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Ergebnis nach 10 Jahren

Laut Langzeit-Studie machen „Killerspiele“ nicht aggressiver

Eine Langzeitstudie hat herausgefunden, dass sogenannte „Killerspiele“ keinen Einfluss auf die Aggressivität Jungendlicher hat
Eine Langzeitstudie hat herausgefunden, dass sogenannte „Killerspiele“ keinen Einfluss auf die Aggressivität Jungendlicher hatFoto: Getty Images

Forscher finden keine Belege für aggressives Verhalten bei Teenagern, die den Open-World-Shooter „Grand Theft Auto“ gezockt haben.


Sogenannte „Killerspiele“ wurden in der Vergangenheit häufig mit negativem Beigeschmack erwähnt. Sei es der Amoklauf in Emstetten oder Winneden – bei den Tätern hat man häufig Verbindungen zu Computerspielen gesucht. Bei den weltweit über 3-Millionen aktiven Gamern stoßen solche Assoziationen oft auf Unverständnis. Nun belegt eine Langzeit-Studie von US-Forschern, dass bei Jugendlichen durch brutale Computerspiele keine Aggressionen getriggert werden.

Keine Langzeit-Auswirkungen

Wer etwa seine gesamte Teenagerzeit mit gewalthaltigen Computerspielen verbringt, muss nicht mit schädlichen psychologischen Folgen rechnen. Zu diesem Schluss kommt die im Fachjournal Cyberpsychology, Behavior, and Social Networkingveröffentlichte Studie, in der US-Forscherinnen eine Gruppe von Kindern und Heranwachsenden zwischen zehn und 23 Jahren über einen Gesamtzeitraum von zehn Jahren beobachtet haben.

Action-Baller-Spiele von Jungen bevorzugt

Die Psychologin Laura Stockdale von der Loyola University Chicago und die Medien- und Familienforscherin Sarah Coyne von der Brigham Young University in Idaho analysierten in ihrer 10-Jahre-Langzeit-Studie das Verhalten von Teenagern, die das Computerspiel Grand Theft Auto gezockt haben. Dabei kristallisierte sich zunächst heraus, dass Jungen das Game bevorzugen. Zudem unterteilten die Forscherinnen die Studienteilnehmer in drei Untergruppen. Vier Prozent hatten Vorliebe für gewaltverherrlichend Spiele, 23 Prozent hatten zu Studienbeginn eine moderate Affinität für das genannte Spiel. Weiterhin bevorzugten 73 Prozent der Teilnehmer Games mit geringer Brutalität.

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Unterschiedliche Verhaltensmerkmale

Die Grundlage für die Bewertungskriterien und Alterseinstufungen der Studie legte die US-Organisation „Common Sense Media“. Hierzulande ist diese Institution etwa mit der Selbstkontrollinstanz für Unterhaltungssoftware USK vergleichbar. Demgemäß waren die Teilnehmer nach unterschiedlichen Verhaltensmerkmale kategorisiert: Aggression, depressive Symptome, Angstzustände und allgemeines Sozialverhalten.

Beide Forscherinnen fanden bei der Untersuchung im prosozialen – also anderen gegenüber positiven und hilfsbereiten – Verhalten keinen Unterschied. Die moderate Gruppe zeigte dabei das höchste Niveau an aggressivem Verhalten. Insgesamt ließ sich aber auch nach vielen Jahren kein Zusammenhang zwischen verstärkter Aggressivität und brutalen Videospielen feststellen.