Millionen Nutzer im Visier

Diese Daten gibt Whatsapp an Facebook weiter

Seit circa einem Monat gibt Whatsapp seine Daten an Facebook weiter.
Foto: Getty Images

Whatsapp gibt persönliche Informationen seiner Nutzer an Facebook weiter. Dadurch soll Werbung und Performance optimiert werden. Doch welche Daten sind davon betroffen? TECHBOOK verrät es.

Update (ursprüngliche Geschichte unten): Nach dem Einschreiten von Datenschützern hat Facebook die Weitergabe von Daten europäischer Whatsapp-Nutzer ausgesetzt. Allerdings ist das nur eine temporäre Lösung: Der vorläufige Stopp soll Vertretern von Facebook und den Behörde die Möglichkeit geben, miteinander zu sprechen und eine Lösung zu finden.

Seit zwei Monaten greifen die neuen AGB von Whatsapp. Durch die neuen Bestimmungen darf der Messenger Daten seiner Nutzer an Facebook weitergeben. Doch welche Details werden überhaupt übertragen? TECHBOOK hat es für Sie recherchiert.

Top-Artikel zum Thema
internet-speed

Telefonnummern und Kontakte betroffen

Das können Whatsapp und Facebook dank der neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen:

  • Whatsapp teilt deine Telefonnummer mit Facebook.
  • Daten über dein Smartphone und dein Betriebssystem gibt Whatsapp weiter.
  • Whatsapp kann deine Handynummer mit deinem Facebook-Account verknüpfen.
  • Es wird geschäftliche Accounts in Whatsapp geben – Unternehmen können Kunden dann kontaktieren.

Die Kontaktliste auf Ihrem Smartphone überträgt Whatsapp nicht an Facebook. Unternehmen können aber die Nummern von Kunden an Facebook übertragen und so die passende Werbung an die richtigen Nutzer auf Facebook ausspielen.

Widerspruch ändert nichts

Sollten Sie in der Vergangenheit der Weitergabe widersprochen haben, ändert dies nicht die Weitergabe selbst. Nur die Verwendung der Daten für individuelle Werbung wurde damit untersagt. Trotzdem erhält Facebook alle oben genannten Daten und verwendet diese nach eigener Aussage etwa für die „Verbesserung von Infrastruktur“.

Gegenwind aus Brüssel

Enorme Kritik an der Datenweitergabe kommt von hochoffizieller Ebene. Eine Datenschutz-Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission will den Datenaustausch der beiden Netzwerke verhindern. „Wir haben ernste Bedenken gegenüber dem Informationsaustausch für Zwecke vorgebracht, die nicht in den Nutzungsbedingungen und der Datenschutzrichtlinie enthalten waren, als sich vorhandene Nutzer für den Dienst angemeldet haben“, heißt es in der Pressemitteilung der Datenschützer.

Auch von deutscher Seite äußerte bereits vor drei Wochen der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar seine Kritik, weil der Messenger Daten an Facebook weitergibt.