Entwickler verrät

Darum stecken Sie USB-Sticks immer falsch rein

Manchmal braucht es sogar drei Versuche, bis der USB-Stick richtig angeschlossen ist. Die Ursache hierfür wurde nun gelüftet.
Manchmal braucht es sogar drei Versuche, bis der USB-Stick richtig angeschlossen ist. Die Ursache hierfür wurde nun gelüftet.
Foto: Getty Images

Millionen Menschen verzweifeln täglich daran: Das richtige Einstecken des USB-Sticks. Nun verrät Mitentwickler Ajay Bhatt, was der Grund dafür ist.

Fast jeder hat einen, er ist klein und man kann ihn überall mit hinnehmen: Der USB-Stick. Vor beinahe 20 Jahren eroberte der kleine Alltagshelfer die Welt – eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Aber auf diesem Erfolg liegt ein Schatten: Die Chance, einen USB-Stick richtig reinzustecken, liegt lediglich bei 50 Prozent, jeder zweite Versuch geht deshalb schief. Gefühlt klappt es eigentlich nie beim ersten Mal. Ajay Bhatt, der den Datenträger erfunden hat, verrät nun, warum das so ist.

In einem Interview mit DesignNews erklärt er, dass es dabei vor allem um Geld ging. Bereits bei der Erschaffung eines geeigneten Speichermediums wusste das Entwickler-Team, dass eine Steckverbindung nicht die optimale Lösung sei. Ein drehbarer Anschluss wäre jedoch deutlich teurer und aufwändiger im Entwicklungsprozess geworden  – das Team entschied sich dagegen, obwohl sie wussten, dass dies zum Bedienungs-Horror führen wird.

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Weltweite Eroberung

„Wenn man für eine unbewiesene Technologie eine Menge Kosten im Voraus bezahlt, könnte es nicht funktionieren. Das war unsere Angst. Am Anfang muss man wirklich kostenbewusst sein“, erklärt Ajay Bhatt die Kostersparnis gegenüber DesignNews. „Im Nachhinein kann man sagen, es hätte besser sein können. Aber verglichen mit dem, wo wir mit seriellen und parallelen Anschlüssen waren, war USB deutlich besser“, begründet der Entwickler die damalige Entscheidung des Teams.

Aber er gibt auch zu: „Selbst wenn wir uns heute noch USB anschauen, wäre es viel einfacher gewesen, hätten wir es beidseitig nutzbar gemacht“. Dadurch hätten die Entwickler sich vielleicht mit anderen Dingen beschäftigen können. „Wir hätten uns auf eine höhere Datenrate konzentrieren können, um so zu starten wie Firewire. Sie waren bei 100 MB, während wir bei 12 MB waren“, sagt Bhatt. 

Geschadet hat es dem USB-Stick dennoch nicht: Immerhin ist der geringe Preis möglicherweise auch ein wichtiger Grund, warum der Datenträger seinen globalen Siegeszug starten konnte. Die ersten Sticks waren mit rund 50 US-Dollar (und gerade einmal 8 Megabyte Speicher) ziemlich erschwinglich. Ein guter Trost also, wenn Sie ihren Datenträger mal wieder falsch herum reinstecken.

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Die Erfindung des USB-Sticks

Die Erfindung des USB-Sticks verdanken wir übrigens einer Power-Point-Präsentation. Dov Morans wollte im Jahr 1998 bedeutenden Investoren eine Präsentation zeigen. Dies scheiterte allerdings, weil seine Notebook-Festplatte den Geist aufgab. Diese Misere war die Geburtsstunde des USB-Sticks, denn es inspirierte den Geschäftsmann für die Idee eines Speichermediums, den jeder einfach mit sich herumtragen kann. Seine Erfindung wurde „DriveOnKey“ genannt. Dabei vereinte er die Vorteile von zwei bereits existierenden Technologien: Flash und USB.