Smarter wiegen

Warum Körperfettwaagen oft versagen

Körperanalyse Waagen versprechen viel, halten oft aber nur wenig ein oder liefern einfach sehr ungenaue Werte.
Foto: Getty

Zwischen Weihnachten und Silvester lassen wir das Jahr im Dezember mit Völlerei ausklingen. Ab Januar geht es dann wieder mit schlechtem Gewissen und der Selbstoptimierung los. Ein nützlicher Helfer ist dabei die Körperfettwaage. Wir sagen Ihnen, worauf es bei der Fettanalyse ankommt und warum die meisten Geräte nichts taugen.

Das reine Körpergewicht sagt relativ wenig über die Gesundheit und Fitness eines Menschen aus. So kann beispielsweise ein 1,80-Meter-Mann mit 80 Kilogramm Gewicht entweder pummelig, normal oder aber super durchtrainiert sein. Und auch Menschen, die abnehmen wollen, müssen nicht unbedingt Gewicht verlieren, um schlanker auszusehen. Bauen sie durch Sport Muskeln auf, können sie sogar zunehmen, auch wenn sie dabei Fett verlieren.

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Insofern sind Fettanalysewaagen ein hilfreiches Tool, das persönliche Gesundheits- und Fitnesslevel besser im Blick zu behalten und das Gewicht richtig zu deuten.

So funktioniert die Messmethode

Auf Basis der sogenannten „Bioelektrischen Impedanzanalyse“ (BIA) leiten die Geräte einen leichten, nicht spürbaren Stromimpuls durch den Körper. Da Fett schlechter leitet als Muskeln, ergeben sich unterschiedliche Widerstände bei der Messung. Aus diesen Werten sowie Angaben zur Körpergröße, Geschlecht und Alter errechnet die Waage mit Hilfe einer Formel den Fettanteil.

Die meisten Fettanalysewaagen sind ungenau

Der Großteil der Fettanalysewaagen hat die Messsensoren nur unter den Füßen. Dabei wird der Stromimpuls lediglich durch die Beine bis zur Leiste hin geleitet. Genau genommen gibt also dieser Wert Aufschluss über den Unterkörper. Wer beispielsweise viel Speck am Bauch trägt, wird also ein ziemlich ungenaues Ergebnis erhalten.

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Je mehr Sensoren, desto besser

Viel effektiver sind Fettanalysewaagen, die auch über Sensoren an den Händen messen. Dabei handelt es sich meistens um ein ausziehbares Bedienteil, das man mit ausgestreckten Armen vor sich hält. Die Stromimpulse werden dann sowohl über die Füße als auch über die Hände und somit den Oberkörper geleitet.

Viele Faktoren beeinflussen das Ergebnis

Doch selbst aufwendige Waagen mit vielen Sensoren können sehr unterschiedliche Ergebnisse bei ein und derselben Person liefern. Wichtig bei der Messung ist, dass Hände und Füße trocken und nicht eingecremt sind, die Blase und der Magen leer und man am besten immer den gleichen Messzeitpunkt wählt. Ideal ist es morgens direkt nach dem Aufstehen, denn alles, was man im Laufe des Tages an Nahrung und Flüssigkeiten zu sich nimmt, verändert die Werte.

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Eher Schätzwerte, denn verlässliche Angaben

Da die Körperfettmessung ziemlich komplex ist, lässt sie sich nur beim Arzt exakt durchführen, indem auch Hautfalten vermessen werden. Gute Körperfettwaagen können aber zumindest Trends aufzeigen, ob man sich zum Positiven oder Negativen verändert. Doch die Spannweite ist hier ziemlich groß, was als gesund gilt: Grob gesagt liegt man als Mann bei 10-20 Prozent im Idealbereich, als Frau bei 20-30 Prozent Körperfettanteil. Bei Männern sind zudem die Bauchmuskeln ein guter Indikator: je besser sichtbar, desto näher ist man an der 10-Prozent-Marke.

Die Omron BF 511 gehört dank zusätzlicher Handsensoren zu den genausten Körperfettanalyse-Waagen. Leider ist sie nicht vernetzt und bietet keine Analyse-Apps.

Die Omron BF 511 gehört dank zusätzlicher Handsensoren zu den genausten Körperfettanalyse-Waagen. Leider ist sie nicht vernetzt und bietet keine Analyse-Apps.
Foto: Omron

Besonders genau: Omron BF 511

Ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat die Omron BF 511. Sie misst über acht Sensoren, je vier an Händen und Füßen. Dabei ermittelt sie nicht nur den Körperfettanteil, sondern auch das gefährliche Viszeralfett, das die Organe umschließt, die Skelettmuskelmasse, den BMI und natürlich das Gewicht.

Die Waage kann zwar vier Nutzer speichern, allerdings werden nur die zuletzt ermittelten Daten zum Vergleich herangezogen. Wirklich smart ist die Waage nicht, denn sie bietet keine Schnittstellen, keine App und somit keine Langzeitanalyse und Auswertung. Dafür ist das Gerät schon ab ca. 75 Euro online erhältlich.

Die Fitbit Wifi Aria eignet sich besonders gut für Fans der Fitbit-Fitness-Tracker und sendet ihre Daten an die entsprechende Fitbit-App.

Die Fitbit Wifi Aria eignet sich besonders gut für Fans der Fitbit-Fitness-Tracker und sendet ihre Daten an die entsprechende Fitbit-App.
Foto: Fitbit

Gut vernetzt: Fitbit Wifi Aria

Wer eine vernetzte Fettanalyse Waage haben möchte, der sollte sich die Fitbit Wifi Aria genauer anschauen. Besonders praktisch ist sie für Nutzer der Fitbit-Fitness-Tracker, da sie ihre Daten an die Fitbit-App (iOS und Android) übermittelt. So lassen sich bequem Langzeitstatistiken und Ziele für das Gewicht, den Körperfettanteil und BMI erstellen.

Leider nutzt die Waage die etwas ungenaue Messmethode des Fettanteils über Fußsensoren. Der Preis für die Waage liegt bei etwa 100 Euro.

Die Runtastic Libra bietet ein gutes Gesamtpaket und vor allem sehr praktische Analyse-Tools per App.

Die Runtastic Libra bietet ein gutes Gesamtpaket und vor allem sehr praktische Analyse-Tools per App.
Foto: Runtastic

Besonders Smart: Runtastic Libra

Ebenfalls empfehlenswert für Analyse-Fans ist die vernetzte Runtastic Libra. Sie übermittelt die Daten via Bluetooth direkt an die Runtastic-App von iOS- und Android-Geräten. Im Gegensatz zu der Fitbit-Waage ermittelt sich zusätzlich noch die Muskelmasse, den Wasseranteil, den Kalorienbedarf und die Knochenmasse. Auch sie misst nur über Fußsensoren, dafür ist sie schon ab 75 Euro erhältlich und bietet somit ein gelungenes Gesamtpaket zum guten Preis.