„Das ist meine letzte Warnung!“

Polizei warnt vor Erpressung mit Porno-Mail

Das ist meine letzte Warnung Ludwig
Keine Panik: Wer eine Erpresser-Mail bezüglich eines vermeintlichen Pornovideos erhalten hat, sollte auf keinen Fall auf die Forderungen eingehen.
Foto: Robert Günther/dpa-tmn

Die Vorstellung, beim Pornogucken oder Masturbieren erwischt zu werden, ist für die meisten Internet-Nutzer der Horror. Aktuell drohen Erpresser mit dem Verschicken von angeblichen Beweisaufnahmen. In den meisten Fällen dürfte es sich allerdings nur um einen Bluff handeln.

Wer in seinem E-Mail-Postfach eine E-Mail mit dem Titel „Das ist meine letzte Warnung!“ findet, sollte unbesorgt sein. TECHBOOK erklärt, was hinter dem vermeintlichen Erpresserbrief steckt.

2.000 Euro für Masturbations-Video

Der Absender „Ludwig“ fordert in der aktuellen Masche 2.000 Euro in der Krypto-Währung Bitcoins. Diese müssen innerhalb von 72 Stunden überwiesen sein. Andernfalls droht man damit, ein Video zu veröffentlichen, das den Empfänger beim Pornoschauen und Masturbieren zeige. „Ludwig“ gibt in der Mail an, dass die Aufnahmen durch einen selbst entwickelten Virus entstanden seien, womit der Rechner der Opfer infiziert sei. Mit ähnlichen Konzepten konnten Kriminelle in der Vergangenheit bereits mehrere Tausend Euro erbeuten.

Masche ist der Polizei bekannt

Die Erpressermasche ist der Polizei bereits bekannt. „Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein“, rät Nils Matthiesen, Sprecher der Bremer Polizei. Wichtig ist es, einen Screenshot oder Ausdruck von der Mail zu machen. Wer Anzeige erstatten will, kann dies bei jeder örtlichen Polizeiwache der bei einer Online-Wache tun, die es inzwischen in allen Bundesländern gibt. Außerdem sollte man eine ausgiebige Virenprüfung am heimischen Computer durchführen.

Das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen verweist zudem auf ihre Website, wo sich Hinweise zur Internet-Kriminalität finden. „Gehen Sie nicht auf die Erpressung ein. Die Inhalte sind frei erfunden. Löschen Sie diese Mails einfach“, raten Sicherheitsexperten auf der Webseite. Auch sollten Empfänger keine Links öffnen. Auf jeden Fall Anzeige erstatten sollten Betroffene, die der Zahlungsaufforderung tatsächlich nachgekommen sind.

TECHBOOK meint

„Opfern können wir nur raten, auf keinen Fall Geld an die Hacker zu zahlen. Entsprechende Mails sollten von Betroffenen einfach gelöscht werden. Die Erpresser sind nämlich nicht wirklich im Besitz der Aufnahmen, hoffen aber auf die Scham und Angst ihrer Opfer.“ – Philippe Fischer, Redakteur