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Tech-Mythos

Sind meine Daten nach dem Löschen wirklich weg?

Auch nach dem Tipp auf die Löschen-Taste sind Ihre Daten noch abrufbar.Foto: Getty Images

Wo sind die Daten eigentlich, nachdem man sie gelöscht hat? Gibt es einen unsichtbaren Friedhof? TECHBOOK klärt, was mit Ihren Daten nach dem Löschen passiert und fragt einen Experten, wie man Dateien zu 99 Prozent unbrauchbar macht.

Wir verleihen Festplatten oder verkaufen alte Laptops – und geben so auch unsere Daten in die Hände von Fremden. Sobald wir Geräte abgeben, die beispielsweise Fotos, Videos, gespeicherte Mails und Texte enthalten, möchten wir Gewissheit haben, dass der neue Nutzer keinen Zugriff auf meine Daten hat. Doch reicht es aus, einfach nur Dateien in den Papierkorb zu verschieben? TECHBOOK hat mit Axel Kunz von „Kroll Ontrack“ gesprochen. Das Unternehmen und der Experte kümmern sich im Alltag um die sichere Löschung und die Wiederherstellung von Daten.

Sind meine Daten nach dem Löschen wirklich weg?

Nein. Grundsätzlich legt der Nutzer Daten zur Löschung in den Papierkorb seines Betriebssystems. Wenn Sie Ihren Papierkorb leeren, verschwinden alle Dateien, erklärt Kunz. Doch Verschwinden ist nicht gleich Löschen: „Die gelöschten Dateien sind lediglich unsichtbar“, erklärt der Experte. „Eine gelöschte Datei muss auf der Festplatte erst überschrieben werden bevor Sie tatsächlich unbrauchbar wird.“

Viele kostenlose Programme wie etwa der „Ccleaner“ bieten eine Überschreibungsfunktion an. „Mehrere Überschreibungen – bis zu 35-fach – erhöhen die gefühlte Sicherheit. Jedoch reicht das einmalige Überschreiben der gelöschten Dateien aus. Danach haben selbst Experten fast keine Chance mehr, die Daten wiederherzustellen“, sagt Kunz.

Wie verhält es sich mit SSD-Festplatten?

Bei SSD-Festplatten ist das Löschen komplizierter, da sie anders aufgebaut sind: Eine 100 Gigabyte-SSD hat etwa 7 Gigabyte unsichtbaren Extra-Speicher, die sogenannte „Spare-Area“. Der Experte erklärt: „Auf diese können Nutzer nicht zugreifen. Die SSD-Festplatten verwalten diesen Teil der Festplatte automatisch. Doch viele Hersteller bieten eine „Secure Erase“-Funktion an. Damit werden alle Daten sicher von der SSD gelöscht.“

Daten auf der Festplatte löschen – schön und gut. Was sollte man in der Cloud beachten?

Selbst wenn Ihr Passwort noch so sicher ist: Die Gegenwart zeigt, dass Hacker oft an die Datenbanken ganzer Cloud-Anbieter herankommen. „Grundsätzlich ist die Cloud für private, vertrauliche Daten der falsche Speicherort“, sagt Kunz. Vertrauliche Daten sollten Sie vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln. „Denn sind Ihre Dateien einmal in der Cloud, werden Sie auf tausenden Servern auf der Welt verteilt und bleiben dort – ob Sie die Dateien löschen oder nicht.“

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