Brandgefahr!

Warum Sie nie mehrere Steckdosenleisten in Reihe schalten sollten

Steckdosenleiste voll belegt
Haushaltssteckdosen sind nicht auf die Belastung durch mehrere Geräte ausgelegt
Foto: Getty Images

Wer mit vielen Mehrfachsteckern an nur einer Steckdose saugt, riskiert eine Überlastung der Leitung. TECHBOOK warnt vor den Folgen und verrät Ihnen, wie viele Geräte eine Steckdose verträgt.

Unzählige Hausgeräte belasten den hauseigenen Stromkreislauf.

Praktische Ergänzung im Haushalt

Wer einen Mehrfachstecker benutzt, erhöht nur die Zahl der Leistungsnehmer im Stromkreis, leider nie die Leistung. Dennoch sind sie praktisch: Wer etwa viele Gadgets, Smartphones und andere Dinge gleichzeitig aufladen möchte, benötigt zwar nicht viel Leistung, jedoch viele Steckdosen für die zahlreichen Netzteile. Eine zweite Mehrfachsteckdose dran und schon kann der Staubsauger schnell genutzt werden? Besser nicht! TECHBOOK erklärt, warum das so ist.

Beispiel mit folgenden Geräten an einer Steckdosenleiste mit sechs Buchsen:

  • Wasserkocher (1.000 Watt)
  • Kaffeemaschine (1.200 Watt)
  • Staubsauger (2.300 Watt)

Damit rufen alle Geräte zusammen rund 4.500 Watt aus einer Steckdose ab. „Bei einer Belastung der Leitung mit 4.500 Watt würde eine Sicherung definitiv auslösen. Kritisch wird die Nutzung von Mehrfachsteckdosen im Leistungsbereich zwischen 3.500 und 3.700 Watt, was der normalen Absicherung für Steckdosenstromkreise von 16 Ampere entspricht“, erklärt Andreas Habermehl von Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH). Eine haushaltsübliche Sicherung ist bei einer Spannung von 230 Volt und einer Stromstärke von 16 Ampere nur auf eine Maximalleistung von rund 3500 Watt ausgelegt (Spannung * Stromstärke = Leistung). Somit wäre schon bei der Nutzung von drei der sechs Buchsen, wie in unserem Beispiel, die Leiste überlastet.

Offizieller Hinweis ist sogar Pflicht

Nach der deutschen DIN-Norm VDE 0620 müssen bewegliche Mehrfachsteckdosen beziehungsweise Steckdosenleisten auf dem Produkt oder auf der Verpackung folgende Hinweise enthalten:

  • Steckdosenleisten dürfen nicht hintereinander gesteckt werden.
  • Außerdem dürfen Sie nicht abgedeckt werden

„Insbesondere günstige Steckdosenleisten haben oft nicht den erforderlichen Kabelquerschnitt von 1,5 Quadratmillimetern. Sie halten also nicht einmal 3.680 Watt Leistung aus und überlasten schneller“, erklärt Habermehl. Zusätzlich empfiehlt der Experte den Kauf von Steckdosenleisten mit VDE-Zertifizierung. Damit erhalte man ein geprüftes Produkt, welches auch der Maximalbelastung von 3680 Watt standhält.

Welche Folgen hat eine Überlastung?

Da die Steckdosenleisten selbst nicht abgesichert sind, bleibt nur die Sicherung. Diese reagiert jedoch erst bei einer erheblichen Überschreitung des Stromflusses. Bis dahin kann der Mehrfachstecker selbst schon überlastet sein. Die Folgen laut Habermehl: „Durch die Überlastung erhitzt sich eine Mehrfachsteckdose sehr schnell. Im Inneren kann dann ein Schwelbrand entstehen. Zwar löst in solchen Fällen die Sicherung aus, doch dann ist es bereits zu spät.“

Ein Schwelbrand ist deshalb gefährlich, weil er nur schwer erkennbar ist. Er hat nämlich keine sichtbaren Flammen – mit trockenem Staub oder Holz in der Umgebung entsteht daraus schnell ein Flammbrand.

Verlängerungskabel und Steckdosen nur temporär benutzen

Grundsätzlich sollte man Kabeltrommeln und Mehrfachsteckdosen nur als temporäre Lösung nutzen. „Wer dauerhaft an einem bestimmten Ort eine Stromversorgung benötigt, sollte von einem Innungsfachbetrieb des Elektrohandwerks eine ortsfeste Leitung mit separatem FI-Schutzschalter installieren lassen“, empfiehlt der Experte. Das kostet zwar Geld, dient aber der eigenen Sicherheit. Eine Übersicht mit Fachbetrieben in Ihrer Nähe finden Sie auf der Homepage des ZVEH.

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