Handystrahlung

Was Sie über den SAR-Wert bei Handys wissen müssen

Strahlendes Smartphone
Die Unterschiede in der Strahlungsmenge sind zwischen den verschiedenen Modellen teils gravierend.
Foto: Getty Images

Smartphone-Hersteller geben oftmals einen SAR-Wert in der Produktbeschreibung ihrer Geräte an. Dahinter verbirgt sich die Angabe über die Funkleistung eines Smartphones. Nutzer erfahren somit, ob die Strahlenbelastung ihres Handys in der Norm liegt, oder vielleicht sogar zu hoch ist.

Beim Versenden von Daten – beispielsweise beim Telefonieren, dem Abschicken einer WhatsApp- oder Facebook-Messenger-Nachricht – wird zwangsläufig Strahlung erzeugt. Das im Betrieb entstehende elektromagnetische Feld sendet Funkwellen aus, die vom Körper aufgenommen und in Wärme umgewandelt werden. Der Begriff SAR-Wert, „Spezifische Absorptionsrate“, gibt genau diese Energiemenge an, die am Ende vom Körper aufgenommen wird. Daraus ergibt sich auch die Mengenangabe in Watt pro Kilogramm (W/Kg).

Das sagt Ihnen der SAR-Wert Ihres Smartphones

Der SAR-Wert gibt neben der aufgenommenen Energiemenge auch die maximale Sendeleistung des Geräts an. Beim täglichen Gebrauch liegt der Strahlungswert in der Regel unter dem angegeben Maximalwert. In Gegenden mit weniger gutem Netz und schlechtem Empfang ist der Wert oftmals jedoch höher, weil das Gerät stärkere Wellen aussenden muss, damit die Daten einen Sendemast erreichen.

Daher ist der SAR-Wert, den ein Handy absondert, niemals konstant. Nicht nur der Netzempfang sorgt für Schwankungen, auch die Anzahl der Sendemasten in der Umgebung und die Abschottung durch Wände beeinträchtig, wie stark ein Handy funken muss. Prinzipiell gilt: Je mehr Störungsquellen es gibt, desto stärker die abgesonderte Strahlung. Ob ein Gerät aber im GSM- im UMTS- oder LTE-Netz stärker oder weniger funkt, verraten die Angaben der Hersteller leider nicht.

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Der SAR-Wert ist bei Smartphones inzwischen eine prominente Angabe. Aber natürlich wird er auch bei anderen Geräten gemessen, die Strahlung absondern, wie etwa bei einem WLAN-Router oder einer Mikrowelle. Eine zusätzliche Angabe, die für besorgte Handy-Nutzer ebenfalls interessant ist, ist der Strahlungsfaktor: Dieser gibt an, wie hoch die Strahlung durchschnittlich ist – der Wert fällt deswegen in der Regel deutlich niedriger als die Absorptionsrate aus.

Prinzipiell zeigt der Wert die Leistung an, die im ungünstigsten Fall, wenn sich das entsprechende Gerät sehr dicht am Kopf befindet, auf ein zehn Gramm großes Areal des menschlichen Körpers übertragen wird.

Ist Handystrahlung wirklich gesundheitsschädlich?

Gesundheitsrisiken durch Handystrahlung

Seit Jahren beschäftigt sich die Forschung mit der Frage, wie gesundheitsschädigend Handystrahlung ist. Einigkeit bei konkreten Risiken gibt es allerdings nicht. Studien widerlegen sich teilweise gegenseitig. So wird beispielsweise ein erhöhtes Krebsrisiko vermutet, kann aber nicht final bestätigt werden. Darüber hinaus sollen sich die Strahlen negativ auf den Schlaf auswirken.

Vor allem Vieltelefonierer sollten trotz der nicht endgültig nachgewiesenen Folgen vorsichtig sein, da sie der meisten Strahlung am Kopf ausgesetzt sind. Darüber hinaus sollte das Handy nachts nicht direkt neben oder unter dem Kopf liegen.

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Wie hoch darf der SAR-Wert maximal sein?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat eine Obergrenze für Handystrahlung festgelegt: Am Kopf und damit in der entscheidenden Messzone sind maximal 2 W/Kg erlaubt. Bereits 2001 wurde für eine einheitliche Messung und aussagekräftige Daten eine europäische Norm eingeführt. Seitdem ist das Messverfahren für alle Geräte gleich.

2002 wurde darüber hinaus das Umweltzeichen „Blauer Engel“ für Mobiltelefone eingeführt, das Handys mit besonders geringer Strahlung auszeichnet. Für die Vergabe des Zeichens müssen (Stand 2017) laut dem Bundesamt für Strahlenschutz folgende Kriterien erfüllt werden:

  • SAR-Wert von maximal 0,5 W/Kg am Kopf während des Telefonierens und maximal 1,0 W/Kg beim Tragen des Mobiltelefons am Körper
  • grundlegende Sorgfaltspflicht beim Umgang mit Konfliktrohstoffen
  • sozialverträgliche Gerätefertigung
  • nachhaltige, umwelt- und recyclingfreundliche Produktion
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So wird der SAR-Wert bestimmt

Bei der Ermittlung der SAR wird das Gerät bei maximaler Sendeleistung an einer Nachbildung des menschlichen Kopfes getestet. Im Inneren des Modells befindet sich eine Flüssigkeit, die ähnliche elektrische Eigenschaften aufweist wie das Gewebe des Gehirns. Über hochempfindliche Sonden wird die Feldstärke innerhalb des Modells erfasst und erst der Bereich des maximalen SAR-Wertes ermittelt, um dann dort die elektrische Feldverteilung im Volumenbereich zu ermitteln.

Ähnlich wird der Wert am Körper ermittelt, indem das Gerät in einer typischen Trageposition am mit Elektrolyt-Masse gefüllten Modell positioniert wird. Wie bereits erwähnt gilt in Europa eine Messung auf zehn Gramm Gewebe; in den USA ist es beispielsweise nur ein Gramm. In der Regel ergibt sich daraus in der US-Messung ein etwas höherer Wert.

Wenn Sie herausfinden wollen, wie hoch die SAR bei Ihrem Smartphone ist, können Sie die entsprechende Angabe entweder direkt in den Produktbeschreibungen des Herstellers oder beim Bundesamt für Strahlenschutz finden. Die Behörde veröffentlicht regelmäßig ihre Untersuchungswerte in einer umfangreichen Liste.

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