Eigener Streaming-Dienst geplant

Bald gibt es keine Disney-Filme mehr bei Netflix

Disney Robert Iger
Disney-Boss Robert Iger will weg von Netflix.
Foto: Getty Images

Ab 2019 will Disney seine Filme nicht mehr auf Netflix zeigen, sondern einen eigenen Streaming-Dienst mit exklusiven Inhalten starten.

Netflix und Walt Disney gehen in Zukunft getrennte Wege. Das erklärte der Medienkonzern mit der Abgabe seines Vierteljahresberichts nach Börsenschluss am Dienstag. Demzufolge sollen Ende 2018 die Filme der Disney- und Pixar-Studios aus dem Angebot des Streamingdienstes entfernt und schließlich auf einer konzerneigenen Video-On-Demand-Plattform angeboten werden. Alle ab 2019 erscheinenden Produktionen von Walt Disney sollen ebenfalls exklusiv über dieses Portal verfügbar sein, nachdem sie im Kino gelaufen sind.

Gegenüber CNBC erklärte Disney-CEO Bob Iger, dass man zwar eine gute Beziehung zu Netflix habe, die eigenen Inhalte jedoch von der Plattform entfernen wolle. Um sich von dem Streaminganbieter unabhängig zu machen, hat Walt Disney Mehrheitsanteile an der Streamingfirma BAM Tech übernommen. Neben Kinofilmen (2019 sollen etwa „Toy Story 4“ und eine Live-Action-Verfilmung von „Peter Pan“ erscheinen) sollen auch exklusive Film- und Serieninhalte für das Portal geschaffen werden. Bereits 2018 wird BAM Tech auf dem US-Markt außerdem einen Sport-Streamingdienst unter dem Markennamen ESPN starten, der über 10.000 Sportereignisse pro Jahr übertragen soll.

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Der Umzug auf die eigene Disney-Plattform tritt 2019 zuerst in den USA in Kraft und soll anschließend auch in anderen Ländern umgesetzt werden. In Großbritannien gibt es unter dem Namen DisneyLife bereits ein ähnliches Modell. Welche Titel genau betroffen sein werden, ist jedoch noch nicht völlig klar: So ist etwa die Zukunft von Lucasfilm-Produktionen, allen voran „Star Wars“, noch ungewiss. Marvel-Serien wie „Jessica Jones“, „Daredevil“ und „Iron Fist“ sollen allem Anschein nach vorerst auf Netflix verfügbar bleiben.

Für Netflix dürfte der Verlust des umfangreichen Disney-Katalogs ein harter Schlag sein. Die Aktie des Streamingdienstes fiel nach der Verkündigung um fünf Prozent. Doch auch für die Nutzer werden die Auswirkungen wohl spürbar werden: Durch das Entstehen verschiedener VoD-Plattformen mit exklusiven Inhalten werden Film- und Serienfans dazu gezwungen, mehrere Abos abzuschließen – und das kann schnell teuer werden.

Wann und wie Walt Disney seine Streaming-Pläne in Deutschland umsetzen wird, ist aktuell jedoch noch nicht bekannt.

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