Videos nicht abspielbar

Warum Sie die Videoeinstellung Ihres iPhones unbedingt ändern sollten

Hand filmt mit iPhone auf Event
Viele filmen mit dem iPhone, ohne sich bewusst zu sein, dass ihre Videos später vielleicht nicht auf dem Rechner angeschaut werden können
Foto: Getty Images

Neuere iPhones nehmen Videos in einem Format auf, das mit vielen MacBooks nicht kompatibel ist. Zum Glück gibt es eine einfache Lösung für dieses hausgemachte Problem.

Kompatibilitätsprobleme mit iPhone-Videos

Doch woran liegt das? Die kurze Erklärung: Neuere iPhones nehmen Videos in einem sehr effizienten Format auf, um der sehr speicherhungrigen 4K-Auflösung Platz auf dem iPhone und in der iCloud zu sparen. Das Format erfordert jedoch bestimmte Voraussetzungen, die bei älteren Apple-Geräten oft nicht gegeben sind.

Darum sollte man das iPhone besser nicht mit dem mitgelieferten Netzteil aufladen

High Efficiency versus Maximale Kompatibilität

Die ausführliche Antwort: Apple hat mit iOS 11 und macOS High Sierra die neuen und sehr effizienten HEVC- und HEIF-Codecs auf seine Geräte gebracht. Die High-Efficiency-Codecs – HEVC steht für High Efficiency Video Coding und HEIF für High Efficiency Image File Format – wurden eingeführt, um dem Problem der immer größer werdenden Videos und Bilder gerecht zu werden. HEVC (auch: H.265) und HEIF lösen die älteren Formate AVC (auch: H.264) für Videos und JPG für Bilder ab.

AVC und JPG sind seit etwa 2001 auf fast jedem Computer, Handy und Smartphone vorhanden und damit deutlich weiter verbreitet. AVC und JPG damit viel besser mit älteren Geräten kompatibel. Jeder halbwegs neue Rechner – und alle Smartphones und Tablets sowieso – können diese beiden Codecs problemlos wiedergeben. In Apple-Begriffen heißt das also: High Efficiency vs. Maximale Kompatibilität.

Auf neuen Geräten meist kein Problem

Die High-Efficiency-Codecs können bei gleicher Bildqualität bis zu 40 Prozent Speicherplatz gegenüber AVC/JPG sparen. Neuere Smartphones, Laptops und Tablets haben fest eingebaute Hardware-Unterstützung für die neuen Codecs, das heißt, sie können Bilder und Videos in diesen Format schnell und effizient decodieren. Ältere Geräte verfügen oft nicht über spezifische Hardware, etwa in Form eines zusätzlichen Bildprozessors, und müssen daher HEVC und HEIF über den Umweg der Software-Decodierung wiedergeben. Deswegen kann es etwa auf einem älteren Laptop dazu kommen, dass ein HEVC-Video bei der Wiedergabe ruckelt, wenn gerade noch andere Programme geöffnet sind.

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Nur als Beispiel: MacBook Pros vor 2016 haben keinen integrieren HEVC-Decoder und müssen daher den Prozessor benutzen, um ein so codiertes Video wiederzugeben. Da der Prozessor aber eben auch für das Ausführen aller anderen Programme verantwortlich ist, kann es bei der Videowiedergabe zur Verzögerungen kommen. Neuere MacBooks haben das Problem nicht mehr, da ihre Intel-Prozessoren einen speziellen HEVC-Decoder haben, der nur dafür da ist, diesen Codec effizient wiederzugeben.

Apple hat bei der Angabe der iPhone-Akkulaufzeit übertrieben

Wann Sie den Codec umstellen sollten

Einfach ausgedrückt: Sie müssen sich keine Sorgen um Video-Kompatibilität machen, wenn Sie noch ein iPhone mit 3,5-mm-Klinkenanschluss haben. HEVC und HEIF werden erst ab dem iPhone 7 unterstützt, das noch effizientere 10-Bit-HEIF-Format sogar erst ab dem iPhone 8. Apple hat aber dafür gesorgt, dass Sie HEVC-Videos und HEIF-Bild, die mit einem neueren iPhone aufgenommen wurden, trotzdem auf älteren iPhones öffnen können. iPhones, die die neuen Codecs zwar nicht aufnehmen, aber abspielen können, sind das iPhone 6 und 6 Plus sowie das iPhone 5S.

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Haben Sie ein neueres iPhone und einen Mac, der vor 2016 auf den Markt kam oder auf dem noch macOS Sierra oder älter läuft, ist es am besten, wenn Sie das Videoformat auf Maximale Kompatibilität umstellen. Die Option dazu erreichen Sie ganz einfach auf dem iPhone unter Einstellungen > Kamera > Formate. Standardmäßig ist hier High Efficiency ausgewählt, schalten Sie deshalb auf Maximale Kompatibilität um.

So stellen Sie das Videoformat auf Maximale Kompatibilität um | Foto: TECHBOOK

Doch Achtung: Auf den iPhones wird HEVC unter anderem benötigt, wenn Videos mit besonders hoher Auflösung oder besonders flüssige Videos aufgezeichnet werden sollen. So wird 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde (FPS) nur mit dem High-Efficiency-Codec unterstützt, ebenso wie die Slow-Motion-Videoaufnahme in 1080p-Auflösung mit 240 FPS. Wechseln Sie in den Kameraeinstellungen auf eine dieser Optionen, wird der Codec automatisch wieder auf High Efficiency umgestellt.

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Das können Sie tun, wenn Sie bereits in HEVC gefilmt haben

Wenn Sie ein HEVC-Video aufgenommen haben und dieses auf dem Mac nicht öffnen oder weiterverarbeiten können, gibt es eine relativ einfache Lösung. Öffnen Sie das Video mit dem Quicktime-Player und klicken Sie in der Taskbar auf den Tab Datei. Navigieren Sie dann zu Exportieren als und wählen Sie die höchste verfügbare Auflösung aus. Speichern Sie das Video in einem beliebigen Ordner ab. Nachdem der Konvertierungsvorgang abgeschlossen wurde, sollten das Video mit allen Programmen kompatibel sein.

So klappt die Konvertierung in ein kompatibles Videoformat | Foto: TECHBOOK