Gilt auch für Discounter-Tarife

Darum wird der Kauf von Prepaid-SIM-Karten ab Juli kompliziert

Käufer müssen ab Juli beim Kauf einer Prepaid-Karte ihren Ausweis hinterlegen. Foto: Ralf Hirschberger
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Mal eben so eine Prepaid-SIM-Karte zu besorgen, geht ab Juli nicht mehr so unkompliziert. Käufer müssen dann ihre Identität hinterlegen. Hinter dem neuen Verfahren steckt der Kampf gegen Terror.

Der Kauf einer Prepaid-SIM-Karte wird ab 1. Juli komplizierter. Denn dann gilt: „Bevor die Karte freigeschaltet wird, muss sich der Anbieter von der Identität des Käufers überzeugen“, erklärt Barbara Steinhöfel von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

Für Verbraucher bedeutet das: Sie müssen beim Kauf ihren Ausweis vorlegen, bevor der Anbieter die Karte freischaltet. Wer eine Karte online kaufen will, muss entweder per Post-Ident-Verfahren, Video-Ident-Verfahren oder in einem Partnershop seine Identität nachweisen. „Das genaue Verfahren kann je nach Anbieter variieren“, sagt Steinhöfel. Denkbar sei auch, dass man seinen Personalausweis einscannen muss.

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Neue Regeln Teil des Anti-Terror-Gesetz

Hintergrund ist eine Neufassung des Telekommunikationsgesetztes – als Teil der Anti-Terror-Gesetze. Durch die Regelung soll verhindert werden, dass Kriminelle mit Hilfe von Prepaid-SIM-Karten unentdeckt kommunizieren können. „Früher musste man auch seinen Namen und seine Adresse angeben. Allerdings hat diese Angaben niemand kontrolliert“, sagt die Verbraucherschützerin.

Steinhöfel rät: „Verbraucher sollten die Karte nicht aus der Hand geben, wenn diese unter ihrem Namen freigeschaltet wurde.“ Denn sie tragen eine Mitverantwortung dafür, was mit der Karte passiert. Bei Verstößen – etwa wenn Dritte die Karte für die Planung einer Straftat nutzen – können rechtliche Konsequenzen drohen.