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Von klassisch bis bunt

Was sagt die Farbe des Handys über den Nutzer aus?

Frau sitzt auf einer Couch mit einem schwarzen Handy in der Hand
Bei der Farbe wählen die meisten Menschen ein schwarzes HandyFoto: Getty Images

Handy-Hersteller bieten ihre Geräte immer öfter auch in bunten Farben an. Doch was sagt die Wahl der Smartphone-Farbe eigentlich über den Nutzer aus? TECHBOOK hat bei Farbexperten nachgefragt.

Wir schauen täglich dutzende Male auf unser Handy, ob beim Essen, in der Arbeit oder in der Bahn. Der Klassiker ist das schwarze Smartphone, doch inzwischen entscheiden sich viele auch für eine andere Handy-Farbe. Farbexperten sind sich sicher, dass die Farbe viel von unserer Persönlichkeit preisgeben kann. Aber kann das stimmen: Zeig mir die Farbe deines Handys und ich sage dir, wer du bist? Zugegeben, das klingt erst einmal nach Hokuspokus, doch Menschen bekennen mit der Wahl ihres Handys durchaus Farbe, meinen Farbpsychologen und Farbforscher. Reiner Zufall sei die Farbwahl bei einem so wichtigen Gegenstand wie unserem Handy keineswegs.

„Farben sagen grundsätzlich etwas über uns aus. Wie auch die Farbe unserer Kleidung oder unseres Autos verrät die Handy-Farbe ebenso unsere Persönlichkeit“, weiß Prof. Alex Buether, Farbforscher und Professor für Didaktik der visuellen Kommunikation an der Bergischen Universität Wuppertal. Das Smartphone gehe inzwischen weit über die reine Nutzung eines technischen Gerätes hinaus, weshalb es in unterschiedlichen Farben oder verschiedenfarbigen Hüllen erhältlich sei.  Laut authentischer Farbzuordnung müsste hier die der Technik zugeordnete Farbe grau (Alu) sein“, sagt die Farbpsychologin Silvia Regnitter-Prehn gegenüber TECHBOOK.

Warum sind schwarze Handys so beliebt?

Die meisten Smartphones auf dem Markt sind in Schwarz erhältlich und auch bei den Verbrauchern ist diese Nicht-Farbe am beliebtesten. Schwarz sei die klassische Farbe für das Telefon, sie habe sich dadurch als Basisfarbe für das Handy etabliert, erklärt Prof. Buether. Die Farbgebung weg von Schwarz habe sich erst mit der Vorstellung des ersten iPhones verändert. „Dadurch ist es von einem Telefon zu einem Hightech-Gerät geworden. Ähnlich wie bei anderen hochwertigen Gegenständen zum Beispiel dem Auto sind deshalb die klassischen Farben am beliebtesten bei den Kunden“, sagt Prof. Buether zu TECHBOOK.

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Was sagen weiße oder schwarze Handys aus?

Schwarzmenschen seien richtige Idealisten. „Sie strahlen oft Eleganz aus. Schwarz gilt auch als ‚cool‘, weil es interessanter macht. Schwarz ist elegant, ernst und feierlich und verleiht Würde und Unnahbarkeit“, sagt Regnitter-Prehn. Allerdings könnten Gefühle von diesen Menschen womöglich nicht so gerne nach außen getragen werden. Bei Menschen mit einem schwarzen Handy handele es sich um eher konservative Typen, die zwar auf gehobenen Luxus stehen, aber nicht unangenehm auffallen wollen und ungern ein Risiko eingehen, erzählt Prof. Buether.

Zu den klassischen Farben bei Handys zählen neben Schwarz auch Weiß und Silber. „Farben haben im Verkauf einen geringeren Kundenkreis“, sagt Farbforscher Prof. Buether. Dies sei der Grund, warum vor allem teure Statussymbole, wie das Handy eines ist, in den klassischen Farben am häufigsten gekauft werden.

Doch was sagen die Farben Weiß und Silber über ihre Nutzer aus? Weiß wirke als Farbe sehr steril. Ein Sauberkeitsfanatiker könnte also ein weißes Smartphone besitzen, sagt Farb-Psychologin Regnitter-Prehn. Silber hingegen stehe für edel, authentisch und ehrlich. Menschen mit einem silbernen Handy seien richtige Vertrauenspersonen, denen gegenüber sich andere Menschen gerne öffnen.

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Was erzählen Farben über Handy-Besitzer?

Bunte Farben sind speziell bei jungen Leuten begehrt. Es zeige ebenso den Weg von einem Luxusgegenstand hin zu einem Gebrauchsgegenstand. „Diese Menschen kommunizieren ihre persönlichen Eigenschaften gerne. Der Wert des Gegenstands steht dabei im Hintergrund“, sagt Prof. Buether. Im Automobilbereich sind Vertreter in Bunt-Farben eher im günstigen Kleinwagen-Segment zu kaufen.

Blau ist mit Abstand die beliebteste Farbe, sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Dennoch wirkt es als Smartphone-Farbe konventionell, sachlich und konservativ“, sagt die Farb-Expertin Regnitter-Prehn. Zu den auffälligsten Farben gehören Rot und Gelb. Die Besitzer solcher Handys wollen vor allem eines: gesehen werden. „Der Besitzer setzt Signale ab und mit einer dominanten Farbe wie Rot wird er auch gesehen und wahrgenommen. ‚Rote‘ sind absolute Macher“, sagt die Psychologin für Farben. Wer Gelb als Smartphone-Farbe wählt, möchte ebenso auffallen, gilt aber auch als sehr fröhlicher und redegewandter Mensch.

Besitzer violetter Handys gelten als feminin, geheimnisvoll aber auch schwermütig. Vor einem Handy in hellem Lila warnt der Farbforscher allerdings. Dies wirke bei technischen Geräten schnell billig. Etwas extrovertierter sind auch Menschen, die ein Smartphone in Gold besitzen. „Sie möchten zeigen, dass sie etwas Teures besitzen und damit prahlen“, sagt Prof. Buether.

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Die Farbe Rosé gilt als verträumt, romantisch und sensibel. Frauen mit dieser Handy-Farbe stehen zu ihrer Weiblichkeit. Männer, die diese Farbe wählen, haben ein aufgeschlossenes, offenes und kommunikatives Wesen. Menschen, die gleich auf mehrere Farben setzen, steigern ihr modisches Statement damit noch einmal. „Wer ein Handy mit mehreren Farben hat, ist ein fröhlicher Mensch“, sagt Prof. Buether. Allerdings sehe so ein Handy auch wenig seriös aus, sei daher nicht unbedingt für Geschäftsmenschen geeignet.

Was verraten Handy-Hüllen?

Unsere Stimmung und unser Gemüt verändern sich. Umso besser, dass wir mit der Hilfe von Hüllen unser Handy sozusagen ‚umziehen‘ können. Da wir alle mit dem Äußeren unseres Handys auch kommunizieren, können wir dies mit Hüllen noch leichter tun. Hüllen verwandeln das Handy in ein modisches Accessoire. „Besitzer von Hasenohren-Handys sind Tierliebhaber“, weiß Regnitter-Prehn. Das seien eher verspielte Menschen, die vielleicht auch gerne kuscheln.  

Und wer immer dachte, wir würden selbst entscheiden, was uns gefällt, der irrt. „Farben wählen wir nicht für uns, sondern um mit anderen Menschen zu kommunizieren“, sagt Prof. Buether.

Quellen