Ins Festnetz & auf Handys

Mit dieser App telefonieren Sie weltweit kostenlos

Das Icon der „satellite“-App
„satellite“ ist aktuell nur für iOS verfügbar.
Foto: TECHBOOK

Weltweit vom Handy gratis in alle Netze telefonieren – dazu noch eine deutsche Handynummer und keine Vertragsbindung. Das klingt zu verlockend. Die App „satellite“ von Sipgate verspricht genau das. TECHBOOK stellt die Telefonie-App vor und prüft, was sie wirklich kann.

Welche Leistungen bietet „satellite“?

Die App stellt jedem Nutzer eine eigene Rufnummer im „015678 XXXXXX“-Format zur Verfügung. Damit können Sie zunächst andere „satellite“-Nutzer kostenlos anrufen.

Wer auch von herkömmlichen Anschlüssen erreichbar sein möchte, erhält postalisch einen Registrierungscode. Nach Eingabe des Codes telefonieren Sie dann weltweit in 51 Länder zunächst gratis. Nach monatlich 100 Freiminuten verlangt „satellite“ rund 4,95 Euro pro Monat. Die App versteht sich als eigenes Netz, funktioniert aber über Voice over IP (VoIP), sprich Internettelefonie. Die Sprachqualität fiel im Test sehr gut aus. Schade nur, dass die Türkei und die meisten asiatischen Länder nicht unterstützt werden.

In diese Länder können Sie telefonieren:

  • Australien
  • Bangladesch
  • Belgien
  • Bermuda
  • Brasilien
  • Brunei
  • Bulgarien
  • China
  • Costa Rica
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Großbritannien
  • Hong Kong
  • Indien
  • Indonesien
  • Irland
  • Italien
  • Kanada
  • Kolumbien
  • Kroatien
  • Liechtenstein
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malaysia
  • Malta
  • Mexiko
  • Mongolei
  • Neuseeland
  • Niederlande
  • Österreich
  • Paraguay
  • Peru
  • Polen
  • Portugal
  • Puerto Rico
  • Rumänien
  • Schweden
  • Singapur
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Südkorea
  • Taiwan
  • Thailand
  • Tschechien
  • Ungarn
  • USA
  • Vatikanstadt

Welche Daten möchte “satellite“ von Ihnen?

Die App verlangt zunächst den vollständigen Namen und das Geburtsdatum. Im nächsten Schritt müssen Sie Ihre Adresse angeben, damit Ihnen der Brief mit dem Freischaltungscode zugesendet werden kann. Sobald das Premium-Abo verfügbar ist, kommen dann bei Abschluss noch Zahlungsdaten dazu. Ein ganz schöner Vertrauensvorsprung gegenüber einem unbekannten Unternehmen, findet TECHBOOK. In seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen verpflichtet sich Sipgate, die Daten nicht für Werbezwecke zu nutzen, die Weitergabe an verbundene Unternehmen darf aber stattfinden. Außerdem räumen Sie dem Unternehmen hinter „satellite“ ein, eine SCHUFA-Auskunft anzufordern.

Anrufbildschirm der „satellite“-App

Nutzern von „satellite“ stehen monatlich 100 Freiminuten zur Verfügung. Foto: TECHBOOK

Wie funktioniert die Registrierung?

iPhone-Nutzer finden die App im Apple AppStore. Eine Android-Variante gibt es noch nicht. Nach der Eingabe der persönlichen Daten erhalten Sie sofort Ihre persönliche Rufnummer. Diese gilt laut „satellite“ ein Leben lang.

Ersetzt „satellite“ wirklich eine SIM-Karte?

Ohne klassische SIM-Karte kommen Sie auch mit dieser App nicht aus, denn mobiles Internet liefert „satellite“ natürlich nicht. Sie wären mit Ihrem Smartphone also ständig auf eine WLAN-Verbindung angewiesen.

Fazit: Günstige Telefonie mit Abstrichen

Postitiv:

Grundsätzlich ist „satellite“ eine tolle Sache. Im Vergleich mit VoIP-Konkurrenten wie WhatsApp hat die App einen entscheidenden Vorteil: Wegen der eigenen Handynummer ist die Kommunikation zu normalen Telefonnummern möglich. Das Angebot ist vor allem für Prepaid-Kunden eine gute Alternative, die keine teure Flatrate abschließen möchten. Diese brauchen dann lediglich einen Datentarif und können die Telefonie über „satellite“ laufen lassen. Die Gespräche benötigen pro Stunde bis zu 130 Megabyte Ihres Datenvolumens.

Am interessantesten ist „satellite“ aber sicherlich für Nutzer, die regelmäßig ins Ausland telefonieren.

Negativ:

Für den täglichen Gebrauch innerhalb Deutschlands ist die eigene „satellite“-Rufnummer eher hinderlich. Schließlich haben Smartphone-Besitzer bereits eine Handynummer. Mit zwei Rufnummern zu hantieren, ist nicht jedermanns Sache.

Gerade in Zeiten des Facebook-Datenskandals ist die Weitergabe von persönlichen Informationen an Unternehmen immer kritisch zu sehen – vor allem dann, wenn nicht genau ersichtlich ist, in wessen Hände sie gelangen.