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Smartwatch-Kooperation von Samsung und Google

Geht es der Apple Watch jetzt an den Kragen?

Google und Samsung verkünden Wear-Partnerschaft
Google selbst baut zwar (noch) keine eigenen Smartwatches. Viele Hersteller wie Skagen setzen für ihre Geräte aber auf Wear OS.Foto: dpa picture alliance

Schon im Vorfeld der Google I/O hat sich herauskristallisiert, dass Samsung in Zukunft Smartwatches mit Googles Wear OS fertigt. Nun haben die beiden Unternehmen die Partnerschaft offiziell gemacht.

Die Google I/O konnte vergangenes Jahr nicht stattfinden, dafür hat das Unternehmen auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz gleich mehrere große Neuerungen angekündigt. Stars der Show waren zwar Android 12 und die neue „LaMDA“-AI. Doch auch für das Smartwatch-Betriebssystem Wear haben Google – und Samsung – große Änderungen verlauten lassen.

Wer lieber schaut, statt liest, erfährt im Video, ob Apple nun zittern muss:

Eine einheitliche Smartwatch-Plattform

Google und Samsung haben eine Wearable-Partnerschaft angekündigt. Damit vereinen die beiden Unternehmen ihre Smartwatch-Plattformen Tizen (Samsung) und Wear OS (Google). Das ist eine drastische Veränderung in der Smartwatch-Welt, die bislang von der Apple Watch dominiert wird.

Google hat die Wear-Plattform (früher Android Wear) immer als ein Nebensache behandelt. Schlechte Performance und Akkulaufzeit, eingeschränkte Funktionen und eine unterirdische Update-Politik lassen das Betriebssystem machen Geräte mit dem System neben der Apple Watch unattraktiv. Samsung hat jahrelang auf das eigene Tizen-Betriebssystem gesetzt, ebenfalls mit mäßigem Erfolg.

Lesen Sie auch: Google stellt erste öffentliche Beta-Version von Android 12 bereit

Die neue Plattform macht Android-kompatible Smartwatches endlich attraktiv

Die Fusion soll erhebliche Vorteile für das neue „Wear“-Betriebssystem haben. Google verspricht nicht nur bis zu 30 Prozent schnellere App-Ladezeiten und eine ganztägige Akkulaufzeit. Animationen und Bewegungen auf dem Bildschirm sollen außerdem flüssiger als bisher sein. Die einheitliche Plattform soll zudem die Software-Entwicklung vereinfachen. Eine Folge davon wären mehr Apps und eine größere Auswahl an Ziffernblättern als bislang.

Google und Samsung verkünden Wear-Partnerschaft
Die Wear-Plattform soll eine Möglichkeit bekommen, schnell zwischen Apps zu wechselnFoto: Google

Google Maps für die Smartwatch bekommt Echtzeit-Navigation und benötigt kein Android-Smartphone mehr zur Ortung. YouTube Music für Wear ist nun ebenfalls unabhängig vom Smartphone und kann zudem Musik zur Offline-Wiedergabe herunterladen. Das Gleiche gilt übrigens für die Spotify-App.

Eine weitere Funktion, die nun ohne Smartphone möglich ist, ist das kontaktlose Bezahlen per Google Pay. Die Apple Watch unterstützt das Bezahlen mit Apple Pay unabhängig vom iPhone bereits länger, auf Smartwatches mit Wear OS geht das bislang nur in Verbindung mit einem Android-Smartphone.

Die Smartwatch-Hersteller können dem Betriebssystem ihre eigene Oberfläche geben, ähnlich wie es bei Android der Fall ist. Samsung beispielsweise behält bei neuen Uhren die drehbare Lünette um das Ziffernblatt bei, die zusätzliche Funktionen ermöglicht. Eine weitere Verbesserung von Wear soll das Wechseln zwischen Apps sein, das bislang mit Wear OS nicht möglich ist.

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Samsung und Fitbit kündigen bereits Smartwatches mit dem neuen Wear an

Bereits die nächste Version der Galaxy Watch soll mit den neuen, einheitlichen Betriebssystem laufen. Auch Fitness-Armband-Hersteller Fitbit hat Premium-Geräte mit der neuen Plattform angekündigt. Fitbit steuert zudem Expertise im Fitness-Bereich bei. Dadurch sollen das Workout-Tracking und die Gesundheitsfunktionen in Wear besser werden.

Samsung plant, an drei Jahren Updates für Tizen-basierte Smartwatches festzuhalten. Auch sollen Nutzerinnen und Nutzer ihre Gesundheitsdaten auf die neue Wear-Plattform übertragen können. Ein Update der älteren Geräte auf das neue System ist dementgegen unwahrscheinlich.