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Neue Bestimmungen

Apps können jetzt Werbung per Push auf Ihr iPhone schicken

WhatsApp Fake-Push-Werbung auf iPhone
So ähnlich wie in dieser Test-Benachrichtigung könnte Push-Werbung aussehenFoto: TECHBOOK

Push-Benachrichtigungen können nerven, wenn sie mal wieder ungefragt aufploppen. Apple hat Nutzer bisher vor der schlimmsten Art – die Werbe-Anzeige – bewahrt. Könnte sich das nun ändern?

Apple ist traditionell sehr zurückhaltend, was Werbung angeht. Das Unternehmen sieht sich gerade im Vergleich zu Google, das einen Großteil seines Gewinns durch Werbung erwirtschaftet, als die bessere Alternative, die ihre Nutzer vor Werbung schützt.

Neue App-Store-Bestimmungen

Deswegen ist es umso erstaunlicher, dass das Unternehmen nun seine Einschränkungen rund um Push-Benachrichtigungen in puncto Werbung lockert. Laut The Verge war es App-Entwicklern lange Zeit untersagt, Benachrichtigungen für „Werbung, Angebote und direktes Marketing“ an Nutzer auszuspielen. Von dieser Beschränkung nimmt Apple nun Abstand und lässt – in nutzerdefinierten Fällen – derartige Werbung zu.

Apple selbst hat sich in der Vergangenheit nicht immer selbst strikt an die Bestimmungen gehalten, die es App-Entwicklern vorgibt. Nicht nur hat das Unternehmen zum Start des Apple-TV+-Dienstes neue Sendungen beworben, auch Aktionen für Apple Music ploppten bei einigen Nutzern auf dem Sperrbildschirm auf:

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Mit den neuen Richtlinien lockert Apple das Benachrichtigungsverbot und erlaubt diese unter einer Bedingung: Nutzer müssen der Anzeige als Push-Benachrichtigung erst zustimmen. Damit umgeht Apple das Problem, dass es ja durchaus relevante Anzeigen für Nutzer geben kann, etwa vorteilhafte Angebote oder kostenlose Aktionen. Denn nun können iPhone- und iPad-Besitzer selbst festlegen, welche Art von Werbe-Benachrichtigung für sie relevant ist – und welche lieber blockiert bleibt. Die entsprechende Passage ist in den Store-Richtlinien unter Punkt 4.5.4 zu finden.

Apple App Store Richtlinien Update
Die entsprechende Passage hat Apple in den neuen Bestimmungen angepasst | Foto: TECHBOOK

Die Einwilligung muss laut Store-Richtlinien direkt in der App eingeholt werden und jederzeit auch wieder widerrufbar sein. Andernfalls behält Apple sich das Recht vor, den Entwicklern die Nutzungserlaubnis der Apple-Dienste zu entziehen.

Auch interessant: WhatsApp bekommt endlich einen Dark Mode

Das ändert sich jetzt außerdem

Apple hat auch die Richtlinien für den Zulassungsprozess für Apps in den App Store aktualisiert. Darin werden Entwickler etwa darauf hingewiesen, dass alle neuen Apps und App-Updates mit Software-Entwicklungskit (SDK) für iOS 13 erstellt werden müssen. Denn iOS 13 führt einige Neuerungen ein, wie etwa den systemweiten Dark Mode, den Entwickler jedoch einzeln in ihren Apps freischalten müssen. Auch müssen Entwickler ihre Apps kompatibel mit den neuesten iOS- und iPadOS-Geräten machen, darunter das iPhone 11 und das iPad 7. Gen.

Dating- und Wahrsage-Apps werden in den neuen Bestimmungen jetzt in eine Kategorie mit Rülps- und Furz-Apps gesteckt und unterliegen damit besonders genauer Kontrolle. Die Apps würden nur veröffentlich, wenn sie den Nutzer „ein einzigartige und qualitativ hochwertiges Erlebnis“ liefern.

Außerdem hat das Unternehmen angekündigt, dass „Mit Apple anmelden“ am 30. April endlich ausgeliefert wird. Die einheitliche Anmelde-Lösung soll unsicheren Login-Masken vorbeugen, denn viele Nutzer haben noch nicht auf Zwei-Faktor-Authentifizierung in beliebten Apps wie Instagram und Facebook umgestellt. Die Technologie wurde bereits im September 2019 angekündigt und soll auch für Online-Bezahlungen nutzbar sein.

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