Der große Foto-Irrtum

Warum mehr Megapixel nicht immer für bessere Bilder sorgen

Warum mehr Megapixel nicht immer für bessere Bilder sorgen
Manche Smartphone-Hersteller protzen mit 20 Megapixeln und mehr – was nicht heißen muss, dass die Bilder tatsächlich besser sind.
Foto: Getty Images

Sorgen mehr Megapixel bei der Smartphone-Kamera immer auch für bessere Bilder? Nicht zwangsläufig! TECHBOOK räumt mit diesem Technik-Mythos auf.

Als Samsung im vergangenen Jahr sein Flaggschiff-Smartphone Galaxy S7 vorstellte, waren viele Fans verwundert: Die Kamera des angeblichen Super-Smartphones löst nur noch mit 12 statt mit 16 Megapixel auf, wie es beim Vorgänger Galaxy S6 der Fall war. Hat Samsung etwa eine schlechtere Knipse verbaut? Nein – denn die Qualität der Bilder hängt nicht nur mit der Anzahl an Megapixeln zusammen, wie oft von Herstellern werbewirksam suggeriert.

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Mehr Pixel, mehr Details?

Doch zunächst einmal: Was ist eigentlich ein Megapixel? 1 Megapixel steht für 1 Millionen Bildpunkte (Pixel), und generell lässt sich schon sagen: Je mehr Megapixel eine Kamera aufnimmt, desto detailreicher – also auch schärfer – ist das Bild theoretisch am Ende auch. Doch warum sehen die 12-Megapixel-Fotos etwa vom iPhone 7 und vom Samsung Galaxy S7 trotzdem besser aus als etwa beim Sony Xperia X mit 23 Megapixeln?

Auf die Größe kommt es doch an!

Nicht nur die Anzahl der Pixel auf dem Bildsensor ist entscheidend, sondern auch die Größe des Sensors an sich. Hier gilt: Viel bringt viel. Umso größer der Chip, umso größer die einzelnen Pixel – und umso Lichtempfindlicher ist der gesamte Sensor, was zu mehr Details und weniger Rauschen speziell bei dunklem Umgebungslicht führt.

Das Problem beim Smartphone liegt hier schon auf der Hand: Es ist so klein und kompakt, dass für einen großen Sensor kein Platz ist. Eine Spiegelreflexkamera mit 12 Megapixel macht daher auch weitaus bessere Bilder als ein Smartphone mit 12 Megapixel, da die Sensoren teils 30 mal so groß sind.

Was braucht ein gutes Foto noch?

„Außer der Megapixelzahl ist die Qualität des Kameraobjektivs wichtig.“, so Foto-Experte Roland Franken vom Profi-Magazin digit! zu TECHBOOK. „Für das Fotografieren bei wenig Licht sollte man ein Smartphone-Modell auswählen, das über eine Bildstabilisierung verfügt. Diese reduziert die Anzahl verwackelter Fotos. Und wer seine Smartphone-Fotos ausdrucken möchte, sollte wissen: Sechs Megapixel reichen aus, um ein Foto im Format DIN A4 in guter Qualität zu drucken.“