Neues Zocker-Smartphone

Das neue Razer Phone ist ein High-End-Handy für Gamer

Am unteren Rand des Razer Phone ist die USB-C-Buchse als einzige physische Schnittstelle untergebracht. Wer Kabel-Kopfhörer nutzen möchte, kann sie dort mit Hilfe eines mitgelieferten Adapters anschließen.
Foto: Razer

Kantiges Gehäuse und breite Displayränder mit Lautsprechern: Razers neues Gaming-Smartphone ähnelt dem Robin von Nextbit. Das ist nicht verwunderlich, denn das Nextbit-Team arbeitet seit Jahresanfang unter dem Dach von Razer und zeigt nun ein potentes Handheld-Telefon.

Der Gaming-Hardware-Hersteller Razer hat sein erstes Smartphone für Videospieler vorgestellt  und es schlicht „Phone“ getauft.

Dual-Kamera auf der Rückseite

Auf der Rückseite des Alu-Gehäuses fallen der dreiköpfige Drache als Razer-Logo und die Dual-Kamera auf. Foto: Razer/dpa-tmn

In dem Hybriden aus Handheld-Konsole und Mobiltelefon steckt Qualcomms High-End-Mobilprozessor Snapdragon 835 mit acht Kyro-Prozessorkernen und einer Adreno-540-Grafik mit Unterstützung für Virtual Reality (VR), 4K-Auflösungen, 10 Bit Farbtiefe und 3D-Audio. , der per Micro-SD-Karte um bis zu 2000 GB (2 Terabyte) erweiterbar ist.

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Display mit Quad-HD-Auflösung im Razer Phone

Das 5,7-Zoll-LCD-Display (1440 x 2560 Pixel) mit erweitertem Farbraum arbeitet nach Herstellerangaben als aktive Schicht das Halbleitermaterial Indium-Gallium-Zink-Oxid (IZGO). Es ermöglicht – ähnlich wie das iPad Pro – Bildwiederholraten bis 120 Hertz. Razer kooperiert dabei mit verschiedenen Entwicklern wie Square Enix oder Madfinger und will zum Start einige Spiele anbieten, die bereits auf  das 120-Hertz-Display optimiert sind – darunter Final Fantasy Pocket Edition oder Shadowgun Legends.

Auch bei den nach vorne ausgerichteten Stereo-Lautsprechern samt Dolby-Atmos-Unterstützung hatte Razer die Gamer als Käufer im Blick.

Breite Displayränder

In den betont breiten Displayrändern des Razer Phone sind Stereolautsprecher untergebracht.
Foto: Razer/dpa-tmn

Kein Kopfhörer-Anschluss, nur USB-C

Bei der Hauptkamera handelt es sich um eine Dualkamera mit 13 und 12 Megapixel großen Sensoren. Ein USB-C-Port (3.1) ist die einzige physische Schnittstelle des Razer Phone, das sonst Funkverbindungen via ac-WLAN, Bluetooth 4.2 und NFC unterhalten kann. Kopfhörer müssen – wenn nicht über Bluetooth – an einen beigelegten USB-C-Audio-Adapter mit THX-zertifiziertem Digital-Analog-Wandler angeschlossen werden.

Razer Phone

Das reaktionsschnelle, 5,7 Zoll große Display des Razer Phone bietet eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hertz. Foto: Razer/dpa-tmn

Metallgehäuse und Schnelladen im Razer Phone

Der schnellladefähige Akku (Quick Charge 4+) ist mit einer Kapazität von 4000 Milliamperestunden großzügig bemessen, bringt das Smartphone im acht Millimeter dicken Metallgehäuse allerdings auch auf ein Gesamtgewicht von 197 Gramm. Mit Android 7.1.1. als Betriebssystem soll das Phone vom 17. November an für 750 Euro verkauft werden. Ein Update auf Android 8.0 ist bereits angekündigt.

Einschätzung: Razer Phone

Ohne Frage: Das Razer Phone ist technisch top ausgestattet – unterm Strich aber auch nicht besser als andere Top-Smartphones in dieser Preisklasse. Ob Razer also tatsächlich ein einzigartiges Gaming-Erlebnis liefern kann, das sich stark von den Konkurrenten abhebt, darf angezweifelt werden. Das 120-Hertz-Display ist zwar eine nette Sache, die im Moment aber nur wenige, speziell angepasste Spiele wirklich nutzen. Diese sollen dann zwar flüssiger laufen – der Unterschied im Vergleich mit einem aktuellen iPhone oder dem Samsung Galaxy S8 wird aber nur sehr geübten Augen auffallen.

Auch das Streichen der Kopfhörer-Buchse ist für Gamer, die oft ein Headset benutzen, unverständlich. Nett ist zwar der „Game Booster“, eine Funktion, mit der man die Performance für jeden Titel einzeln festlegen kann – doch softwareseitig ist das auch der einzige Mehrwert, den das Razer Phone für Zocker bietet.

Somit bleibt Razer die Antwort auf die Frage schuldig, warum Gamer nun zum Razer Phone statt zu den Geräten der Mitbewerber greifen sollten – für echte Hardcore-Gamer bietet es schlicht zu wenig eigenständige Kaufargumente.