Achtung, anfällige Software

Der beste Virenschutz für Android-Nutzer

Android
Auch Gratis-Pogramme, die das Android-Smartphone vor Viren schützen sollen, arbeiten mindestens «befriedigend».
Foto: Foto: Franziska Gabbert

Smartphones mit Android-Betriebssystem sind längst im Visier von Cyberkriminellen. Antivirus-Apps können helfen, doch den größten Schutz bietet jeder Nutzer selbst durch sein eigenes Verhalten.

Das Smartphone ist heutzutage ein ständiger Begleiter. Man benutzt es nicht nur zum Chatten oder Spielen, auch Bankgeschäfte erledigen viele mobil. Für Hacker und Kriminelle sind die Geräte deshalb äußerst attraktiv.

Geräte mit Android gelten als besonders gefährdet. Zum einen, weil es das am meisten verbreitete Betriebssystem ist. Zum anderen, weil die Software tendenziell anfälliger ist als iOS von Apple.

„Apple-Handys werden zentral, regelmäßig und meist sogar flächendeckend aktualisiert“, erklärt Georg Oevermann von der Zeitschrift „Computer Bild“. „Bei Android liegt das in den Händen vieler verschiedener Geräte-Hersteller.“ So könnten beispielsweise wichtige Sicherheitsupdates bei einem Hersteller früher zur Verfügung stehen als bei einem anderen. Zudem werden Geräte von Apple deutlich länger mit neuen Updates versorgt als vergleichbare Android-Modelle. So können Sicherheitslücken auf dem Gerät entstehen.

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Google schützt eigenen Store mit Play Protect

In vielen Fällen können sich Android-Nutzer eine Antivirus-App trotzdem sparen, meint Ronald Eikenberg von der Fachzeitschrift „c’t“. Wer Apps nur aus dem Play Store von Google bezieht und anstehende Updates direkt installiert, sei demnach schon gut abgesichert.

Denn Google hat ein eigenes Virenprogramm eingebaut, zumindest für seinen App Store. Play Protect scannt alle Apps, zeigt Warnungen an und entfernt die Anwendungen gegebenenfalls. Um diesen Prüfprozess zu verbessern, hat Google in den letzten Jahren viel unternommen. Doch das System ist noch nicht perfekt. „Im Play Store tummelt sich noch immer Böses“, sagt Oevermann.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt deshalb, die Bewertungen von Apps zu lesen und auf brandneue Anwendungen eher zu verzichten. Denn anders als bei Apple werden die Programme im Play Store von Android teilweise erst nach Veröffentlichung geprüft.

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Gefährliche Apps

Noch größer ist die Gefahr, die von Apps ausgeht, welche am Play Store vorbei auf dem Gerät installiert werden. Im Gegensatz zu Apple ist das bei Android möglich. Theoretisch ergibt sich dadurch eine größere Auswahl an Apps, in der Praxis hingegen kann der sogenannte Sideload (Installation von Apps aus einer anderen Quelle als dem offiziellen App-Store) jedoch ein Einfallstor für Viren und Trojaner sein und stellt damit eine Sicherheitslücke dar. „Die Installation von externen Apps sollte man deshalb gar nicht erst zulassen“, rät Eikenberg. In der Regel ist diese Funktion auf Android-Geräten aber auch standardmäßig deaktiviert.

206 Android-Apps mit Schadsoftware infiziert

Ansonsten rät Hauke Mormann von der Verbraucherzentrale NRW, die gleichen Sicherheitstipps wie beim Computer zu beherzigen: Zugänge mit Passwörtern schützen und Links oder Mail-Anhänge von unbekannten Absendern nicht öffnen oder unbekannte Dateien installieren.

Kostenlose Antivirus-Apps

Doch selbst wenn das beherzigt wird: Irren ist menschlich. Manchmal klicken User schneller als gedacht und das auch mal an der falschen Stelle. Deshalb sei eine zusätzliche Antivirus-App für Android trotzdem empfehlenswert, so Oevermann. Vor allem für Nutzer, die nicht vor unbekannte Apps und Websites Halt machen wollen. Einige Sicherheitsprogramme gibt es kostenlos, etwa von Avira, Eset oder Bitdefender.

Die Installation solcher Apps hilft nicht nur im Kampf gegen Schadsoftware, sondern kann auch anderweitig lohnen. „Viele Apps bieten Sonderfunktionen wie Diebstahl- oder Kinderschutz oder verschlüsseltes Surfen mit einem VPN an“, erklärt Eikenberg. Auch Firewall und Backup-Funktion sind nützlich.

Der wichtigste Faktor ist aber, wie gut die jeweilige App Schadsoftware erkennt. „Hier sollte man Testberichte vergleichen und entscheiden, welcher Anbieter einem am vertrauenswürdigsten vorkommt“, sagt Mormann.

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Nutzer selbst ist der wichtigste Virenschutz

Die Frage, ob und wer eine Antivirus-App für sein Android-Gerät braucht, lässt sich nicht pauschal beantworten. Der beste Virenschutz ist in jedem Fall der Nutzer selbst.

Wer Apps nur aus dem Play Store bezieht, Updates regelmäßig sowie möglichst zeitnah installiert und Dateien oder Links von unbekannten Quellen meidet, ist bereits sehr gut geschützt. Außerdem empfehlen die Verbraucherschützer regelmäßige Daten-Backups. Diese sollten idealerweise einmal monatlich durchgeführt werden. So sind wichtige Daten bei einer Viren-Attacke immerhin gesichert.

Achtung: Dem Nutzer fällt nicht immer direkt auf, dass das Smartphone gehackt wurde oder eine Schadsoftware auf das Gerät gelangt ist. Da es dafür häufig keine offensichtlichen Anzeichen gibt, macht sich der Schaden erst durch eine unerwartet teure Telefonrechnung, höherer Daten- oder Akkuverbrauch oder ungewöhnliche Bewegungen im Mail-Postfach oder auf dem Bank- oder Kreditkartenkonto bemerkbar. TECHBOOK rät daher diese Dinge im Auge zu behalten und bei Ungereimtheiten unmittelbar zu reagieren.