Günstig drucken

Das sind die 5 sparsamsten Tintenstrahl-Drucker

Gelb, Magenta, Cyan und Schwarz Druckerpatronen
Druckertinte treibt die Druckerkosten oft im Nachhinein erheblich in die Höhe. Mit diesen fünf sparsamen Druckern gehört das der Vergangenheit an.

Kurz nachdem HP 1987 mit dem PaintJet den ersten Tintenstrahldrucker für zuhause auf den Markt brachte, begann auch schon der Ärger über zu teure Tintenpatronen. Seither wurde Druckertinte quasi zum teuersten Saft der Welt, mit Literpreisen von 2000 Euro und mehr. 2017 gab ein Berliner Elektromarkt auf einem Etikett aus Versehen den Preis für einen Liter Epson-Tinte an: 7998 Euro! Dagegen ist Chanel No. 5 mit gut 1.200 Euro pro Liter ein „duftes“ Schnäppchen. Die Taktik der Hersteller ist dabei seit Jahrzehnten unverändert: Drucker werden oft schon für 30, 40 Euro verschleudert – und die Käufer ärgern sich dann jahrelang, wenn ein Satz Patronen mehr kostet als der gesamte Drucker.

Dagegen hilft Selbst-Nachfüllen – oder günstigere Patronen von Fremdherstellern. Die Kleckerei mit Nadeln und Tinte mag aber nicht jeder. Und die Billigpatronen wurden jahrelang durch technische Maßnahmen der Druckerhersteller ausgesperrt. Außerdem sind Druckqualität und Lichtbeständigkeit oft schlechter als bei der Originaltinte. Weil zuletzt Gerichtsprozesse und der Druck der Politik das Aussperren der Fremdpatronen erschwert haben, funktioniert in den meisten neuen Druckern allerdings mittlerweile auch die Günstig-Tinte.

Doch es gibt eine ganz neue Möglichkeit, beim Drucken zu sparen. Denn Epson, Canon & Co. haben bei einigen Modellen ihr bisheriges Prinzip komplett umgedreht. Neue Taktik: Teurer Drucker, billige Tinte. Das klappt mit Druckertinte in großen Flaschen zum Nachfüllen oder mit Tinte in Beuteln. Und das führt zu Sparrekorden. So druckt der Warentest-Sieger Epson Ecotank ET-2750 ein A4-Farbfoto für 8 Cent. Zum Vergleich: Beim HP Officejet 5230 kostet die Tinte fürs gleiche Bild 2,50 Euro. Die neue Drucker-Generation lohnt sich für alle, die viel drucken, zum Beispiel im Büro oder für Familien mit schulpflichtigen Kindern. Faustregel: Ab etwa 2000 Farbseiten sind 200 Euro Mehrkosten für einen teureren Drucker drin, danach beginnt das Sparen. Wer diese vier Päckchen Kopierpapier über Jahre nicht verbraucht, sollte bei den normalen, günstigeren Druckern bleiben.

Epson Ecotank ET-2750 (240 Euro)

Tintenpatronen ade! Die vier Tanks des Epson (dreimal Farbe, einmal Schwarz) werden aus großen Flaschen befüllt. Über einen speziellen Schraubverschluss funktioniert das kleckerfrei. Die beim Kauf mitgelieferte Tinte entspricht laut Hersteller 88 Patronen, reicht für bis zu 5200 Farbseiten und 14.000 Schwarzweißseiten. Bei den Nachfüllflaschen kosten 100 Milliliter rund 11 Euro – im Vergleich zu 170 Euro bei typischen Canon-Patronen. Doch bei den meisten Nutzern ist Nachfüllen über Monate hinweg ohnehin kein Thema, der Füllstand in den Sichtfenstern sinkt kaum. So kostet eine Schwarzweiß-Textseite nur 0,2 Cent und eine Farbseite 0,5 Cent. Die Druckqualität ist gut (Note 2,3), aber nicht überragend. Hier müssen Sparfüchse leichte Kompromisse eingehen.

Vorteile: Gute Kombi-Funktionen mit Scannen und Kopieren / Druckt drahtlos über WLAN / Geringer Stromverbrauch

Nachteile: Unübersichtliche Bedienung / Langsames Drucktempo

Canon Pixma G3501 (190 Euro)

Canon liegt mit seinem Flaschendrucker bei den Tintenkosten etwa gleichauf mit dem Epson ET-2750. 0,3 Cent pro Textseite, 0,6 Cent pro Farbseite und sogar nur 7 Cent fürs DIN-A4-Foto sind mit Originaltinte derzeit kaum zu schlagen. Für die laufenden Kosten des Multifunktionsdruckers gibt es damit genau wie beim Epson Note 0,5 (!) – oder auch „sehr sehr gut“. Und der Anschaffungspreis ist deutlich niedriger als beim japanischen Konkurrenten. Doch dafür spart Canon bei der Druckqualität. Statt Note 2,3 wie beim Epson gibt es im Warentest dafür nur eine „ausreichende“ 3,6. Vor allem an der Licht- und Wasserbeständigkeit hapert es. Wer einfach nur Dokumente drucken will, ohne große Ansprüche an die Qualität, spart mit dem Pixma G3501 aber viel Geld.

Vorteile: WLAN- und Cloud-fähig / Für einen Flaschendrucker sehr günstig / Randloser Druck

Nachteile: Kein großes Papierfach / Kein Display für Steuerung und Statusanzeige

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Epson Workforce Pro WF-C5790DWF (260 Euro)

Der Workforce ist vor allem als Bürodrucker gedacht – und beherrscht deshalb neben Scannen und Kopieren sogar noch das gute alte Faxen. Bei ihm kommen keine Flaschen zum Einsatz, sondern Tintenbeutel, die auf einem Träger in den Drucker eingeschoben werden. Diese Beutel reichen für bis zu 5000 Seiten (Farbe) beziehungsweise 10.000 Seiten (Schwarzweiß). Der Kaufpreis für den Drucker ist mittlerweile beinahe auf das Niveau des Ecotank ET-2750 gesunken, doch es gibt zwei entscheidende Unterschiede. Mit 1,5 Cent pro Schwarzweiß-Seite, 5 Cent pro Farbseite und 90 Cent pro A4-Foto druckt der Beutel-Epson zwar immer noch günstig, aber doch um einiges teurer als die Modelle mit der Flasche. Dafür ist die Qualität der Ausdrucke (Note 1,7) aber auch deutlich besser.

Vorteile: Druckt praktisch so scharf wie ein Laser / Verständliche Bedienung / Ausdrucke sehr wasser- und lichtbeständig / WLAN und LAN

Nachteile: Kein Randlos-Druck / Im Ruhezustand höhere Tintenkosten als bei Flaschendruckern

Brother MFC-J985DW (220 Euro)

Der Multifunktionsdrucker (inklusive Fax) setzt noch auf klassische Patronen – allerdings im XL-Format mit besonders hoher Füllmenge, was die Druckkosten ebenfalls stark reduziert. Eine Farbpatrone reicht so für bis zu 1200 Seiten, und eine Schwarzweiß-Patrone für 2400 Seiten. 0,5 Cent pro Schwarzweiß-Textseite, 4,3 Cent pro Farbseite und 46 Cent fürs A4-Foto sind gegenüber klassischen Tintenstrahlern ein enormer Fortschritt, Brother spricht von bis zu 70 Prozent Ersparnis. Der Japan-Drucker glänzt außerdem mit vielen praktischen Details wie dem SD-Kartenleser, mit dem sich Fotos ohne Computer direkt von der Speicherkarte aus drucken lassen. Und zur Verbindungsherstellung mit dem Smartphone gibt es eine drahtlose NFC-Schnittstelle.

Vorteile: Drucken auch per WLAN und LAN / Viele clevere Formate wie der Broschürendruck / 20-Blatt-Einzug für Kopieren, Scannen und Faxen

Nachteile: Druckqualität gut, aber nicht überragend / Langsames Drucktempo

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Brother MFC-J985DW Farbtintenstrahl-Multifunktionsgerät


✔️ Bis zu 2.400 Seiten
✔️ 20 Blatt Vorlageneinzug
✔️ Automatische Duplexdruckfunktion

Canon Pixma TR8550 (100 Euro)

Keine Flaschen, keine Beutel, keine XL-Patronen – der Canon ist noch ein klassischer Multifunktions-Tintenstrahler einschließlich Fax. Allerdings stimmt hier die Balance zwischen Anschaffungs- und Druckkosten. Bei 4,5 Cent pro Schwarzweiß-Textseite, 9,5 Cent für die Farbseite und einem Euro pro A4-Foto gibt’s den Warentest-Sieg für „klassische“ Tintenstrahler und immerhin eine „befriedigende“ 3,2 für die Tintenkosten. Wer nicht allzu viel druckt und keine 200 Euro oder mehr für einen Flaschendrucker ausgeben will, findet hier einen guten Kompromiss. Und freut sich vor allem über die exzellente Qualität der (teuren) Fotos, die die Spar-Drucker der neuen Generation so noch nicht hinbekommen.

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Canon Pixma TR8550 All-in-One


✔️ Drucker, Scanner, Kopierer, Fax
✔️ Druckgeschwindigkeit: 15,0 ISO-Seiten/Min
✔️ USB, WLAN, LAN, Apple AirPrint

Vorteile: Praktische Touchbedienung am großen Farbdisplay / Mit zahlreichen Anschlüssen sehr flexibel / WLAN / Bedienung auch per App

Nachteile: Verarbeitung nicht allzu hochwertig / Unpraktisches Papierfach

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