Millionenklage gegen Spielefirma

„Fallout 4“: Sänger verklagt Bethesda, weil ihm der Trailer zu brutal ist

Fallout 4
Gewalt gehört zum Programm: In "Fallout 4" kämpft man in einer postapokalyptischen Welt ums Überleben.
Foto: Bethesda

Weil er den Inhalt eines „Fallout 4“-Trailers mit seinem Song „The Wanderer“ für brutal und grausam hält, verklagt Sänger Dion DiMucci Entwickler Bethesda auf Schadensersatz.

Es war eines der sehnlichst erwarteten und erfolgreichsten Games des Jahres 2015: Das Action-Rollenspiel „Fallout 4“ verkaufte sich innerhalb der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung im November 2015 allein 1,2 Millionen Mal über die Vertriebsplattform Steam. In einer umfangreichen Werbekampagne veröffentlichte Entwickler Bethesda zuvor einige Werbespots zu dem Spiel, von denen einer ihnen nun teuer zu stehen kommen könnte.

In einem Live-Action-Trailer streift der Protagonist von „Fallout 4“ durch die postapokalyptische Landschaft und liefert sich Feuergefechte mit herannahenden Gegnern. Untermalt sind die atmosphärischen Szenen mit dem Song „The Wanderer“ von Dion DiMucci. Dieser ist mit der Untermalung der Gewaltszenen mit seinem Song jedoch gar nicht einverstanden und verklagt Bethesdas Mutterkonzert ZeniMax nun, fast zwei Jahre nach Erscheinen des Trailers, auf Schadensersatz.

In seiner Klageschrift erklärt der 77-Jährige, dass ZeniMax mit der Veröffentlichung des Trailers gegen Lizenzrechte sowie einen abgeschlossenen Vertrag verstoßen habe. Dieser besagte, dass der Sänger die Nutzung seines Songs untersagen könne, wenn ihm deren Form nicht zusagt. Der Konzern habe ihm den Inhalt des Trailers jedoch nicht zur Genehmigung vorgelegt, den er für „abscheulich und moralisch unvertretbar“ hält.

Wörtlich heißt es in der Klageschrift, die am 2. Juli beim Amtsgericht von Nord-Kalifornien eingereicht wurde:

„Als direkte Folge der Aktionen des Angeklagten erlitt der Kläger Schaden. Zusätzlich zum Verlust der Lizenzgebühren, die der Kläger für die Verwendung seiner Darbietung in kommerziellen Werbungen veranschlagen kann, hat er auch das Recht verloren, seine Zustimmung zu verweigern. Die Werbungen des Angeklagten waren unzulässig, denn sie enthielten wiederholte Morde in einer dunklen, dystopischen Landschaft, in der Gewalt als Sport glorifiziert wird. Die Tötungen und körperliche Gewalt fanden nicht statt, um unschuldiges Leben zu schützen, sondern waren abscheuliche und moralisch unvertretbare Bilder, die junge Käufer ansprechen sollten.

In ‘The Wanderer’ erzählt Dion die Geschichte eines traurigen jungen Mannes, der von Stadt zu Stadt wandert und weder sich selbst noch die Fähigkeit zu einer anhaltenden Beziehung gefunden hat. Das Lied beschreibt die Isolation während des Erwachsenwerdens. Ohne das Einverständnis des Klägers hat der Angeklagte mit ‘The Wanderer’ eine Werbung unterlegt, in der der Protagonist, ein Wandernder, bewaffnet und auf der Suche nach Opfern, die er abschlachten kann, von einem Ort zum nächsten streift. Die Werbungen des Angeklagten haben keinen einleuchtenden Wert, sie verleiten junge Menschen schlicht dazu, ein Videospiel zu kaufen, das Mord glorifiziert und das Zufügen von Leid reizvoll, wenn nicht gar befriedigend erscheinen lässt.“

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Da er die Verwendung seines 1961er Hits unter den gegebenen Umständen nicht genehmigt hätte, fordert DiMucci nun, die weitere Nutzung und Verbreitung des Trailers zu verbieten – und eine Schadensersatzsumme von einer Million Dollar.

Eine Reaktion von ZeniMax steht noch aus.

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