Bild.de Hier geht es zurück zu Bild.de

Facebook & Co. erfahren alles

So werden Sie beim Pornoschauen ausspioniert!

Anonym im Netz unterwegs sein und Pornos schauen? Eher schwierig.Foto: Getty Images

Pornoseiten wissen genau, was Nutzer schauen und geben diese Infos an Werbeunternehmen oder Unternehmen wie Google oder Facebook weiter – und zwar auch dann, wenn der Inkognito-Modus des Browsers aktiviert ist.

Sie heißen Xhamster, Redtube, Pornhub und Youporn – unter den 20 meistaufgerufenen Internetseiten in Deutschland finden sich laut Alexa.com gleich drei Pornoseiten. Hinter diesen Zahlen steckt ein lukratives Geschäft – das Geschäft mit persönlichen Daten.

Überraschend: Mit dem Inkognito-Modus im Browser versuchen sich viele Nutzer ihre Identität zu verbergen – doch dieser hat in diesem Zusammenhang gar keine schützende Wirkung. Es ist erschreckend einfach für Werbeunternehmen, die Identität der Porno-Zuschauer und die geschauten Videos herauszufinden.

So spionieren Pornoseiten ihre Nutzer aus

Die meisten Porno- und Internetseiten verwenden sogenannte „Tracking-Tools“, die einen individuellen, digitalen Fußabdruck des Nutzers erstellen – und etwa wissen, welche Suchanfragen dieser eingibt oder welche Filme er schaut. Die eigentlichen „Schnüffler“ sind die „Teilen“-Knöpfe für Facebook oder Twitter und die zahlreichen Werbebanner auf den Pornoseiten, die die Daten an die Werbetreibenden und im Hintergrund auch an die Social-Media-Plattformen und Google weitergeben.

Doch wie können die Daten einer Person zugeordnet werden? Das Magazin „Vice“ erklärt in einem Bericht: Der Browser am Computer hat individuelle Einstellungen, etwa installierte Plug-ins, Schriften oder Sprache, die von den Tracking-Tools erfasst werden. Mit diesen individuellen Informationen und der jedem Internet-Nutzer zugeordneten IP-Adresse ist eine sehr genaue Identifizierung möglich. Das Surfverhalten sowie die Titel der geschauten Videos können somit früher oder später öffentlich werden – und potenziell auch mit dem Namen in Verbindung gebracht werden.

Auch Hacker haben Interesse

„Vice“ hat den Test gemacht und die Übermittlungsdaten ausgelesen. So sendet die Porno-Seite „Xnxx“ Daten an Google, an die Oracle-Tochter und Analyse-Firma „Addthis“ sowie an ein Werbenetzwerk mit dem Namen „Pornvertising“ – selbst dann, wenn man im Privatmodus surft. Laut Thomas ist also eine Veröffentlichung von Porno-Vorlieben durch Amateur-Hacker eine stetig wachsende Gefahr, denn die Daten verteilen sich über verschiedene Plattformen. Hacker könnten diese verkaufen oder Nutzer damit erpressen.

Lesen Sie auch: Das sind die meistgesuchten Begriffe auf Pornhub 2019

Vor allem Werbekunden profitieren von genauen Informationen über ihre Zielgruppe. Im Falle einer Veröffentlichung der Porno-Verläufe mag das für uns in Deutschland einfach nur peinlich sein, doch in einigen Ländern werden Menschen mit bestimmten sexuellen Vorlieben unterdrückt und verfolgt.

Auch interessant: Die 10 beliebtesten Pornoseiten der Welt

Was kann ich gegen das Tracking tun?

Ganzheitliche Anonymität ist im Internet unmöglich. Doch man kann seine Spuren so gut es geht verwischen: Etwa über VPN-Dienste wie „Hidester“. Bei diesem kostenlosen Dienst können Nutzer mit einer anderen IP-Adresse als ihrer eigenen durch das Netz surfen. Dafür muss man in die Suchmaske einfach den Link der Seite eingeben, die man anonym besuchen möchte. Zwar kann auch das nicht komplett vor Tracking schützen, die Erstellung eines digitalen Fußabdrucks wird aber zumindest erschwert.

Themen