Illegales Streaming

Darum können Vodafone-Kunden nicht mehr auf Kinox.to zugreifen

Die Seite Kinox.to schauen viele Menschen Serien oder Filme. Das Problem: Das ist inzwischen illegal.
Die Seite Kinox.to schauen viele Menschen Serien oder Filme. Das Problem: Das ist inzwischen illegal.
Foto: dpa/picture alliance

Kabel-Kunden von Vodafone können das Streaming-Portal Kinox.to nicht mehr aufrufen, der Anbieter hat die Internetseite gesperrt. Hintergrund ist eine einstweilige Verfügung vom Landgericht München.

Update: Gericht bestätigt die Entscheidung

Nachdem Vodafone seine Nutzer aufgrund einer einstweiligen Verfügung den Zugang zum Streaming-Portal Kinox.to sperren musste, ist das Unternehmen in Berufung gegangen. Am 14. Juni 2018 hat das Oberlandesgericht München jedoch entschieden, die vom Filmvertrieb Constantin erwirkte einstweilige Verfügung sei rechtmäßig. Unternehmenssprecher Volker Petendorf sagte der Seite Golem.de„Wir bedauern sehr, dass das Oberlandesgericht München der Auffassung von Vodafone nicht gefolgt ist und dem Antrag von Constantin zur Sperrung der Angebote des Portals kinox.to für Internetkunden der Vodafone Kabelsparte stattgegeben hat.“

Vodafone-User müssen sich indes mit der Sperre abfinden oder alternative Zugriffsmöglichkeiten suchen. Und es kommt noch härter: Mehrere Wissenschaftsverlage haben eine einstweilige Verfügung gegen Vodafone erreicht, die das Unternehmen verpflichtet, den Nutzern den Zugang Online-Bibliothek Libray Genesis zu sperren. Die Suchmaschine für wissenschaftliche Bücher und Artikel bietet kostenlosen Zugang zu urhebergeschützten Inhalten und ist seit Längerem Ziel von Sperrungen.

Originalmeldung

Eine Unternehmenssprecherin von Vodafone erklärte auf Nachfrage von Golem„Aufgrund einer von Constantin Film erwirkten einstweiligen Verfügung, die am 1. Februar 2018 vom Landgericht München erlassen wurde, ist Vodafone aufgefordert, die Angebote des Portals Kinox für seine Internetkunden der Vodafone Kabel Deutschland zu sperren.“ Die einstweilige Verfügung konnte Constantin durchsetzten, weil Kinox die urheberrechtlichen Ansprüche Dritter verletze. Der Filmvertrieb beruft sich dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshof.

Diese Seite öffnet sich, wenn Vodafone-Kunden Kinox.to öffnen:

Eine andere einstweilige Anordnung des Gerichts verpflichtet Vodafone zudem dazu, diverse Kunden-Informationen wie die IP-Adresse zu behalten, wie netzpolitik.org berichtet. Dabei gehe es allerdings um Zugriffe auf sogenannte Tauschbörsen (Filesharing), bei dem der Nutzer nicht nur Inhalte kostenlos herunterlädt, sondern gleichzeitig auch anderen zur verfügung stellt. Hier drohen Abmahnungen und hohe Strafen. Die rechtliche Lage beim Streaming ist eine andere. Was legal und was illegal ist, erfahren Sie hier in unserem großen Ratgeber:

https://www.techbook.de/entertainment/streaming-legal-illegal

Der Hintergrund

2017 war ein mutmaßlicher Betreiber der Seite verhaftet worden. Der 24-jährige Verdächtige, Kreshnik S., wurde damals in Pristina (Kosovo) nahe der deutschen Botschaft festgenommen. Dennoch ist die Internetseite weiterhin abrufbar. Besucher von Kinox.to können immer noch die neuesten Serien und Filme streamen sowie downloaden.

Generell sind Sperren im Internet heftig umstritten, weil sie sowohl in der technischen Handhabung als auch rechtlich viele Fragen aufwerfen. Internetsperren können mit dem Recht auf Privatsphäre, dem Fernmeldegeheimnis sowie der Netzneutralität kollidieren.