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Die 7 größten Probleme von Apples iOS

Spiele und Apps auf iPhone
Immer wieder gibt es Apps und Spiele, die sonst kostenpflichtig sind, für iPhone und Android gratisFoto: TECHBOOK

Apple setzt bei seinem mobilen Betriebssystem auf das Modell der Abschottung: iOS lässt sich nur auf Apples eigenen Geräten wie iPhone und iPad nutzen. Der Konzern öffnet sein Betriebssystem nicht für die Konkurrenz – Das führt an einigen Stellen in der Software-Abteilung auch schon mal zu Betriebsblindheit. Schwachstellen werden nicht erkannt oder nur nach deutlichen Hinweisen aus der Community verbessert. Oder schlimmstenfalls ignoriert, weil die Funktion einfach Apple-intern nicht gewünscht ist.

iOS 13 steht dabei für ein besonders großes Fehleraufkommen. Eigentlich als große Version zur Verbesserung von iOS 12 gedacht, entpuppte sich iOS 13, im Herbst 2019 für alle User veröffentlicht, als Bug-Magnet. Zuletzt präsentierte Apple fast im Wochentakt neue Beta-Versionen, ist mittlerweile bei iOS 13.5.6 angelangt. Wobei gerade iOS 13.5, wochenlang von Entwicklern vorab getestet, mit WLAN-Problemen verstörte. Auch gar nicht Apple-like: Ende Mai wurden kurz nach dem Release gleich zwei neue Jailbreaks für iOS 13.5 veröffentlicht. So schnell waren die Hacker schon lange nicht mehr. Apple stopfte die Sicherheitslücke umgehend mit iOS 13.5.1, während die Hacker parallel einen Jailbreak für Apple TV 4K und Apple TV4 an den Start brachten.

TECHBOOK nennt sieben Schwachpunkte, die uns an iOS am meisten nerven.

1. Stark limitierte Anpassungs-Möglichkeiten

Limitierung hier, Einschränkung da. An iOS-Geräten lassen sich die Widgets noch immer nur dann aufrufen, wenn der User auf dem Homescreen von links nach rechts wischt. Auf dem Sperrbildschirm sind keine Widgets erlaubt. Splitscreen für das iPhone (beim iPad möglich), mehrere Docks, zusätzliche Listen-Ansicht statt einseitigem App-Icon-Layout und ein Always-on-Display wünschen sich viele Nutzer auch seit Jahren. Unterm Strich sind mehr Anpassungs-Möglichkeiten wie bei Android keine Schande, Apple sollte sich hier einen Ruck geben…

2. App-Standards

Mit iOS 14 überfällig: Andere Apps müssen sich als Standard setzen lassen. Bisher öffnet sich z.B. ein Link immer in Safari bzw. eine Mail in der Apple-Mail-App. Dabei haben viele Nutzer die deutlich beliebtere Chrome-App bzw. Mail-Apps von Drittanbietern wie Airmail oder Spark hauptsächlich in Gebrauch.

3. Einstellungsmenüs

Eines der umständlichsten Dinge in iOS ist es, bestimmte Einstellungen zu tätigen. Nehmen wir als Beispiel mal die Kamera-App. Dort lassen sich zwar einige Dinge einstellen, aber eben nicht alles. Neben fehlenden Einstellungsoptionen können außerdem auch keine Standards gesetzt werden, bspw. zur Auflösung. Wer das bei iOS tun möchte, muss sich in der „Einstellungen“-App erst den Punkt „Kamera“ heraussuchen. Wünschenswert wäre mindestens eine direkte Verlinkung aus der App in die Einstellungen – noch besser und zeitgemäß aber natürlich die Möglichkeit, alle Einstellungen direkt in der Kamera-App zu treffen.

4. iCloud-Speicher

Warum erhalten iPhone- und iPad-Käufer seit Jahren nur 5 GB iCloud-Speicher? Die 5 GB gelten für alle Geräte, die ein Kunde besitzt, und für alle Backups. Viel zu wenig für all die Fotos, die man ja mit den starken Kamerasystemen von Apple schießen soll („Shot on iPhone“ fordert dazu permanent die Apple-Werbung auf). Wer mehr mehr als 5 GB benötigt – und das sind fast alle Apple-User –, wird für die Speichererhöhung mit bis zu 9,99 Euro im Monat zur Kasse gebeten.

5. Schlecht funktionierende Features

Immer wieder gibt es Auszeiten bei der iCloud, dann ist kein Zugriff auf die in der Wolke gespeicherten Daten und Dokumente möglich. Auch Features arbeiten unsicher, etwa wenn es um die Zusammenfassung der „Bildschirmzeit“ geht (Werte stimmen häufig nicht). Gleiches gilt für die Anzeige der im Hintergrund aktualisierten Apps. Oft wird hier eine stundenlange Nutzungszeit für Apps angezeigt, die den ganzen Tag geschlossen waren.

6. Getrennte Apple IDs 

Viele User besitzen zwei Apple IDs – weil sie sich in früheren Jahren mit unterschiedlichen Accounts in den App Store/iTunes bzw. andererseits in die iCloud eingeloggt haben. Bis heute bietet Apple keine offizielle Migrationslösung hin zu einer einzigen Apple ID an. Die Option gebe es, berichtet der Apple-Support immer wieder gegenüber Kunden am Telefon, nur sei dies „nicht gewünscht und kompliziert“. Noch schlimmer sind nur zwei Apple IDs in zwei verschiedenen Ländern. Das Anlegen ist mit wenigen Schritten möglich. Gewünscht ist auch das nicht. Wer es dennoch macht, muss sich umständlich an- und abmelden (und wird bei ständigem Wechseln von Apple mit wochenlangen Download-Beschränkungen bestraft).

7. Spam-Mails

Kurios: Apple bietet in iOS zwar eine Funktion, Absender zu blockieren (Absenderadresse anklicken, danach „Diesen Kontakt blockieren“ klicken und bestätigen), doch die Spam-Filterung funktioniert nur schlecht. Sehr oft landen einmal blockierte Kontakte erneut im normalen Posteingang und müllen diesen zu. Das gleiche Spam-Problem besteht auch unter macOS, dort wird der meiste Spam ebenfalls wieder ins Eingangsfach gespült.