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Gesundheit

Diese App hilft gegen Migräne-Kopfschmerzen

Immer mehr Deutsche werden von Kopfschmerzen geplagt. Smartphone-Apps können bei der Diagnose und Behandlung helfen.Foto: Getty Images

Laut dem Barmer Arztreport 2017 leiden immer mehr junge Erwachsene unter Kopfschmerzen. Jetzt sollen Migräne-Apps helfen, die Ursachen zu finden und zu bekämpfen. Wir haben uns eine App genauer angeschaut.

Eine ungesunde Entwicklung: Der Anstieg der Kopfschmerzdiagnosen bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 27 Jahren ist besonders hoch. Laut dem Barmer Arztreport 2017 gab es in dieser Gruppe im Zeitraum von 2005 bis 2015 einen Anstieg von 42 Prozent. Speziell dieser Gruppe – aber auch anderen Betroffenen – möchte die Barmer Krankenkasse mit einer kostenlosen Migräne-App helfen, die Ursachen für die Kopfschmerzen zu finden und zu bekämpfen. Zudem soll durch das Vermeiden von Kopfschmerzen die Medikamenteneinnahme sinken.

Die M-sense genannte App funktioniert in drei Schritten:

1. Das Tagebuch

In den ersten Wochen wird ein detailliertes Tagebuch über Migräne-Faktoren geführt. Dazu zählen Schlaf, Stress, Alkohol, Koffein, Menstruation sowie das Ess- und Bewegungsverhalten. Zudem werden Wetterdaten zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit und dem Luftdruck automatisch erfasst. Natürlich werden auch die Kopfschmerzen eingetragen. Ein Medikamenten-Tracker hilft bei der Pillen-Einnahme, die Übersicht zu behalten.

M-sense sammelt die Daten der Migränegeplagten, analysiert sie und gibt Tipps zur Vermeidung und Behandlung der Kopfschmerzen.
Foto: Newsenselab GmbH

2. Die Analyse

Nach etwa 60 Tagen (in unserem Fall hat die App sogar erst 71 Tage angezeigt) erstellt M-sense eine statistische Auswertung der Auslöser. Dadurch erfährt jeder Nutzer sein persönliches Kopfschmerzmuster: Es wird unterschieden zwischen vermeintlichen und tatsächlichen Auslösern sowie deren Einfluss auf die Art der Kopfschmerzen. Außerdem erfährt man, ob die Kopfschmerzen an bestimmten Tageszeiten oder an bestimmten Wochentagen beginnen.

Erst nach mehrwöchigem Datensammeln kann eine Analyse erfolgen.
Foto: Screenshot M-sense

3. Die Therapie

Nachdem man die Auslöser und die Art der Kopfschmerzen definiert hat, schlägt M-sense einen individuell zugeschnittenen Therapieplan vor. Dabei richte man sich nach aktuellen medizinischen Leitlinien mit Therapiemethoden wie beispielsweise der progressiven Muskelentspannung. Die App hilft dabei die Übungen auszuführen und erstellt einen Übungskalender. Wenn der User will, wird er sogar an die Übungen erinnert.

Das Besondere an der App ist nicht nur die Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse wie der Barmer, sondern auch die Zertifizierung als medizinisches Produkt. So können auch Ärzte mit den Ergebnissen der App arbeiten. Allerdings wird darauf hingewiesen, dass M-sense keine ärztliche Diagnose und Therapie ersetzen kann.

Die Alternativen

M-sense funktioniert derzeit leider nur auf Android-Geräten, eine iPhone-App ist noch nicht auf dem Markt. Für iPhone-Besitzer empfiehlt sich momentan die ebenso kostenlose „Migräne-App“ der Schmerzklinik Kiel. Sie hat einen ähnlichen Funktionsumfang und ist in Zusammenarbeit mit der Techniker Krankenkasse entstanden. Zudem ist sie mit dem TK-Gesundheitscoach verbunden, einem digitalen Assistenten, der ebenfalls bei Kopfschmerzen helfen soll. Dieser Dienst steht aber nur TK-Versicherten dauerhaft kostenlos zur Verfügung.

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