Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Von Corona-Infos bis Essensbestellung

Kennen Sie schon die versteckten Funktionen von Google Maps?

App-Symbol von Google Maps
Google Maps ist zumindest auf Android-Geräten der Quasi-Standard in Sachen Karten und Navigation.Foto: Foto: Catherine Waibel/dpa-tmn

Google Maps ist mehr als nur eine virtuelle Karte, die uns verrät, wo es lang geht. Im Restaurant reservieren, Parkplätze finden oder gar die Infektionsrate von Corona prüfen: Google Maps kann längst mehr als nur navigieren. Doch nicht immer ist auf die Datenmacht des Internetkonzerns Verlass.

Einen Handkarren mit 99 Smartphones, jedes mit geöffneter Google-Maps-App und aktivierten Standortdaten. Mehr brauchte der Künstler Simon Weckert nicht, um die Kartenanwendung auszutricksen. Er ließ einen Kollegen Anfang 2020 mit dem Karren über einige Berliner Straßen bummeln, um Staus zu faken. Die tauchten tatsächlich als rote Linien live in Google Maps auf, obwohl auf den Straßen kaum ein Auto unterwegs war. Die Aktion zeigt, dass der Dienst sich leicht manipulieren lässt. Dennoch ist er für viele Nutzer*innen der erste Anlaufpunkt, wenn es um Navigation geht. Dabei bietet Google Maps noch einige Funktionen mehr.

Google Maps bietet mehr als nur Navigation

„Wir haben keine innere Karte mehr, vertrauen Apps ziemlich stark“, formuliert Weckert die Kritik hinter seiner Kunstaktion. Geht dabei mal etwas schief – egal ob durch fehlende Internet-Anbindung oder durch Aktionen wie der erwähnten – sind viele Nutzer*innen daher ziemlich hilflos.

Tatsächlich nutzen die meisten den Kartendienst samt Navigation ganz selbstverständlich. Dabei sind ihnen oftmals all die weiteren Funktionen, die die Software bietet, gar nicht bekannt. Hier sind einige, die im Alltag durchaus praktisch sind.

Lesen Sie auch: Die verrücktesten Bilder bei Google Street View

Versteckte Funktionen von Google Maps

  • Parkplätze finden und speichern: Zum Zielort zu finden, klappt mit Google Maps meist sehr zuverlässig. Aber wo parken? Auch hier verspricht der Dienst Abhilfe. Wer auf der Karte nach „Parkplatz“ sucht, bekommt eine Auswahl in der Umgebung, zum Beispiel in Parkhäusern. Inklusive der Info, wie voll der Parkplatz voraussichtlich ist.
  • Parkgebühr bezahlen: Neu im Bereich Parken ist, dass einige Nutzer*innen direkt über Google Maps ihre Parkgebühr bezahlen können – ganz ohne Drittanbieter-Anwendung. Die Funktion wird derzeit in den USA getestete und soll schon bald nach Deutschland kommen. Der Navigationsdienst kooperiert dafür mit Passport und ParkMobile, die Zahlung erfolgt kontaktlos über Google Pay. Auf Wunsch können Nutzer*innen über Google Maps sogar die Parkzeit verlängern.
  • Corona-Verbreitung beobachten: Google Maps hat eine neue Funktion integriert, mit der sich die Infektionsrate von Covid-19 in verschiedenen Regionen der Welt prüfen lässt. Gezeigt werden hier die neuen Fälle pro 100.00 Einwohner, ermittelt in den vergangenen sieben Tagen. Die Anzeige erreichen Nutzer über das Ebene-Symbol, über das sie auch in die Satellitenansicht wechseln können. Hier finden Sie nun den Punkt „Covid-19-Info“. Verkleinern sie nun die Karte, poppt auf ihr die entsprechende Infektionsrate auf.
  • Taxi buchen: Wer bei Google Maps nach dem schnellsten Weg zu seinem Ziel sucht, stellt fest: Neben öffentlichen Verkehrsmitteln sind auch Taxi-Apps integriert. Selbst E-Scooter findet man.
  • Essen bestellen oder Tische im Restaurant reservieren: Restaurants werden seit jeher in Google Maps gelistet. Inzwischen kann man auch Essen bestellen und liefern lassen. In einigen Restaurants lassen sich sogar direkt Tische reservieren. Dann erscheint beim Klick auf das Lokal ein entsprechender Button.
  • Auslastung von Geschäften beobachten: Für die, die dem Kundenansturm in Läden aus dem Weg gehen möchten, eignet sich die Anzeige der Auslastung in den Geschäften besonders. Sie zeigt neben den Öffnungszeiten auch die Zeiten am Tag, an denen die Läden besonders gut besucht sind. Allerdings handelt es sich hier um Hochrechnungen, die Google anhand der Android-Nutzer gewonnen hat, die im Laufe der Zeit dort eingekauft haben. Nicht immer sind die Daten also eins zu eins zu übertragen.
  • Routen am Computer planen: Die Desktop-Variante von Google Maps bietet oft noch mehr Funktionen als die App. Und vor allem: mehr Übersicht und Komfort. Routen können problemlos am PC geplant und dann an das Smartphone geschickt werden. Außerdem ist es über die Desktop-Variante möglich, eigene Karten zu erstellen.
  • Fahrradwege finden und Höhenmeter messen: Auch Radfahrer haben in der Desktop-Variante einen besseren Überblick. Ein Klick auf „Fahrrad“ im Menü lässt alle Radwege erscheinen. Maps schlägt nach Eingabe eines Zielortes auch gleich eine Fahrradroute vor. Dort zeigt der Dienst zudem das Höhenprofil der Strecke an.
  • Navigieren ohne Internet oder GPS: Die Route ist ausgewählt, man will loslaufen, doch das GPS-Signal ist schwach oder fehlt. Hier hilft die Augmented-Reality-Funktion, die den Weg dann aus Sicht des Nutzers auf dem Display anzeigt. Zur Orientierung dienen beispielsweise Geschäfte und Häuserfronten. Wer im Ausland unterwegs ist oder mobile Daten sparen will, kann sich wichtige Karten auch auf das Smartphone herunterladen und offline nutzen.

Lesen Sie auch: Google Maps warnt, wenn Ihr Taxi die falsche Route fährt

Google sammelt aber auch Daten

Die Nutzer von Google Maps bekommen ein riesiges Angebot an Funktionen, überlassen dem Dienst dafür aber auch zahllose Daten. Wer das einschränken möchte, kann in den sogenannten Inkognito-Modus wechseln und die Standortfreigabe ausschalten. Einige Funktionen lassen sich dann aber nicht mehr nutzen – oder zumindest nicht mehr so komfortabel.

Themen