Vorrat reicht.

Zu gut für die Tonne

Manchmal lagern aber auch zuhause Lebensmittel, die verbraucht werden müssen, bevor sie verderben. Im Rahmen der Kampagne „Zu gut für die Tonne“ wurde eine Lösung für dieses Reste-Problem entwickelt. Die gleichnamige App bietet Konsumenten Zugriff auf über 550 Rezepte von Sterneköchen und prominenten Kochpaten wie Sarah Wiener, Johann Lafer und Daniel Brühl.

Nutzer geben einfach die Zutaten ein, die sie noch zuhause haben und bekommen passende Vorschläge für Gerichte angezeigt, die diese beinhalten. Fehlen noch Zutaten, können sie auf die Einkaufsliste gesetzt werden. Zudem informiert ein Lebensmittel-Lexikon über die richtige Lagerung und die Haltbarkeit der Produkte. Die App „Zu gut für die Tonne“ gibt es kostenlos für Android und iOS. Sie wurde von der Bundesernährungsministerin Julia Klöckner am 3. April 2019 mit dem Zu gut für die Tonne! – Bundespreis 2019 in Berlin verliehen.

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Zukunftsprojekt „FreshIndex“

„FreshIndex“ ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Projekt, bei dem das dynamische Haltbarkeitsdatum (DHD) in den Fokus rückt. Die passende App namens „FreshIndex“ befindet sich derzeit in der Testphase beim Partner Metro. Sobald sie fertig ist, lässt sich mit ihr ein auf den Lebensmitteln aufgedruckter Barcode auslesen. Ergänzend können Nutzer in der App angeben, wie lange der Transport der Lebensmittel nach Hause gedauert hat, wie warm es dabei war und bei welcher Temperatur die Produkte zuhause schlussendlich gelagert werden.

Aus diesen Informationen errechnet die App das individuelle, dynamische Haltbarkeitsdatum. Es soll realistischer sein als das weiterhin aufgedruckte, statische Mindesthaltbarkeitsdatum, bei dem Temperaturen und Lagerungs-Gegebenheiten nicht mit einbezogen werden.

Fresh-Index-App auf dem Smartphone

Die App FreshIndex befindet sich derzeit in der Testphase
Foto: FreshIndex

Grundlage für die Berechnung des DHD sind umfangreiche Untersuchungen zum Verderb von Lebensmitteln unter realen Anwendungsbedingungen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen  werden in der Cloud abgelegt, sodass die App darauf zugreifen kann. Im Falles eines deutschlandweiten Rollouts der Anwendung soll das zu erwartende Datenvolumen im Bereich von jährlich 250 Milliarden Produkten mit typischerweise je 2.000 Messwerten über die Produktlebenszeit liegen.

Im Vergleich zum MHD soll das DHD verhindern, dass Konsumenten Lebensmittel zu früh entsorgen. Gleichzeitig möchten die Entwickler von „FreshIndex“ durch die zusätzlichen Produkt-Informationen das Vertrauen der Verbraucher in die Produzenten und Lebensmittel stärken. Um das zu erreichen, ist jedoch ein transparenter Umgang mit Waren, Hygiene und Lieferketten notwendig.

TECHBOOK meint

„Der gewissenhafte Umgang mit Lebensmitteln ist ein wichtiges Thema. Wir alle sollten uns also bemühen, weniger Produkte wegzuwerfen. Ich finde es unverantwortlich, dass große Lebensmittelketten ihre Waren oftmals lieber in die Tonne werfen, statt sie zum Feierabend oder zum Wochenende zu reduzieren. Den Teilnehmern an der Lebensmittelretter-Aktion kann ich daher nur gratulieren – hier profitieren schließlich alle Parteien. Ich selbst kaufe seit Jahren bewusst nur die Produkte im Supermarkt, die ich schnell verbrauche. Auch schaue ich mir meine Lebensmittel im Kühlschrank immer erst an, bevor ich sie entsorge. Das MHD spielt bei mir dabei nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch kenne ich auch die Situationen, in denen ich unsicher bin, ob Lebensmittel noch gut sind, oder nicht. Eine App zu Rate zu ziehen, ist dann recht hilfreich. Schließlich wird unser Leben immer vernetzter – warum also nicht auch beim Thema Essen und Lebensmittel. “ – Rita Deutschbein, Redakteurin