Hohe Strafen

Neuer Blitzer erkennt, ob Sie beim Fahren Ihr Smartphone benutzen

Ein Mann sitzt am Steuer eines Autos und schaut dabei auf sein Handy
Das ist kein Kavaliersdelikt: Wer Auto fährt und dabei auf das Handy schaut, macht sich strafbar

Wer Auto fährt und dabei auf das Smartphone schaut, gefährdet den Straßenverkehr. Deshalb sollen jetzt KI-Blitzer genau solche Autofahrer entlarven.

Auf den Straßen kommt es immer häufiger zu Unfällen, weil Autofahrer lieber auf das Smartphone anstatt auf die Straße schauen. Unfallforscher aus Hannover und Dresden haben das herausgefunden. Durch die Nutzung des Handys sind Fahrer zum Teil so stark abgelenkt, dass sie sich nicht mehr auf den Verkehr konzentrieren können. Wie hoch die Zahl der Unfälle, die durch das Handy verursacht sind, tatsächlich ist, ließe sich jedoch schwer ermitteln. Der Grund: Die meisten Unfallverursacher geben ungern zu, dass das Handy sie abgelenkt habe, so ein Verkehrsunfallforscher der TU Dresden. Damit solche Unfälle künftig der Vergangenheit angehören, sollen spezielle Blitzer gegen Fahrer, die ihr Smartphone am Steuer nutzen, eingesetzt werden.

In Deutschland werden bisher 100 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig, wenn ein Kraftfahrer mit dem Handy am Steuer erwischt wird, 150 Euro, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkte mit einer Gefährdung. Bei einer dadurch verursachten Sachbeschädigung müssen Fahrer laut Bußgeldverordnung mit einer Strafe von 200 Euro, einem Monat Fahrverbot sowie zwei Punkten in Flensburg rechnen. Beim Einsatz eines KI-Blitzers könnten in Zukunft noch mehr Autofahrer zur Kasse gebeten werden.

Die Kamera lernt mit künstlicher Intelligenz

Die niederländische Polizei verwendet als erstes Land in der Europäischen Union einen Blitzer im Straßenverkehr, der mit der Hilfe von künstlicher Intelligenz Smartphone-Sünder identifizieren kann, das teilt die niederländische Polizei mit. Seit dem 1. Oktober läuft das Pilotprojekt mit den Smart-Kameras bereits. „Künstliche Intelligenz hat der Kamera beigebracht, zu erkennen, ob ein Fahrer während der Fahrt ein mobiles elektronisches Gerät in der Hand hält“, heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

 

Dabei kann es sich um ein Handy, ein Tablet oder ein Navigationssystem handeln. Die smarte Kamera schießt in so einem Fall ein Foto von dem Fahrer und seinem Fahrzeug-Kennzeichen. Ganz ohne Menschen geht es aber noch nicht: Anschließend sichten Polizeibeamte die Fotos der Blitzer und beurteilen, ob die Kamera tatsächlich eine Ordnungswidrigkeit fotografiert hat. Ist auf dem Foto ein Fahrer mit einem mobilen Gerät zu sehen, erhält dieser eine Benachrichtigung der Behörde sowie eine Geldbuße in Höhe von 240 Euro.

Projektleiter: Zu viele Menschen werden im Straßenverkehr durch Handy-Ablenkung getötet oder verletzt

„Es ist wichtig, die Aufmerksamkeit auf den Verkehr zu richten. Eine Ablenkung kann lebensbedrohliche Folgen haben. Noch immer sind zu viele Menschen im Verkehr im Allgemeinen und durch Ablenkung im Besonderen getötet oder verletzt worden“, sagt der Projektleiter. Deshalb habe es höchste Priorität, Ablenkungen aus dem Straßenverkehr zu beseitigen und diese im großen Maßstab zu identifizieren. Nur neue innovative Wege sind in der Lage, genau das zu erreichen. Smarte Kameras seien ein gutes Beispiel dafür.

Probleme mit dem Datenschutz gebe es nicht, weil Fotos, auf denen keine Verstöße zu sehen sind, gelöscht werden. Auf eine Gesichtserkennung wurde bei dem Projekt verzichtet. In New York sind Kameras bei einem Test daran gescheitert, die Gesichter von Autofahrern zu erkennen. Aktuell ist die Technologie nicht in der Lage, solche Daten verlässlich zu erfassen.

Um die Verkehrssicherheit im Land zu erhöhen, nutzt die niederländische Polizei bisher zwei smarte Kameras.