Ab 580 Euro

Der beste 55-Zoll-Fernseher in jeder Preisklasse

Familie sitzt auf Sofa vor Fernseher
55-Zoll-TVs mit 4K-UHD-Auflösung haben sich mittlerweile als goldener Standard durchgesetzt
Foto: Getty Images

82 Zentimeter oder 32 Zoll – das war die maximale Größe der guten alten Röhrenfernseher. Mehr war technisch gar nicht möglich, oder wäre viel zu teuer gewesen. Mittlerweile haben unsere TV-Geräte einen Wachstumsschub wie ein Teenager in der Pubertät hingelegt. 32 Zoll sind heutzutage „mini“. Und 55 Zoll oder 1,40 Meter hat sich als neue Lieblingsgröße in den deutschen Wohnzimmern durchgesetzt. Kein Wunder: Das 55-Zoll-Gerät ist der VW Golf unter den Fernsehern. Es passt für (beinahe) jede Gelegenheit, ist nicht so klein wie ein 40-Zöller und erfordert kein Riesen-Wohnzimmer wie ein gewaltiger 65-Zoll-Fernseher, der nochmals 25 Zentimeter größer ist.

Weil die 55-Zoll-Bildschirme in Asien millionenfach vom Fließband purzeln, sind auch die Preise bezahlbar. Und Angst, dass 55 Zoll zu groß fürs eigene Wohnzimmer sind, muss kaum jemand haben. Denn bei Fernsehern mit UHD- bzw. 4K-Bildauflösung, wie sie 2019 Standard sind, befinden sich bei gleicher Bilddiagonale viermal so viele Pixel wie bei Full HD im Display. Und deshalb kann man deutlich näher vor dem Schirm sitzen, ohne Kopfweh zu bekommen. Bei 55 Zoll reichen bereits 1,10 Meter Abstand aus. Bleibt als Fazit: So toll sind 55 Zoll!

LG 55UM71007LB (580 Euro)

Noch vor ein, zwei Jahren hätte so ein 4K-Fernseher zwischen 1000 und 2000 Euro gekostet. Mittlerweile bietet selbst ein Mittelklasse-Modell von LG Top-Ausstattung von Triple Tuner für Kabel/Sat/Antenne über Streaming von Netflix/Amazon bis hin zu kontraststarken HDR-Bildern. Klar: Der Rahmen um den Bildschirm ist nicht ganz so schmal wie bei den Topmodellen. Full-HD-Inhalte werden nicht so überzeugend auf 4K hochskaliert. Und der Klang fällt recht dünn aus. Trotzdem können Käufer bei den Dauer-Testsiegern von LG wenig verkehrt machen. Schon der Vorgänger 55UK6300LB schnitt exzellent ab (Warentest-Note 2,1), und der Nachfolger ist mehr denn je sein Geld wert.

Vorteile: Relativ niedriger Stromverbrauch von 118 kWh pro Jahr / WebOS 4.5 einfach zu bedienen

Nachteile: Magic Remote (40 Euro) für die Sprachsteuerung via Amazon Alexa und Google Assistant nicht im Preis inbegriffen / Mitgelieferte Fernbedienung unpraktisch / Nur drei HDMI-Anschlüsse

Philips 55PUS7303 (690 Euro)

Der große Trumpf der günstigsten 4K-Modellreihe von Philips ist auf den ersten Blick zu sehen. Die Ambilight-Beleuchtung wirft die Farben des TV-Bilds seitlich und oben an die Wand hinter dem Fernseher. Bei blauem Himmel leuchtet es blau, beim Fußball strahlt die Wand in Grün – und die Besitzer von Samsung, LG & Co. schauen grün vor Neid. Ein spektakulärer Effekt, den es nur bei den Holländern gibt. Ansonsten bietet die Philips-Mittelklasse aktuelle Technik, die sich sehen und hören lassen kann. HDR, Sprachsteuerung, Streamingdienste – alles an Bord. Dass das Schwarz auf dem Schirm eher nach Dunkelgrau aussieht, ist der Kompromiss, mit dem Käufer in dieser Preisklasse leben müssen.

Vorteile: Praktische Fernbedienung mit Tastatur auf der Rückseite / Umfangreiche App-Auswahl über Android TV / Schneller USB-3.0-Anschluss für Aufnahmen auf einer externen Festplatte / Alle vier HDMI-Anschlüsse 4K-fähig

Nachteile: Unübersichtliche Bedienung mit Android TV / Bildschärfe bei schnellen Bewegungen nicht optimal

Sony KD-55XG8096 (800 Euro)

Die Japaner werfen bei ihrem neuen 4K-Modell wie gewohnt mit rätselhaften Fachbegriffen um sich. 4K X-Reality Pro soll für ein besonders klares und detailreiches Bild sorgen. Dank Motionflow XR mit 400 Hz Wiederholrate verspricht Sony eine extrem flüssige Wiedergabe. Dazu kommen das Triluminos Display für die Farben und ClearAudio+ für den Sound. Für den (verwirrten) Nutzer ist aber nur das Endergebnis interessant: Der Sony glänzt tatsächlich mit starken Kontrasten und Farben. Nur der Sound hat sich eher ein Minus als ein Plus verdient. Top: Aufgrund der schnellen Reaktionszeiten von knapp 20 Millisekunden ist der 55XG8096 in dieser Preisklasse der ideale PlayStation-Fernseher.

Vorteile: Kabel clever im Standfuß versteckt / Gute Kommunikation mit Android-Smartphones von Sony

Nachteile: Mit 160 kWh im Jahr relativ hoher Stromverbrauch / Unübersichtliche Bedienung mit vielen überflüssigen Android-Funktionen / Kein vollständiges Standby möglich

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LG OLED 55C8 (1.250 Euro)

Der LG darf sich als aktuelle Nummer 1 bei Warentest (Note 1,5) nach wie vor „Deutschlands bester Fernseher“ nennen. Wer ihn einschaltet, sieht sofort, wieso: Die OLED-Bildschirmtechnik ist den LCD-Fernsehern unter 1.000 Euro immer noch deutlich überlegen. Rabenschwarzes Schwarz, und ein Weiß wie frisch gestärkte Bettwäsche – weil OLED-Displays ohne störende Hintergrundbeleuchtung auskommen, ist die Bildqualität des LG atemberaubend. Aber auch der Rest überzeugt: Bedienung, Streaming-Funktionen und Anschlüsse sind top. Im Vergleich zu halb so teuren Fernsehern spielt der LG tatsächlich in einer anderen Liga.

Vorteile: Exzellente Unterstützung für Netflix, Amazon Prime Video oder DAZN / Doppelter Triple-Tuner für gleichzeitiges Anschauen und Aufnehmen von zwei verschiedenen Sendungen / Schnelle und flüssige Bedienung mit Mauszeiger

Nachteile: Bildschirm nicht allzu lichtstark / Neuer Bildstandard HDR10+ fehlt

Samsung GQ55Q90R (2000 Euro)

QLED statt OLED – die Bildschirmtechnik, auf die Samsung bei seinen Top-Fernsehern setzt, klingt beinahe so wie bei Erzrivale LG. Technisch ist QLED zwar nur ein mit vielen technischen Tricks aufgebohrtes LCD. Doch die aufwändige Steuerung der Hintergrundbeleuchtung funktioniert so exzellent, dass viele Experten QLED heute für genauso gut wie OLED halten – mindestens! Der Oberklasse-Samsung brilliert mit extremer Helligkeit, wie sie OLED nicht bieten kann. Und das Bild bleibt selbst aus den „seitlichsten“ Blickwinkeln perfekt. Ausstattungs-Highlight ist Apple TV, das als App erstmals auch ohne Apples Fernsehbox verfügbar ist.

Vorteile: Strom- und Datenversorgung mit einem einzigen sichtbaren Kabel / Einfache Einrichtung mit dem Smartphone und Samsungs SmartThings-App

Nachteile: Mit der Werkseinstellung wirkt das Bild teilweise künstlich / Hoher Stromverbrauch mit 212 kWh im Jahr / Samsung-Assistent Bixby bisher wenig nützlich

 

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