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Neues Geschäftsmodell?

Twitter plant Abo mit exklusiven Tweets für zahlende Nutzer

Twitter testet neue Funktionen
Twitter will neue Funktionen testen, um mit der Konkurrenz anderer Plattformen Schritt zu halten.Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Twitter erlaubt es nun seit knapp 15 Jahren, die eigene Meinung in Tweets zu posten und die der anderen Nutzer*innen jederzeit zu lesen. Jetzt experimentiert das Unternehmen aber unter anderem mit der Möglichkeit, ein Abo-Geschäft auf der Plattform zu betreiben.

Twitter will neue Funktionen testen, um mit der Konkurrenz anderer Plattformen Schritt zu halten. Dazu gehört die Möglichkeit, für zahlende Abonnenten exklusive Inhalte oder Angebote verfügbar zu machen, wie der Kurznachrichtendienst nun ankündigte. Das neue Abo von Twitter soll „Super Follows“ heißen. Zuletzt sind Plattformen wie Patreon oder Substack populärer geworden, bei denen Nutzer Autoren oder andere Kreative direkt unterstützen können.

Twitter plant neben Abo auch bessere Filter

Sein neues Abo möchte Twitter offenbar in verschiede Interessensbereiche unterteilen. In Community-Gruppen sollen Nutzer*innen sich demnach nach Interessen zusammentun können. Außerdem möchte Twitter ihnen probeweise die Möglichkeit geben, aggressive oder Spam verbreitende Accounts für sie automatisch sperren zu lassen. Twitter hatte in den vergangenen Monaten bereits neue Funktionen wie Talkrunden unter dem Namen „Spaces“ und von allein verschwindende Nachrichten mit der Bezeichnung „Fleets“ vorgestellt.

Die neuen Ankündigungen machte Twitter bei einem Investorentag. Dabei stellte der Dienst auch in Aussicht, seinen Jahresumsatz bis Ende 2023 auf 7,5 Milliarden Dollar (6,15 Mrd Euro) zu verdoppeln. Die Zahl der täglichen Nutzer*innen, die der Dienst mit seiner Werbung erreicht, soll bis dahin von zuletzt 192 Millionen auf 315 Millionen steigen.

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Neue Einnahmequelle für Twitter

Twitter erzielt fast seinen gesamten Umsatz mit Werbung. Das kann zum Beispiel die Möglichkeit sein, Tweets mit Produktwerbung für Geld in die Timelines der Nutzer zu bringen. Die Anzeigen werden in der Web-Version und Twitters eigener App angezeigt. Deshalb ist die Firma dazu übergegangen, nur die Zahl der mit Werbung erreichbaren Nutzer als relevante Größe zu nennen. Der Dienst denkt auch über Abo-Geschäftsmodelle nach. Laut Medienberichten könnte etwa eine Bezahlversion der auf professionelle Nutzer ausgerichteten App Tweetdeck eingeführt werden.

Twitter hatte bei Vorlage aktueller Quartalszahlen bereits betont, dass die Verbannung des Ex-US-Präsidenten Donald Trump von der Plattform Anfang Januar das Wachstum nicht gebremst habe. Das war befürchtet worden, da Trump einer der bekanntesten Twitter-Nutzer mit rund 80 Millionen Abonnenten war. Er wurde nach der Attacke seiner Anhänger auf das US-Kapitol und seinen Sympathie-Bekundungen für die Angreifer dauerhaft bei Twitter gesperrt.