Weniger Störungen

Diese Router-Funktion sollten Sie deaktivieren

Fritzbox mit Laptop
Die meisten aktuellen Router haben eine Dualband-Funktion. Das muss nicht immer vorteilhaft sein.
Foto: Picture Alliance

Viele aktuelle Router funken parallel mit zwei sogenannten Frequenzbändern: 2,4 Gigahertz und 5 Gigahertz. Warum das nicht immer gut sein muss, und welches Frequenzband Sie lieber abschalten sollten, verrät Ihnen TECHBOOK.

Sogenannte Dualband-Router sind heute quasi Standard: Die meisten Modelle, selbst die günstigeren, setzen beim WLAN inzwischen auf zwei Frequenzbänder.

Frequenz-was? Hier wird es jetzt etwas komplizierter. Vereinfacht erklärt ist das WLAN ein Energiefeld aus hochfrequentierten, elektromagnetischen Wellen, das Informationen – also auch Daten – von einem Sender (dem Router) zum Empfänger (Smartphone, Rechner) schicken kann. Elektromagnetische Strahlung wird in vielen Bereichen eingesetzt: UKW-Radios nutzen sie genau so wie das Telefon oder die Mikrowelle.

Wenn jetzt jedes Gerät wie wild drahtlos vor sich hinfunkt, würde es schnell Chaos und Störungen geben, da sich die Wellen in die Quere kommen. Deshalb gibt es strikt aufgeteilte Frequenzbereiche (auch „Frequenzbänder“ genannt), die für verschiedene Zwecke genutzt werden können. Ein UKW-Radio funkt etwa mit Frequenzen zwischen 87,5 und 108 Megahertz, das WLAN hat die Frequenzbänder 2,4 Gigahertz (GHz), 5 GHz und 60 GHz.

Lange Zeit war es üblich, dass Router lediglich das 2,4-Gigahertz-Band zur Übertragung nutzten. Die Vorteile waren unter anderem die hohe Reichweite bei gleichbleibender Sendeleistung und die gute Durchdringung von Wänden. Inzwischen nutzen aktuelle Dualbandrouter aber auch die 5-GHz-Frequenz, zum Teil sogar beide parallel. Es kann also vorkommen, dass Sie im 2,4-GHz-Band im Netz surfen, und parallel einen HD-Stream auf dem Fernseher im 5-GHz-Band schauen. Um das 5-GHz-Band zu nutzen, muss der Router allerdings die beiden Standards n und ac beherrschen.

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Darum sollten Sie das 2,4-GHz-Band abschalten

Auch wenn Ihr Router nun beide Frequenzbänder beherrscht und sich auf den ersten Blick einige Vorteile ergeben – es lohnt sich manchmal, das 2,4 Band komplett abzuschalten und nicht beide Bänder parallel laufen zu lassen. Warum?

Das 2,4-GHz-Band ist häufig sehr stark belastet, viel mehr als das 5-GHz-Band. Das liegt auch daran, dass das 2,4-GHz-Spektrum von einer Vielzahl anderer Geräte genutzt wird: Das können schnurlose Telefone, die Funkmaus am PC, der Controller für die Spielekonsole, die Mikrowelle oder auch ein Bluetooth-Kopfhörer sein. Ein einzelnes Gerät ist kaum ein Problem, in der Summe kann die Wohnung aber schnell zu einem Minenfeld an Verbindungsstörungen werden.

Das 5-GHz-Band hingegen ist nicht so stark belastet. So kann es bei einem Dualband-Router vorkommen, dass sich ohnehin alle Geräte im 5-GHz-Band einklinken. Das 2,4-GHz-Band funkt zwar weiter, hat dann aber eigentlich nur negative Auswirkungen auf andere Geräte im Haushalt. Und dann kann es passieren, dass sich der kabellose Kopfhörer nicht mehr richtig mit dem Smartphone verbindet oder der Playstation-Controller spinnt. Sollte das bei Ihnen hin und wieder vorkommen, sollten Sie das 2,4-Band am besten komplett abschalten.

Das 5-GHz-Band ist ohnehin schneller, hat aber auch einen Nachteil: Seine Reichweite ist begrenzt und es durchdringt Wände nicht so stark. Kann es hier ohne 2,4-GHz-Band zu Problemen kommen?

Nicht zwangsläufig: Die Entwickler der neuen WLAN-Standards haben Möglichkeiten gefunden, die Probleme auszugleichen – etwa mit Techniken wie Beamforming oder Multi-User-MIMO für eine saubere und reichweitenstarke Verbindung.

Wie schalte ich das 2,4-GHz-Band ab?

Zunächst sollten Sie schauen, welche Geräte im Haushalt möglicherweise noch das 2,4-GHz-Band zwangsläufig benötigen. Gemeint sind die Geräte, die die neuen Standards WLAN n oder ac nicht unterstützen – etwa alte Kindles oder Konsolen wie die Playstation 3. Diese Geräte könnten sich dann nicht mehr ins WLAN einklinken. Infos dazu finden Sie auf dem Karton oder in den Einstellungen des Gerätes. Freund Google hilft notfalls auch.

Neuere Geräte wie die meisten Smartphones, Tablets, Konsolen, Streaming-Boxen oder Laptops sind in der Regel aber gerüstet. In den Router-Einstellungen finden Sie dann, je nach Modell, eine Steuerung für die beiden Frequenzbänder.

Bei der beliebten Fritzbox etwa findet sich die Einstellung unter dem Menüpunkt „WLAN“ und dann bei „Funknetz“. Im Detail zeigt dieses Video, wie Sie das 2,4-GHz-Band dort deaktivieren.

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