Digitaler Menschersatz

Wie der Sex der Zukunft durch die Digitalisierung aussehen könnte

Sexroboter in China
Immer mehr Sexroboter werden weltweit verkauft
Foto: Getty Images

Digitaler wird nicht nur unser Alltag, sondern auch unser Sexleben. Ganz vorne mit dabei ist der Sex mit Robotern – und wir befinden uns erst am Anfang.

Technologien sind dafür geschaffen, uns Menschen das Leben zu erleichtern. Das trifft bereits auf alle Bereiche zu, denn Technologie macht auch vor unserem Sexleben keinen Halt. Bereits jetzt spielt die Digitalisierung eine große Rolle in Bezug auf unsere Sexualität. „Viele Menschen sehen zum Beispiel Internet-Pornografie und eine beträchtliche Anzahl findet auch Sexualpartner online und tauschen sich sexuell über Webcams interaktiv aus“, sagt John Danaher gegenüber TECHBOOK. Der Dozent an der juristischen Fakultät der National University of Ireland in Galway ist Autor des Buchs „Robot Sex: Social and Ethical Implications“.

Und Sex mit Maschinen ist weiter auf dem Vormarsch. Sex-Roboter sind animierte Sex-Puppen, die Menschen täuschend ähnlich sehen. Vielleicht werden diese Hightech-Roboter irgendwann sogar Menschen im Bett den Rang ablaufen. Schon jetzt gibt es einige Anzeichen, dass Sex-Roboter weiter aufsteigen werden.

Jeder fünfte Deutsche würde mit Sex-Roboter schlafen

Laut der Zukunftsstudie von BR, Arte, ORF und dem Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) „Homo Digitalis“ würde ungefähr jeder fünfte Deutsche einmal mit einem Sex-Roboter schlafen. Außerdem würde mehr als die Hälfte es nicht oder nur vielleicht stören, wenn der eigene Partner sich dazu entschließen würde, Sex mit einem Roboter zu haben. Für die ganz großen Gefühlte reicht es dann aber doch nicht. Lediglich für circa sechs Prozent wäre es vorstellbar, sich in einen Roboter zu verlieben. „Das deutet darauf hin, dass Sex-Roboter vor allem als Spielzeug und nicht als Menschen-Ersatz wahrgenommen werden“, sagt Kathrin Pollmann vom IAO. In Europa können sich zwischen zehn bis 40 Prozent der Männer vorstellen, Sex mit einem Roboter zu haben, wie der Ethikprofessor an der Universität St. Gallen, Thomas Beschorner, gegenüber SRF sagt. Sex mit Robotern sei seiner Meinung nach mehr als nur ein Fetisch.

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Digisexual

Inzwischen beschreiben sich einige Menschen als digisexuell. Das bedeutet, dass sie sich mehrheitlich für technologische Formen der Sexualität interessieren als für andere Menschen. Dazu gehört auch Sex mit Robotern, allerdings ebenso andere digitale Formen von Sex. Experten gehen davon aus, dass es immer mehr Menschen mit dieser Vorliebe geben wird und sie in einigen Jahren sogar den Großteil der Bevölkerung ausmachen werden. Nach einigen Untersuchungen werden die meisten Menschen bis 2030 Virtual-Reality-Sex haben. Dies bedeute nicht, dass es keinen normalen Sex mehr gebe, aber es wird ein zusätzlicher Faktor sein, wie Pornografie im Internet aktuell.

Schon heute sind einige Menschen durch Pornografie nicht mehr in der Lage zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden, wie der Sexualpsychologe Christoph Ahlers in einem Interview mit Welt erklärt. Das führt dazu, dass Menschen beeinträchtigt im Umgang mit Menschen sind, dass Pornografie dem echten Sex vorgezogen wird. Diese Auswirkung könnte die weitere Verbreitung von digitaler Sexualität ebenfalls zur Folge haben.

„Die Realität ist, dass die große Mehrheit der Menschen in der Zukunft zumindest gelegentlich digitale Technologien einsetzen wird, um ihre Sexualität durchzusetzen“, sagt John Danaher zu TECHBOOK. Jedoch warnt er davor, dies als eine neue Art der sexuellen Identität zu bezeichnen, da es Menschen unnötig als anders stigmatisieren würde.

Erobern Sex-Roboter bald schon unsere Betten?

Mehr Geld, mehr Roboter-Sex

Aktuell würden Sex-Roboter keine bedeutende Rolle innerhalb der menschlichen Sexualität spielen. „Die Technologie ist immer noch relativ primitiv und im Vergleich zu einer Sexpuppe nicht weiterentwickelt“, sagt Danaher.  Sex mit Robotern muss man sich allerdings auch erst einmal leisten können. Das ist der Grund, warum Forscher davon ausgehen, dass bereits ab 2025 in Haushalten mit höherem Einkommen Sex-Roboter einziehen werden. Davon geht zum Beispiel der britische Zukunftsforscher Dr. Ian Pearson aus. In einem Bericht geht er außerdem davon aus, dass normale Haushalte ab 2050 einen Sex-Roboter besitzen werden. Ab diesem Zeitraum könnte Robotersex beliebter werden als der mit Menschen.

Im Jahr 2030, da ist sich der Zukunftsforscher sicher, werden die meisten Menschen in irgendeiner Form virtuellen Sex haben, der dann so normal wäre wie Pornografie heutzutage. Bis 2035 soll die Mehrheit der Menschen Sexspielzeug besitzen, das in der virtuellen Realität interagiert. Aber werden wir irgendwann lieber Sex mit Robotern als mit Menschen haben? „Es ist möglich, aber ich denke, das ist höchst unwahrscheinlich. Es gibt tiefe biologische und evolutionäre Antriebe, die dazu führen, dass viele Menschen menschliche Partner bevorzugen“, sagt John Danaher.

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Vorteile von Sex-Robotern

Sex-Roboter haben einige Vorteile. „Sie könnten die sexuelle Vielfalt in Beziehungen fördern und dazu beitragen, die sexuellen Fähigkeiten menschlicher Partner zu ergänzen. Sie könnten auch eine sexuelle Gesellschaft für Menschen anbieten, die sonst von sexueller Erfahrung ausgeschlossen sind“, beschreibt John Danaher die Vorteile von Sex-Robotern.

Außerdem könnte Prostitution mit Sex-Robotern bekämpft werden. „Ich bin ziemlich sicher, dass es Roboter-Prostituierte geben wird“, sagt Thomas Beschorner zum SRF.

Die Entwicklung von Sex-Robotern erhält aber auch Gegenwind. „Diese Sex-Roboter sind eine Art Wunscherfüllungsobjekte. Sie führen das aus, was ihnen befohlen wird. Der Sex-Roboter ist immer eine Art Sklavin“, sagt die Psychologin für Roboter, Martina Mara, dem SRF.

Auch John Danaher sieht die Möglichkeit, dass Sex-Roboter auch negative Auswirkungen haben können. So könnten sie den Abstand zum Partner erhöhen oder zu mehr Anonymität führen. Genauso könnte es neue Formen des virtuellen sexuellen Übergriffs geben. „Sex-Roboter sind etwas komplexer. Die offensichtlichen negativen Auswirkungen könnten eine stärkere Isolation und ein Rückzug aus dem menschlichen Kontakt umfassen“, sagt Danaher. Auch er bemerkt, dass Sex-Roboter zu einer Stereotypisierung von bestimmten Menschengruppen, insbesondere in der Darstellung von Frauen, führen könne.

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Können wir Roboter lieben?

Auch das soll bereits geben: Menschen verlieben sich in Roboter. Auf einer Konferenz im Jahr 2016, die sich mit Liebe und Sexualität mit Robotern beschäftigt, waren einige Experten der Meinung, dass die Hochzeit zwischen Menschen und Robotern ab dem Jahr 2050 legalisiert werden könnte. „Wenn ein Roboter so aussieht, als würde er dich lieben, und du das Gefühl hast, dass er dich liebt, dann wirst du dich im Grunde so fühlen, als wäre es eine fast menschliche Liebe“, sagte unter anderem Adrian Cheok, Professor für Informatik an der City University London und Direktor des Mixed Reality Lab in Singapur. Eine Ehe zwischen Roboter und Mensch könnte möglich werden: „Das mag empörend erscheinen, weil es nur 35 Jahre entfernt ist. Aber vor 35 Jahren hielten die Leute die homosexuelle Ehe für unverschämt “, sagte Cheok. Der Professor erläuterte weiter: „In den 70er Jahren erlaubten einige Staaten nicht, dass weiße und schwarze Menschen einander heiraten. Die Gesellschaft entwickelt sich sehr schnell und verändert sich sehr schnell“.

Diese Hologramm-Frau soll Männern jeden Wunsch erfüllen

Der Japaner Akihiko Kondo ist diesen Schritt bereits gegangen. Seine Liebe allein gegenüber einer Art Hologramm-Frau allein reichte ihm nicht, er wollte diese auch noch offiziell bestätigen. Deshalb hat er seine große Liebe, wie er sagt, Hatsune Miku geheiratet. Aus seiner Familie war bei dieser Vermählung mit 40 Gästen, die durch den Hersteller der Hologramm-Frau, Gatebox, mit einer Urkunde bescheinigt wurde, niemand anwesend.