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Neue Leica „Sofort“

Darum fotografieren wir wieder wie in den 70ern

Überraschend stellte Leica auf der diesjährigen Photokino in Köln seine erste Sofortbildkamera vor. Mit 279 Euro ist es das günstigste Modell der deutschen Edelmarke

Mit dem Smartphone machen wir unzählige Fotos von jeder erdenklichen Situation, am besten gleich drei von einem Motiv. Am Ende müllen Tausende von sinnfreien Aufnahmen unsere Fotogalerie zu. Die Gegenbewegung dazu: analoge Sofortbilder. Jetzt springt sogar Leica auf den Nostalgiezug auf.

Früher hat man sich noch Gedanken über Fotos gemacht: das richtige Motiv, die perfekte Komposition und die optimalen Kameraeinstellungen – alles wurde mit Bedacht gewählt. Am Ende brachte man den Film in den Fotoladen zum Entwickeln. Ein paar Tage später gab es dann Ohs und Ahs zu hören oder ein „Mist“, wenn was schief gelaufen ist. Auf jeden Fall hatten die Fotos einen emotionalen Wert.

Noch spezieller war die Fotografie mit den Sofortbildkameras, besser bekannt unter dem Markennamen Polaroid. Der riesengroße Vorteil in der analogen Welt von damals: Man konnte die Fotos meist schon nach gut einer Minute betrachten, sozusagen ein kleiner Vorgeschmack auf die digitale Fotografie. Erstaunlicherweise erfreuen sich Sofortbildkameras seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Es scheint eine Gegenbewegung zu der sterilen, perfekten Digitalfotografie zu sein.

Die Billig-Leica für Retro-Fans

Kein Wunder, dass Hersteller wie Fujifilm und Polaroid schon seit Jahren in diesem Segment erfolgreich unterwegs sind. Überraschenderweise präsentierte die deutsche Edelmarke Leica auf der Photokina in Köln mit der „Sofort“ ein eigenes Model. Mit 279 Euro ist sie zwar deutlich teuer als die Konkurrenz, aber im Vergleich zu den teuren Luxusmodellen des Herstellers geradezu ein Schnäppchen. Dennoch: Die Fujifilm Instax Mini 90 im ebenfalls coolen Retro-Schick gibt es schon ab etwa 125 Euro bei Online-Anbietern.

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Die Leica Sofort gibt es auch im knalligen Orange – erhältlich ab November. Foto: Leica

Wer auf das prestigeträchtige Leica-Logo steht, der bekommt eine nahezu quadratische Kamera in drei nostalgischen Farben: Mintgrün, Weiß und Orange. Dazu gibt es eine Reihe praktischer Funktionen: Neben einem Automatik-Modus können auch Programme wie Party, Leute, Sport und Aktion eingestellt werden. Experimentierfreudige können zudem die Entfernung sowie Belichtung und den Blitz einstellen. Und was natürlich heutzutage nicht fehlen darf: ein Selfie-Modus. Hierfür gibt es sogar einen kleinen Spiegel auf der Vorderseite der Leica.

Ziemlich teuerer Fotospaß

So weit, so schön. Nun aber der Haken an der Geschichte: Ein Farbfilm-Pack für die Leica mit zehn Bildern kostet 11,90 Euro, den Doppelpack gibt es für 19,50 Euro. Und ein Monochrom-Pack mit zehn Bildern kostet gar 13,90 Euro. Zum Vergleich: Bei dem Elektrofachhändler Saturn kostet der Sofortausdruck von 50 digitalen Fotos im Format 10×15 cm gerade mal 9,50 Euro. Das macht also 0,19 Euro pro Bild, was rund fünf Mal günstiger ist als ein analoges Sofortbild.

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Man kann es aber auch anders sehen: Mit der Sofortbildkamera bekommt jedes Foto wesentlich mehr Bedeutung. Es sind zwar am Ende auch nur Schnappschüsse, aber sie werden nicht so bedachtlos gemacht wie mit einem Smartphone. Was man dann in der Hand hält, ist ein Moment analog festgehalten auf Papier. Wahrscheinlich nicht perfekt, aber dafür authentischer und charmanter als viele digitale Fotos.

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