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Cell Broadcast

An diesem Tag bekommen alle Handys gleichzeitig eine Mitteilung

Warntag 2022 verschickt an alle Handys Nachrichten
Der Termin für den Warntag 2022 steht. Einiges soll anders laufen als beim bisherigen Testlauf.Foto: Getty Images

Der bundesweite Warntag ist ein gemeinsames Bund-Länder-Projekt, um ein effizientes Alarmsystem zu integrieren. Nun steht der Termin für 2022 – das kommt auf uns zu.

Am 10. September 2020 fand der erste bundesweite Warntag in Deutschland statt. Der Grund: Länderübergreifend sollen seitdem regelmäßig sämtliche sogenannte Warnmittel für den Ernstfall getestet werden. Angesichts jüngster Katastrophen wie etwa der Flut 2021 im Südwesten des Landes scheint das durchaus sinnvoll. An der Umsetzung haperte es bisher allerdings etwas. Nun also auf ein Neues mit dem Warntag 2022.

Warntag 2022 findet am 8. Dezember statt

Das Datum für den nächsten Warntag steht fest. Am 8. Dezember soll dementsprechend das Warnsystem in Deutschland erneut getestet werden. Sinn und Zweck ist es, auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen organisierte Warnmeldungen herauszugeben, um auf den Ernstfall vorzubereiten. Unter anderem soll dieses Jahr per sogenanntem Cell Broadcasting eine Warnung an alle Handys herausgehen.

„Neue Systeme müssen wir testen, um sie später präzise einsetzen zu können“, sagte etwa Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Der Test im Dezember soll nun zum einen dazu dienen, die Systeme zu testen und ggf. nachzubessern. Zum anderen sollen Sie den Bürgern die Möglichkeit geben, sich an die Vorgänge zu gewöhnen und den Ernstfall zu testen.

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Wie läuft ein Warntag ab?

Pünktlich um 11 Uhr werden von allen beteiligten Einsatzkräften und Behörden sämtliche zur Verfügung stehenden Warnmittel aktiviert. Das sind unter anderem Radio- und Fernsehsender, Anzeigetafeln, Sirenen sowie entsprechende Warnapps. Die offizielle Warnapp des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) etwa heißt NINA.

Neu beim Warntag 2022 ist aber das bereits erwähnte sogenannte Cell Broadcasting. Mithilfe dieses Systems soll zusätzlich an alle Bürger eine Handy-Nachricht verschickt werden, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Nähe eines Funkmastes befinden. Anders als etwa bei NINA sind so nicht nur Smartphone-Nutzer erreichbar, sondern alle Bürger mit einem Mobiltelefon.

Erster Warntag 2020 war ein Fehlschlag

Der erste Warntag fand 2020 statt und war im Nachhinein ein Fehlschlag. Unter anderem kamen die Meldungen der Warn-Apps erst mit einer halben Stunde Verspätung. In Bundesländern wie Berlin fiel auch der geplante Sirenen-Alarm aus, weil das Gebiet für Zivilschutzsirenen zu dicht besiedelt ist.

2021 dann musste das Bundesinnenministerium den Warntag ganz absagen. Als Grund nannte der damals für das Projekt verantwortliche Horst Seehofer (CSU), dass das BBK noch an einer „umfassenden Testlandschaft“ arbeite. Dabei ging es unter anderem um den Aufbau neuer sowie die Instandsetzung alter Sirenen.

Dass der Warntag 2022 nun am 8. Dezember stattfindet und nicht, wie eigentlich angesetzt, Anfang September, liegt ebenfalls an der System-Planung. Die Verschiebung soll dem Cell-Broadcasting-System noch mehr Zeit geben. Als Reaktion auf die Flutkatastrophe soll das Warnsystem außerdem generell besser und effizienter werden, um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein und frühzeitig möglichst viele Menschen warnen zu können.

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